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Coiffeurtalk 7: Wer ist Marianne Brönnimann?

Von Andreas Seiler. Aktualisiert am 28.06.2010

Coiffeurwechsel. Vom Mattequartier (Coiffeurtalk 4-6) ziehe ich mit der Videokamera nach Bümpliz zum Italiener Mario Minerva und seinem Coiffeurgeschäft «Immagine».

Mediterrane Stimmung in Bümpliz: Im Coiffeursalon «Immagine» lässt sich Marianne Brönnimann  von Sandra Pellegrino ihren gewünschten rassigen Schnitt verpassen.

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Die Frau, die für eine Stunde vor der Kamera sitzt, heisst Marianne Brönnimann, wohnt in Flamatt und ist 67 Jahre alt. Sie will ihren Haaren von Marios Mitarbeiterin Sandra Pellegrino einen rassigen Schnitt verpassen lassen: «Ich kann dann am Morgen einfach mit dem ‹Rechen› durchfahren, schnell und unkompliziert.» Wie kommt es, dass jemand aus Flamatt mitten im Quartier von Bümpliz zum Coiffeur geht, frage ich. «Ich bin in Bümpliz in die Schule gegangen und habe im Quartier auch meinen Mann kennen gelernt.» Sie ist nach dem Umzug nach Flamatt wieder hier gelandet und hat im «Immagine» alte gemeinsame Freunde wiedergefunden. «Ich war von Anfang an wohl an diesem Ort. Hier werden, neben dem Haareschneiden, auch Kochrezepte ausgetauscht, Reisen gebucht, Taschen et cetera verkauft und Arbeit vermittelt. Es ist wie in einer grossen Familie.» Und mit der Italianità von Mario und Sandra komme die spontane Art noch mehr zur Geltung. Sie gerät ins Schwärmen, so dass ich sie für weitere Fragen unterbrechen muss.

Die Mutter zweier erwachsener Töchter hat mit ihrer Familie in einem alten Bauernhaus ihrer Verwandten in Ittigen gewohnt. Das sei, trotz wenig Komfort, eine gute Zeit gewesen, aber arbeitsintensiv – mit 38 Fenstern zum Putzen, der grossen Rauchküche und viel Umschwung. Später hat die Familie Brönnimann 27 Jahre in Schüpfen gelebt. Heute ist die gelernte Telefonistin und Restauratorin Grossmutter und findet, die beiden Töchter und ihre vier Enkelkinder seien «guet usecho» und die Schwiegersöhne feine Menschen. «Wir habe Freude an ihnen. Sie sind alle nicht langweilig.» Sie findet auch ihren Mann einen Schatz: «Er ist gross, zackig, sportlich und ein lieber Mensch.» Im Vergleich zu ihrem Ehemann sei sie sportlich eine «faule Zwetschge». Sie beschäftige sich lieber mit Wortakrobatik: «Ich habe immer Geschichten geschrieben und in zwei Mundartbüchern veröffentlicht.» Als sie ihren Mann kennen lernte, hätte sie ihn sofort von seinem Zwillingsbruder unterscheiden können, wegen seiner speziellen Ausstrahlung. Selbst seine Mutter habe Schwierigkeiten gehabt, ihre beiden Söhne auseinanderzuhalten. Ein Haarbüschel hängt an ihrer Augenbraue. Aber das scheint die lebhafte Rentnerin nicht zu stören. Sie erzählt munter weiter: «Ein philippinischer Heiler hat mich einmal eingeladen und in seine Arbeit eingeführt.» Sie und ihr Ehemann sind beide fasziniert von der Welt der mentalen Kräfte. Sie selber hat sehr früh spezielle Erlebnisse mit unsichtbarer Energie gehabt. So könne sie mit der Hand bei einem Auto ein defektes Teil präzise orten , oder sie sei bei einem Besuch in einer Moschee in Kairo aus ihrem Körper ausgetreten und habe so die Stadt von oben gesehen. Sie ist überzeugt, dass die Menschen solche speziellen Fähigkeiten zu wenig nutzen. Wie sich denn ihr Bewusstsein mit dieser Fähigkeit verändert habe, frage ich. «Man lebt bewusster. Der Umgang mit der Natur wird intensiver und respektvoller.» Ihr ist klar, dass diese Eigenart nicht alle Leute verstehen: «Die meisten von ihnen brauchen handfeste Beweise für Dinge, die man nicht sieht, sonst glauben sie nicht daran, obschon Naturvölker diese Kräfte schon ewig nutzen.» Marianne Brönnimann und ihr Mann hingegen finden keine Grenzen – alles ist eins.

Mit bestem Dank an: Mario Minerva und Sandra Pellegrino vom Coiffeurgeschäft «Immagine» in Bümpliz.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.06.2010, 17:42 Uhr

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