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«Ich brauche die Abwechslung»

Aktualisiert am 26.04.2010

«Mein Ziel ist, dass wir das Ziel erreichen», sagt Martin Büttiker. Am Gigathlon in Thun (9. bis 11.Juli) wird der 47-Jährige für das BZ-Leser-Team sowohl im Lungern- wie auch im Thunersee die Schwimmstrecke absolvieren.

Seine «Stammbadi»: Im Parkbad Münsingen ist Martin Büttiker während der Sommermonate täglich anzutreffen.

Seine «Stammbadi»: Im Parkbad Münsingen ist Martin Büttiker während der Sommermonate täglich anzutreffen.
Bild: Christian Pfander

Laura Fehlmann (Bild: Andreas Blatter)

BZ-Team

«Wir fordern Sie heraus!»

Auch die Berner Zeitung BZ nimmt mit einem Team am Gigathlon teil. Redaktorin Laura Fehlmann aus Cressier wird am ersten Tag die Radstrecken (101 Kilometer) und am zweiten Tag das 3-Kilometer-Schwimmen im Thunersee absolvieren. «Letzteres ist eine Art Therapie für mich, denn eigentlich habe ich Angst vor dem Wasser», sagt die 55-Jährige, die erst vor einem Jahr gelernt hat zu kraulen. In diesem Jahr will Fehlmann, eigentlich eine Läuferin, zudem am GP Bern (22.5.) und zum zweiten Mal am Jungfrau-Marathon (11.9.) starten.

Die weiteren Mitglieder des BZ-Teams (Tanja Kammermann, Giuseppe Wüest) werden in den kommenden Wochen ebenfalls kurz vorgestellt. Bereits erschienen: Thomas Wälti (9.4.), Markus Liechti (16.4.).

Ob Schwimmen, Skifahren, Laufen, Velofahren oder Inlineskaten – ohne Sport wird es Martin Büttiker schnell langweilig. In dieser Saison war der 47-jährige Wichtracher 40 Mal auf der Skipiste anzutreffen. Der Schnee ist mittlerweile geschmolzen, ab sofort ist die Badehose wieder hoch im Kurs. Von Mai bis Oktober ist Büttiker täglich in der Badi anzutreffen, meistens im Parkbad Münsingen, «meiner Stammbadi», wie er sagt. «Am 1.Mai, wenn das Parkbad seine Tore öffnet, werde ich um 9 Uhr im 50-Meter-Becken anzutreffen sein», verrät er. Auch in diesem Sommer will Martin Büttiker dort täglich 1,5 bis maximal 4 Kilometer zurücklegen. «Dies ergibt pro Sommer rund 300 Kilometer», rechnet er uns vor.

Das Ziel ist das Ziel

«Der Gigathlon interessiert mich seit seiner Gründungszeit, von einer Teilnahme habe ich immer geträumt», sagt Martin Büttiker. Doch mitmachen wollte er eigentlich auch in diesem Jahr nicht, bis er den Aufruf in dieser Zeitung entdeckte. Da konnte er nicht mehr widerstehen – und war überrascht, als er ausgewählt wurde. «Ich dachte, dass die BZ ein Topteam zusammenstellt und ich deshalb keinen Platz in diesem finden werde.»

Gefragt nach den Zielen am Gigathlon sagt er: «Meine persönliche Zeit interessiert mich schon, die Rangierung des Teams hingegen ist sekundär – das Ziel ist das Ziel.» Er freue sich auch darauf, den Teamspirit zu spüren und die Begeisterung in der Bevölkerung.

Wirt in Wichtrach

So wie Büttiker im Winter prinzipiell das Hallenbad meidet, weil ihm dort das Bassin zu klein ist, so meidet er im Sommer auch den See. Die Schwimmstrecken im Lungern- und im Thunersee sind also auch für ihn eine Herausforderung. «Ich werde im Vorfeld sicher einmal ein Seetraining absolvieren.»

Viel mehr als das Schwimmen im See macht ihm die Neoprenpflicht zu schaffen. «Damit bin ich noch nie geschwommen, auch das muss noch geübt werden», sagt Büttiker, macht sich aber gleichzeitig auch Mut: «Meine Kollegen schwimmen mir jeweils regelrecht davon, wenn sie einen Neopren tragen.» Ohne Anzug und im 50-Meter-Becken schwimmt er den Kilometer zurzeit in 20 bis 21 Minuten. Offizielle Wettkampfzeiten gibt es von ihm keine. «Der Gigathlon wird mein erster Schwimmwettkampf sein.» Dafür hat er bereits Halbmarathons und mehrmals den GP Bern bestritten.

«Mit der Teamzusammensetzung bin ich absolut zufrieden, der Gigathlon scheint eine gute Sache zu werden», ist die Vorfreude gross. Als sich das Team vor kurzem traf, um Details zu besprechen und sich näher kennen zu lernen, amtete Büttiker als Gastgeber, allerdings nicht in seinem Zuhause in Wichtrach, wo er in einem renovierten Bauernhaus wohnt, sondern 500 Meter davon entfernt, in seinem «zweiten Zuhause». Martin Büttiker ist Wirt und führt das Restaurant Löwen in Wichtrach. «Wir wurden fein verköstigt», lobte Teammitglied Monika Marbacher.

Rippenbruch Ende März

Für das Fotoshooting mit der Berner Zeitung durfte Büttiker bereits vor der Saisoneröffnung seine ersten Längen im Parkbad Münsingen schwimmen. Dass er dazu in der Lage war, ist keine Selbstverständlichkeit, verunfallte er doch Ende März beim Skifahren. Unter anderem brach er sich dabei eine Rippe. «Ich bin auf meine eigene Lawinenschaufel gefallen», sagt er und kann mittlerweile darüber lachen. Ob er allerdings wie geplant als Gigathlonvorbereitung beim GP Bern starten kann, ist noch ungewiss.

Martin Büttiker ist ein Bewegungsmensch. In Münsingen aufgewachsen, startete er seine sportliche Karriere beim heimischen Fussballklub, später wechselte er zum Einzelsport. Seine Arbeitszeiten, Büttiker absolvierte eine Lehre als Koch, später eine Lehre als Kellner, verunmöglichten Teamsportarten. Mit 27 Jahren und nach einigen saisonalen Stellen bot sich ihm als 27-Jährigem die Möglichkeit, zusammen mit seiner Mutter das Restaurant Löwen in Wichtrach zu übernehmen. «Es war Liebe auf den ersten Blick», erinnert er sich. Seit sechs Jahren führt er den Löwen nun als alleiniger Geschäftsführer. «Das Schwimmen war und ist für mich der perfekte Ausgleich zum Beruf.» Büttiker braucht die Abwechslung, auch im Beruf. «Nur in der Küche arbeiten könnte ich nicht», sagt er. Deshalb serviert er auch regelmässig. «Ich brauche den Kontakt mit den Gästen.» Martin Büttiker ist ein geselliger Mensch, davon zeugt auch die Antwort auf die Frage, ob das Leserteam in der Lage ist, das BZ-Team zu bezwingen: «Unser Captain (Monika Buntschu, Anm. der Redaktion) hat gesagt: Ja», um dann aber noch anzufügen: «Klar spielt dieser Wettstreit im Hinterkopf ein wenig mit, doch ich freue mich auch darauf, mit meinem Team und den BZ-Leuten am Abend, nach den Wettkämpfen, in Ruhe ein Bier zu trinken.»

Die weiteren Mitglieder des Leser-Teams (Markus Schmidlin und Andreas Wenger) werden in den kommenden Wochen ebenfalls vorgestellt. – Bereits erschienen: Monika Marbacher (9.4.), Monika Buntschu (16.4.).

Erstellt: 23.04.2010, 16:36 Uhr

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