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Wer ist Karin Trachsel-Althaus?

Von Andreas Seiler. Aktualisiert am 21.12.2010

Es schneit. Die Strassen ob Kehrsatz sind schneebedeckt. Je höher das Auto auf den Längenberg klettert, desto tiefer sinkt die Temperatur unter null. Bei Englisberg gibt die Anzeige minus 7 Grad an. Trotz schlechter Sicht ist der Bauernhof schnell gefunden.

Monika Brönnimann schneidet Karin Trachsel-Althaus die Haare.

Monika Brönnimann schneidet Karin Trachsel-Althaus die Haare.
Bild: Stefan Anderegg

Der Eingang zum «Haarort» führt durch eine Stalltür, am plätschernden Brunnen vorbei zu einer für das riesige Bauernhaus winzigen Eingangstür. Zwei Klingelschilder: «Familie Brönnimann», oben. «Salon Monika», unten. Hier schneidet Monika Brönnimann, Coiffeuse und Bauersfrau, die Haare ihrer Kunden und Kundinnen.

Die Hausherrin stellt den heutigen Coiffeurgast vor: Karin Trachsel-Althaus. Offen und herzlich schüttelt mir die Frau mit den schulterlangen dunklen Haaren die Hand. Karin Trachsel-Althaus, 34 Jahre alt, wohnt in Merligen am Thunersee, ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Die lange Reise von Merligen bis auf den Längenberg zu Monika Brönnimann hat einen speziellen Grund: «Ein Coiffeur ist wie ein Doktor. Man muss Vertrauen haben. Ich reise ihr nach, wo immer sie schneidet», meint die Kundin. «Pro Jahr dreimal ein Schnitt.» Die beiden kennen sich seit rund 12 Jahren, also 40 Haarschnitte lang.

Die Heimcoiffeuse auf dem Längenberg bietet Karin Trachsel-Althaus ausserdem eine zusätzliche Dienstleistung: «Ich darf zu Monika jeweils meine beiden Kinder mitnehmen. Die spielen mit den Kindern des Hauses, während mir die Haare geschnitten werden. So stimmt es für alle.» Diesen praktischen Hütedienst nehme sie allerdings nicht jedes Mal in Anspruch. Manchmal gönne sie sich den Coiffeurbesuch ganz allein. So wie heute.

Neben dem Job als Hausfrau und Mutter ist sie zu 30 Prozent als Alterspflegerin angestellt. Sie arbeitet jeweils am Dienstag und an einzelnen Wochenenden in der Pflege. Während der Woche schaut ihre Schwiegermutter zu den Kindern, an den Wochenenden ihr Mann. «Das ist die ideale Lösung für die ganze Familie.» Karin Trachsel-Althaus ist in Niederwangen bei Bern mit viel Elternliebe und Nähe zur Natur aufgewachsen. Nach der Lehre als Tierpflegerin und einigen Jahren Berufserfahrung in diesem Bereich hatte sie die Gelegenheit, ein Pub in Gunten zu übernehmen – das war ihr Einstand im Berner Oberland. Während dieser drei Jahre als Wirtin lernte sie im eigenen Gastbetrieb ihren Mann kennen. «Er musste damals viel Bier trinken. Er fiel mir erst nach einem Jahr auf», meint sie witzelnd zu dieser Epoche. «Er hat sehr schöne Augen. Die haben gefunkelt und unsere Beziehung ins Rollen gebracht.»

Heute ist Karin Trachsel-Althaus mit dem ehemaligen Pubgast verheiratet. Sie wohnen mit den gemeinsamen Kindern in Merligen. Ihr Heim mit Seesicht am «wunderschönen Thunersee» gehört den Schwiegereltern – doch nicht mehr lange. Das Ehepaar Trachsel-Althaus wird das grosse Haus demnächst übernehmen. Sie wollen das Haus am See umbauen. Das ist beschlossene Sache und ihr nächstes Projekt. Die Eltern des Ehemannes, das gehört zum Deal, bleiben in einer der Wohnungen.

Der See, die Berge und die «schönen Augen»: Die Frau aus Niederwangen fühlt sich wohl im Oberland.

Mit herzlichem Dank an
Monika Brönnimann: 031 819 66 71
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.12.2010, 21:16 Uhr

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