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In zwei Welten unterwegs

Von Yvonne Mühlematter. Aktualisiert am 25.02.2010

Seit sich Heidi Elisabeth Müller vor vier Jahren in einen Singhalesen verliebt hat, spielt sich ihr Leben zwischen der Schweiz und Sri Lanka ab. Mit dem Bau eines Hauses am Indischen Ozean hat sie sich ein zweites Standbein geschaffen.

Heidi Müller an der Aare im Marzili in Bern: Wasser habe in ihrem Leben schon immer eine wichtige Rolle gespielt.

Iris Andermatt

Rückzugsort und zweites Standbein: Das neu gebaute Apartmenthaus liegt direkt am Strand im Küstendorf Unawatuna.

Rückzugsort und zweites Standbein: Das neu gebaute Apartmenthaus liegt direkt am Strand im Küstendorf Unawatuna. (Bild: Heidi Müller)

Freund Priyanka Lakmal Lokuge hat dafür gesorgt, dass aus dem Traum  in Sri Lanka kein Albtraum wurde.

Freund Priyanka Lakmal Lokuge hat dafür gesorgt, dass aus dem Traum in Sri Lanka kein Albtraum wurde. (Bild: zvg)

Info-Box

Mehr Informationen über die zu mietenden Ferienwohnungen von Heidi Elisabeth Müller und den Strandort Unawatuna gibt es auf der Seite www.oneandonly-apartments.com.

Was an Heidi Elisabeth Müller sofort auffällt, ist ihre aufrechte Haltung, der offene Gesichtsausdruck und die sorgfältig aufeinander abgestimmte Kleidung. Die 45-Jährige, deren Handgelenke zahlreiche Armreife schmücken, spricht mit einer durchgehend klaren und ruhigen Stimme. Einzig ihre Augen beginnen zu strahlen, wenn sie von «ihrem Projekt» erzählt: einem Apartmenthaus mit Meerblick an der Südwestküste Sri Lankas. Wasser habe in ihrem Leben schon immer eine wichtige Rolle gespielt, berichtet Heidi Elisabeth Müller, die in Wangen an der Aare aufgewachsen war. «Im Sommer bin ich in der Schweiz ganz häufig am Wasser anzutreffen; sei es beim Zelten am Murtensee, beim Frühstücken im Muribad oder beim Schwimmen in der Aare.»

Hausbau im Eiltempo

2006 verschlug es Heidi Elisabeth Müller während einer fünfmonatigen Reise nach Sri Lan-ka, wo sie ihren zukünftigen Freund, den Singhalesen Priyanka Lakmal Lokuge, kennen lernte. Da sie sich beide sofort gemocht hätten, habe sie die verbleibenden drei Ferienmonate spontan in Sri Lanka verbracht, berichtet die Bernerin, die sich selbst als abenteuerlustig bezeichnet. Bereits nach kurzer Zeit sei die Idee entstanden, gemeinsam ein Ferienhaus mit zwei Wohnungen zu bauen.

Danach ging alles ganz schnell: Noch bevor Heidi Elisabeth Müller in die Schweiz zurückflog, erwarb sie mit ihrem Freund im ungefähr drei Autostunden von der Hauptstadt Colombo entfernten Küstendorf Unawatuna ein Grundstück direkt am Strand. Priyanka Lakmal Lokuge kümmerte sich um die zum Landkauf notwendigen Formalitäten und begann unmittelbar danach in der Funktion als Bauarbeiter und Architekt mit dem Hausbau.

Ähnliche Vorstellungen

Nach Ablauf ihrer Ferien verfolgte die Bernerin das Projekt grösstenteils von der Schweiz aus. Ihr Freund, mit dem sie sich auf Englisch verständigt, habe sie während dieser Zeit jeweils einmal jährlich in der Schweiz, sie ihn je zweimal im Jahr in Sri Lanka besucht. Von der Entwicklung der Bauarbeiten sei sie bei jeder Visite vor Ort positiv überrascht gewesen, sagt sie und schmunzelt: «Obwohl mein Freund und ich aus einem anderen Kulturkreis stammen, hatten wir beide eine ähnliche Vorstellung davon, wie das Ganze am Ende aussehen sollte.»

Traditionelle Einrichtung

Im vergangenen Dezember wurden die beiden Wohnungen fertiggestellt, die je für bis zu drei Personen Platz bieten und eine eigene Küche und ein eigenes Bad enthalten. Die Lampen und das Geschirr würden wegen des salzresistenten Materials aus der Schweiz stammen, die Holzmöbel hätten einheimische Schreiner hergestellt, beschreibt Heidi Elisabeth Müller den Ländermix der Inneneinrichtung.

In Zukunft solle das Haus mit eigenem Strand einerseits als Unterkunft für Gäste, andererseits aber auch als zweites Domizil für sie selbst dienen. Heidi Elisabeth Müller, die in Bern beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) arbeitet, sagt, sie könne sich im Moment zwar noch nicht vorstellen, nach Sri Lanka auszuwandern; der Gedanke daran gefalle ihr aber schon. «Mit zunehmendem Alter werde ich wohl mehr und mehr Zeit in Sri Lanka verbringen», sinniert Heidi Elisabeth Müller, die in der Gemeinde Köniz in einer Zweieinhalbzimmerwohnung lebt. Zwar würde sie rückblickend nochmals alles genau gleich machen; während der Bauphase habe sie aber einige schlaflose Nächte verbracht beim Gedanken an ihren spontanen Entscheid, mit wenig Sicherheiten und einem hohen finanziellen Aufwand weit weg von der Schweiz ein Haus zu bauen. Zu Beginn hätten auch ihr Freundeskreis und die Familie sehr kritisch reagiert.

«Jetzt, da das Haus fertig ist, beneiden sie mich fast ein bisschen», sagt sie mit einem Lachen. Und fügt dann hinzu: «Andere Leute geben ihre Ersparnisse für teure Autos aus, ich für ein Traumhaus an einem exotischen Ort. Wenn ich daran denke, wie oft ich schon glückliche Momente in Sri Lanka mit meinem Freund und unserem Haus erlebt habe, hat sich der Einsatz so oder so schon gelohnt.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.02.2010, 08:36 Uhr

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