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Nicole Sterchis Rätsel ums «ü»

Von Andreas Seiler. Aktualisiert am 01.02.2011

«Du kannst es mit ue oder mit ü schreiben,» meint sie. «Es geht beides.» Es ist mir nicht ganz klar, worauf Nicole Sterchi hinaus will. Doch die 30-Jährige hält sich charmant zurück und lässt mich im Ungewissen. «Zugleich ist es auch mein Wohnort,» stichelt sie weiter.

«Kein braver Schnitt»: Nicole Sterchi freut sich mit der Coiffeuse und Bauersfrau Monika Brönnimann über ihre neue Frisur.

«Kein braver Schnitt»: Nicole Sterchi freut sich mit der Coiffeuse und Bauersfrau Monika Brönnimann über ihre neue Frisur.
Bild: Urs Baumann

Des Rätsels Lösung kristallisiert sich bei der Coiffeuse Monika Brönnimann an der Alpenblickstrasse 1 in Englisberg im Verlauf des Gesprächs nur langsam heraus. Nicole Sterchi und ihr Mann haben sich einen alten Traum erfüllt und den eigenen Bauernhof ob Gysenstein mit einem Hofbeizli erweitert. Der Hof mit seinen fünfzehn Kühen und entsprechend vielen Kälbern sei, wie hier bei ihrer Freundin auf dem Längenberg, mit einem prächtigen Panorama gesegnet, führt sie aus. Ihr Heimet throne über dem Aaretal und gewährleiste eine entsprechende Aussicht. Ideal für ein Lokal wie ihres, das viele Städter anziehe, um Feste zu feiern.

Die gebürtige Thunerin schildert, wie sie und ihr Mann seit zwei Jahren die Aufgaben in ihrem «Beizli» verteilt hätten: «Er ist für die Spezialität, das Fleisch, zuständig. Wenn der Raum durch Hochzeitsgesellschaften oder Festgemeinden vermietet ist, schmeisst mein Mann den Gästen ein feines Stück auf den Grill.» Oder er bereite je nach Saison das frische Fleisch als Geschnetzeltes vor, um den Hunger des Partyvolkes zu stillen. Die gelernte Drogistin hingegen liebt es, das Dessertbüfett zu kreieren: «Fruchtsalat, mindestens ein Gebäck, Mousse und eine Crème dürfen nicht fehlen. Das ist meine Leidenschaft. Selbstverständlich kreiere und verziere ich die Nachspeisen alle selber.» Die Beilagen bereiten sie meist gemeinsam vor. «Wenn es ums Karottenrüsten geht, kann es auch vorkommen, dass mein vierjähriger Sohn der Rüeblichef ist.» Der Nachwuchs ist also bereits in den Startlöchern. Dass sie sich wegen ihrer zwei Kinder weniger um die Tiere auf dem Hof kümmern kann als ihr Mann, kommt ihr gelegen. «Ich muss dann jeweils nicht gross Abschied nehmen von den Tieren, wenn sie den Gang zum Metzger antreten müssen.» Natura-Beef aus Eigenproduktion ist ob Gysenstein die Spezialität des Hauses.

«Wir besprechen jeweils die Menüs erst mit den Gästen. Nicht, dass falsche Erwartungen aufkommen. Wir sind keine gelernten Köche und führen kein Fünfsternehotel. Wichtig ist uns, dass die Besucher auf dem Hürnberg ein persönliches Ambiente vorfinden.» «Hürnberg?» frage ich. «Hürnberg! So heisst unser Hof», meint die 30-Jährige mit ihrer fröhlichen Art. «Im Internet geht beides, mit ue oder mit ü geschrieben.»

Mehr Infos auf: www.hürnberg.ch

Mit herzlichem Dank an Monika Brönnimann, Alpenblickstrasse 1, 3086 Englisberg. Tel. 031 819 66 71. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.02.2011, 16:58 Uhr

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