Coiffeurtalk 3: Wer ist Jeannine Kämpfer?
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Von Katzen im Bett und Mäusen im Klavier (Video: Andreas Seiler)
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Von Sackgeld, Schleckzeug und Schlafen. (Video: Andreas Seiler)
Mit Freude und freiwillig, wie sie betont. All dies erfahre ich jedoch erst, nachdem ich den Coiffeurladen am Zibelegässli in Bern betreten und die Kamera vor die 11-Jährige (mit bereits gewaschenen Haaren) aufgestellt habe. Mutter und Schwester der 5.Klässlerin sitzen im Hintergrund. Wie bereits im Coiffeurtalk 1 mit Kathrin von Gunten und im Coiffeurtalk 2 mit Christoph Herren hat die Coiffeuse Melanie Clerc, Teilhaberin der Coiffure Studio 7 GmbH, ihre Wahl alleine getroffen (siehe BZ vom 22. März und 3. April).
Wie ihre Frisur nach dem Coiffeurbesuch aussehen solle, will ich als Erstes wissen. Die Antwort auf meine Frage kommt kurz, prägnant und wie aus der Pistole geschossen. Jeannine Kämpfer will nur die Spitzen schneiden. Und – es sei gar nicht so lange her, seit sie das letzte Mal beim Coiffeur gewesen sei. Eine blaue Strähne habe sie sich mal einflechten lassen. Gefärbt habe sie sie noch nie. Sie ist zufrieden mit ihren Haaren, obwohl die Mutter aus dem Hintergrund meint, es sei schade, dass sie nicht deren lockigen Haare geerbt habe. Als Geschäftsführer einer eigenen Firma hat ihr Vater Jeannine versprochen, dass sie für jede Erwähnung des Firmennamens zwei Franken für das Sparschwein erhalte. Ich muss Jeannine enttäuschen, Schleichwerbung machen wir keine. Sie darf ihn jedoch vier Mal hintereinander in die Kamera sagen (siehe Video: Teil 5). Wir lachen, während Melanie Clerc mit der Schere flink an Jeannines Haarspitzen herumschnipselt.
Daheim in Frauenkappelen hat Jeannine ein eigenes Zimmer. Es ist praktisch eingerichtet, mit einem Spiegelschrank, wo sie «so Zeugs» verstauen könne. «Was für Zeugs», frage ich. «Schminkzeug», antwortet sie schnell. Ihr Lieblingsfach in der Schule ist die «Pause». Aber jetzt sind Ferien, also frage ich nach den Ferienplänen. «Wir wollten eigentlich nach Hamburg. Meine Schwester will aber nicht fliegen, deshalb bleiben wir zu Hause.» Was macht Jeannine in den drei Wochen Frühlingsferien? Spielen und sich langweilen. Spielen tut sie am Liebsten draussen mit ihren Freunden, Ballspiele und so. Viel Fernsehen schaue sie eigentlich nicht, nicht jeden Tag auf jeden Fall. Und wenn, dann Serien. Barbies seien für sie nie ein Thema gewesen, eher ein Traktor. Traktor? Der ist auf einer Lieblingsseite in einem ihrer Bücher abgebildet. Der Traktor habe sie fasziniert, als sie noch klein war. Ich frage Jeannine nach ihrem Spielzeug. Sie zählt auf: ein Velo, Inlineskates, ein Trottinett, einen Nintendo und Tinky, Minky und Tapsi, drei Katzen. Monatlich erhält sie einen Batzen Sackgeld. Einen Teil davon gibt sie für Süssigkeiten aus. Das liebe sie, wie sie besonders betont. Ansonsten spare sie das Geld. Für was? Spontan fällt ihr nichts ein. Materielle Träume habe sie momentan keine. Die typische Frage eines Erwachsenen: «Was willst du denn mal werden?», beantwortet sie mit: «Das weiss ich nicht. Früher habe ich mal Tierärztin werden wollen, aber heute?»
Die Sommerferien sind bereits geplant. Mit einem gemieteten Wohnwagen will die Familie nach Südfrankreich. Ob sie denn gerne so lange Auto fahre, frage ich. «Geht so, eher weniger», gibt sie zur Antwort und schüttelt ihre frischgefönte Frisur. Filmplayer hinten an den Vordersitzen im Auto wären doch was, um die Reise zu verkürzen, sinniere ich. «Ja, aber das haben wir nicht. Das wäre lustig», meint Jeannine Kämpfer und schielt verstohlen zu ihrer Mutter hin. Ob sie sich mit ihrer Schwester auf einen Film einigen könnte? «Ja, ja. Ich glaube schon», meint die frisch Frisierte rasch. Sie habe oft Streit mit der jüngeren Schwester, aber warum wisse sie eigentlich nicht. Es seien wohl Kleinigkeiten. Schnell kommt auch die Antwort auf die Frage nach ihrem Lieblingsessen: «Fleischchügeli und Nudeln». Sind die von der Mutter gekochten die besten? «Ja! Aber eigentlich spielt es keine Rolle, ich habe sie einfach gern.»
Mit bestem Dank an: Susanna Eicher und Melanie Clerc, Coiffure Studio 7 GmbH. Mehr Infos dazu auf: www.studio7.ch
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.04.2010, 17:30 Uhr
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