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Eine Frau blickt durch

Von Sonja Laurèle Bauer. Aktualisiert am 08.11.2010

Spannend: Yvonne Hänni verbrachte ihre Jugend mit Pier Hänni, Polo Hofer, Span, Sergius Golowin und vielen anderen, die irgendwann zur Schweizer Prominenz gehörten. So einiges, was Bern heute ausmacht, ist auch ihrem Engagement zu verdanken.

Mit offenen Augen durchs Leben: Yvonne Hänni machte Theater und Politik – heute kreiert sie Schmuck in ihrem Laden Talismania. (Beat Mathys)

Yvonne Hänni-Holmans Leben ist bunt wie ein Kaleidoskop. Interessante und prominente Menschen gehören dazu – sie selber blieb aber immer eher im Hintergrund. Ihre Mutter, Gerda Bötscher, war Mitte des vergangenen Jahrhunderts eine bekannte Berliner Schauspielerin. Ihr siebenbürgischer Vater trat 1944 in die US-amerikanische Armee ein, um so – die Soldaten wurden im Krieg nach Europa geschickt – seine im Krieg verlorene Familie zu suchen. Dadurch lernte er schliesslich Hännis Mutter kennen, die damals gerade mit Hardy Krüger drehte und ihre Ehe mit einem bekannten Regisseur beendet hatte. «Allein die Geschichte meiner Familie ist einen Roman wert», ist Hänni überzeugt.

Theater, Musik und Politik

Die heute 56-Jährige wurde in New Jersey geboren und lebt, seit sie knapp über 20 ist, in Bern.«Eines Tages befand ich mich, nach Reisen durch die Welt, auf dem Bärenplatz und wusste: In dieser Stadt will ich leben.» Wen wunderts bei solch einer inneren Überzeugung, dass Hänni gleichentags dem damaligen Manager der Musikgruppe Span über den Weg lief, welcher dem blond gelockten Hippiemädchen kurzerhand eine Wohngelegenheit anbot.

Auf die Bekanntschaft mit den Span-Musikern folgte diejenige mit Polo Hofer und den Rumpelstilzen. Durch Polos politisches Engagement lernte Hänni schliesslich auch Pier, ihren späteren Ehemann, kennen. Mitglieder der Familie Golowin kamen hinzu. «Viele Jahre spielten wir alle gemeinsam Theater und setzten uns so für unsere Interessen ein», sagt Hänni. So war sie auch bei der Gründung der «Härdlütli» zugegen. «Für deren Anliegen zeichneten wir Flugblätter, kopierten sie zigfach und verteilten sie in der Stadt.» Das Plakat der Stadtratswahlen von 1971 ist legendär: Darauf posieren Margrit Probst, Pier Hänni, Polo Hofer und Carlo Lischetti nackt – und sie wurden gewählt. Und, wer weiss es: Ohne die «Härdlütli» gäbe es heute vielleicht keine Berner Fastnacht, keine Strassenmusik, kein Kulturzentrum Reitschule, kein Bierhübeli und – keinen Bärenpark. Denn bereits vor mehr als dreissig Jahren lancierten die «Härdlütli» eine Petition für den «Bärenwald».

Goldschmiedin im Talismania

Heute, Jahre später, ist es kein bisschen ruhiger in Hännis Leben. Die Tierliebende hat einerseits im Lauterbrunnental gerade das Plattenweidli, eine hübsche Alphütte, zum Vermieten renoviert. Anderseits hat die Ex-Frau von Pier Hänni und Mutter der gemeinsamen Kinder Jasmina, Danijar und Elora vor kurzem am Falkenplatz in Bern einen neuen Laden eröffnet. Im Talismania stellt sie unter anderem Schmuck nach astrologischen Richtlinien her. «Dies ist meine Spezialität», sagt die Goldschmiedin, die ihr Handwerk einst in Griechenland erlernte und die einigen Bernern noch aus alten Münstergasse-Stärnelädeli-Zeiten ein Begriff sein müsste. «Meine bunte Lebenserfahrung und die Liebe zur Sache lasse ich selbstverständlich gern in mein Handwerk einfliessen.»

Infos: www.talismania.ch Alphütte: plattenweidli@gmx.ch

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.11.2010, 09:14 Uhr

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