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Schätze aus der Knopfkiste

Von Franziska Zaugg. Aktualisiert am 15.03.2011

Susanna Dürig ist reich an Knöpfen. Ihr Fundus umfasst mehrere Tausend Stück. Für die 53-Jährige sind sie Bastelmaterial, Geschichtenerzähler und manchmal auch Tröster.

Infos

Susanna Dürig sammelt nebst Knöpfen auch Nähzubehör sowie Bücher zum Thema: 079 771 68 74.

Halskette aus Knöpfen, angefertigt von Susanna Dürig. (Bild: Bilder: Walter Pfäffli)

Aus der Knopfkiste von Susanna Dürig. Exemplare die aussehen wie Fliegenpilze.

Für Susanna Dürig gibt es nichts Schöneres, als wenn sie auf dem Flohmarkt oder in der Brockenstube eine Dose mit Knöpfen ergattern kann. «Was ich darin alles entdecke», sagt sie. «Zahngold oder Eheringe habe ich schon herausgefischt.» Dabei geht es ihr eigentlich um die Knöpfe. Susanna Dürig sammelt sie seit zehn Jahren und ist Mitglied des Schweizerischen Knopfclubs. Begonnen damit hat die 53-Jährige, als sie auf einem Märit an einem Stand Halsketten aus Knöpfen sah. «Sie gefielen mir so gut, dass ich beschloss, selber welche anzufertigen», sagt sie. Zuhause hatte sie bereits ein Glas voll kunterbunter Exemplare, jedoch fehlten ihr passende, um eine Kette zu kreieren. Sie suchte via Zeitungsinserat nach Knöpfen und erhielt Stücke aus Holz, Glas, Kunststoff, Steinnuss und Perlmutt. Eine Frau die ihr Knöpfe schenkte, ist mittlerweile gar zu einer guten Freundin geworden.

Besonderes Exemplar
Die Ketten und auch Broschen stellt Susanna Dürig im Atelier in ihrer Wohnung in Schönbühl her. Manchmal näht sie ein besonderes Exemplar als «Schmuckstück» an ein T-Shirt.

Beruflich hat sie nichts mit Knöpfen zu tun. Sie ist gelernte Haushaltwarenverkäuferin und arbeitet heute als Reinigungskraft in einem Heim für Menschen mit einer Behinderung. Das Gestalten ist für Susanna Dürig ein Ausgleich zum intensiven Arbeitsalltag. Zusammen mit ihrem Mann fertigt sie noch Grusskarten an. Beides verkaufen sie auf Weihnachtsmärkten. Knöpfe haben für Susanna Dürig einen ganz besonderen Wert. Entsprechend sorgfältig bewahrt sie sie auf. Zehn Kisten voll, sortiert nach Material, lagern in ihrem Atelier.

Souvenirs und Erbstücke
Nicht alle Knöpfe verarbeitet sie zu Halsketten oder Broschen. «Es gibt Stücke, von denen kann ich mich nie trennen», sagt sie. Dazu gehören schwarze Knöpfe, verziert mit Silber. Diese hat ihr in den Griechenland-Ferien eine alte Frau geschenkt. Drei Knöpfe, die aussehen wie Fliegenpilze, hat sie von einer anderen Frau erhalten. Es sind Erbstücke deren Mutter. Knöpfe erzählen Susanna Dürig Geschichten und trösten sie:?«Wenn es mir nicht gut geht, dann schaue ich Knöpfe an. Ich frage mich dann, wer sie wohl getragen hat und woher sie stammen. So kann ich Stunden verbringen.» Einmal jährlich trifft sie sich mit anderen Mitgliedern des Schweizerischen Knopfclubs im Gwatt in Thun. Hier erfahre sie mehr über Material und Geschichtliches ihrer Sammelobjekte. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.03.2011, 16:32 Uhr

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