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«Mich interessiert beinahe alles»

Von Ursula Grütter. Aktualisiert am 14.02.2011

Etwas Neues entdecken, ausprobieren, nicht lockerlassen: Therese Beck aus Heimiswil liebt die Abwechslung, und vor ihren Händen ist nichts sicher. Im Atelier in Heimiswil erzählt sie von ihren Leidenschaften.

«Ich kann meine Kreativität voll ausleben.» Therese Beck in ihrem Kunstatelier in Heimiswil.

«Ich kann meine Kreativität voll ausleben.» Therese Beck in ihrem Kunstatelier in Heimiswil.
Bild: Walter Pfäffli

Wer von Heimiswil Richtung Busswil fährt, kommt irgendeinmal nach etlichen Kurven zur Käserei Blaumatt. Käse produziert wird hier längst nicht mehr. Doch leer stehen die Räume auch nicht. Sie sind das Reich von Therese Beck Leuenberger geworden. Hier stehen Gipsköpfe in Regalen, Bilder sind an die Wand gelehnt, und in einem der hinteren Räume ist ein Fotolabor eingerichtet. «Es ist schon ein Privileg, so viel Zeit und Raum zur Verfügung zu haben», sagt Beck. Sie könne ihre Kreativität voll ausleben und einfach das machen, was ihr Spass bereite. Kinder hat Beck keine, im KV-Bereich arbeitet sie längst nicht mehr. Fad ist ihr Leben dennoch nicht. Die 51-Jährige sagt von sich, dass sie manchmal ihre Energie kaum kanalisieren könne. Sie interessiere einfach beinahe alles.

Erinnerungsbelege

So mag sich Beck auch nicht auf ein einziges Hobby oder ein Kunsthandwerk festlegen. Mit der Kamera schweift sie durch die Hügel des Emmentals, schaut, staunt und fotografiert. Die Fotos bearbeitet sie am Computer weiter zu Jahreskalendern und Karten. Einige Bilder hat sie auch der Berner Zeitung für die Rubrik «Leserbild» zukommen lassen. Bei ihren Spaziergängen achtet die lebhafte Frau auf Details, schaut in die Ecken und unter Baumstrünke. «Fotos sind für mich wie Erinnerungsbelege», sagt Beck.

Erinnerungen verarbeitet Beck auch in ihren Gipsfiguren. Die Objekte tragen spanische Namen. Beck lebte mit ihrem Mann zehn Jahre in Lima, der Hauptstadt von Peru. Während ihr Mann seiner Tätigkeit als Lehrer nachging, besuchte Beck Kurse bei einer namhaften Künstlerin. In der farbenfrohen Andenstadt hat Beck den Umgang mit Wasser- und Ölfarben gelernt und sich von der Kursleiterin in die Welt der Bilder einführen lassen. Die Leidenschaft für Farben ist ihr bis heute geblieben. «Als Nächstes werde ich einen Kurs in Farbdesign belegen», erklärt Beck.

Spielerischer Umgang

Blickt man sich im Atelier der Frau um, fällt der Blick auch auf Steinhauerarbeiten. Sie habe früher einmal Kurse an der Schule für Gestaltung in Langenthal belegt, sagt Beck dazu. Als Perfektionistin habe sie aber die Tendenz, den Stein zu stark zu bearbeiten. Erst auf beharrliches Nachfragen fällt Beck etwas ein, das sie nicht interessiert: «Zeichnen ist nicht mein Ding», sagt sie. Bei ihren Aquarellen, Ölbildern und Drucken stünden die Farbe und der spielerische Umgang damit im Vordergrund. Bei einem Kaffee im Wohntrakt des Hauses wird schnell klar, dass Beck auch ein gutes Auge für eine gekonnte Inneneinrichtung hat. Überall sind Raritäten und Besonderheiten aufgestellt. «Sammlerin bin ich auch noch», konstatiert sie. Langweilig werde es ihr wirklich nie. Da seien ja auch noch der grosse Garten und der Haushalt, die Freunde und die Reisen in fremde Länder. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.02.2011, 16:58 Uhr

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