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Die Bärenmutter von Stettlen

Von Christian Werder. Aktualisiert am 11.09.2011

Erika Schmid hat ein ganz spezielles Hobby: Sie sammelt Bärenskulpturen aus Holz. Vor ihrem Haus hat sie einen privaten Bärenpark eingerichtet.

Unter Bären: Erika Schmid mit verschiedenen Exemplaren ihrer stattlichen Sammlung.

Unter Bären: Erika Schmid mit verschiedenen Exemplaren ihrer stattlichen Sammlung.
Bild: Urs Baumann

Mitten auf der Wiese steht er: Urs, drei Meter hoch, ein Brocken von einem Bär. Aber Angst muss man keine haben vor ihm. Denn er ist geformt aus dem Holz einer Douglastanne. 600 Kilo wiegt das Ungetüm. Auch Sämi, der etwas weiter vorne gemütlich herumzutrotten scheint, ist ein stattliches Exemplar. Ja, und dann wären da noch Sara, Meieli, Pfüderi, Mutzli und, und, und.

13 Bärenskulpturen versammeln sich auf dem Rasen und im Eingangsbereich der Liegenschaft von Erika und Ulrich Schmid an der Oberdorfstrasse in Stettlen. Die kleinste ist gerade mal 15 Zentimeter hoch und die grösste – ja, das ist natürlich der Urs. Alle sind sie aus massivem Holz gefertigt, Plastikkitsch trifft man nirgends an.

«Ich war immer ein Bärenfan»

Erika Schmid hat sich mit dieser Sammlung einen Traum erfüllt. «Ich war schon Zeit meines Lebens ein grosser Bärenfan. Bären faszinieren mich ganz einfach», erzählt die 60-Jährige. Schon seit Jahren befasst sie sich mit dem Wesen der Bären, liest und sammelt wissenswerte Beiträge zum Thema und engagiert sich auch ganz konkret für Meister Petz. Im alternativen Bärenpark Rippoldsau-Schappbach im Schwarzwald hat sie beispielsweise die Patenschaft für sechs Bären übernommen. Bären, die zuvor ein Dasein unter äusserst schlechten Bedingungen fristen mussten. Regelmässig reist Erika Schmid in den Schwarzwald, bringt Futter mit und schaut, wie es den Tieren geht.

«Sie geben mir Kraft»

Aber wie kam sie schliesslich dazu, Holzbären zu sammeln? «Das begann vor sechs Jahren», erinnert sie sich. «Per Zufall sah ich an einer Messe einen kleinen Bären des Holzkünstlers Paul Kohli. Ich kaufte die Bärenfigur. Und dann hat es mich so richtig gepackt.»

Regelmässig kamen ab jenem Zeitpunkt neue Skulpturen von Paul Kohli aus Rüschegg-Gambach hinzu. «Für mich sind das nicht bloss tote Holzfiguren. Ich habe eine echte Beziehung zu jedem einzelnen Bären», sinniert Erika Schmid. Und: «Sie geben mir Kraft.» Erika Schmid spricht in diesem Zusammenhang kurz ihre äusserst schmerzhafte und nicht heilbare Rheumaerkrankung von Weichteilen an.

Bis heute hat die Bärenmutter von Stettlen rund 20000 Franken für ihr Hobby ausgegeben. Ganz schön kostspielig. «Das stimmt schon. Aber ich konnte es zum Glück mit etwas geerbtem Geld mitfinanzieren», erklärt Erika Schmid. Und im selben Atemzug betont sie: «Ganz wichtig ist für mich auch, dass mein Mann meine Freude an den Bären teilt.» Eine Freude, die bei jedem Satz über die Bären spürbar wird. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.09.2011, 17:49 Uhr

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