BLS-Sicherheitsdienst: «Eine ruhige Stimme bringt viel»
Von Wolf Röcken. Aktualisiert am 11.08.2011 1 Kommentar
«Isch äch öppis passiert?», fragt die ältere Frau ihre Sitznachbarin. «Ou, Action. Si si sicher am Schlegle», sagt der Jugendliche aufgeregt zu den Kollegen im Abteil. «Nei, das isch dänk e Kontroue», meint sein Gegenüber.
Neu mit Uniformen
Alle liegen sie etwas daneben, und passiert ist in dem Sinn auch nichts. Aber Alex S. und Bettina I.* ziehen die Blicke eben auf sich, wenn sie durch den Zug gehen. Die beiden sind Security-Mitarbeiter der BLS und an diesem Morgen zwischen Bern und Thun auf Patrouille. Seit zwei Monaten tragen die BLS-Securitys Uniformen, vorher waren sie zivil unterwegs. «Es ist praktischer mit den Uniformen, jetzt sind wir klar als Security erkennbar», sagt Bettina I. 20 Personen stehen bei der BLS im Bereich Sicherheit im Einsatz. In den meisten Fällen sind es Mitarbeiter, die erst die einjährige Ausbildung zum Zugbegleiter absolvierten. Von einem früheren Polizeimitarbeiter wurden sie dann ebenfalls in einem Jahr intensiv zum Thema Sicherheit geschult.
«Wir sind für das Wohlbefinden der Passagiere vom Ein- bis zum Aussteigen verantwortlich», sagt Alex S. Das geht so weit, dass sie Passagieren sogar den Türknopf drücken. Hauptsächlich versuchen sie, mit ihrer Präsenz Vandalismus vorzubeugen und zu schauen, dass die Zugordnung eingehalten wird. «Eine ruhige Stimme bringt viel», sagt Bettina I. Meist sind sie zu zweit unterwegs, wenn möglich Mann und Frau. An Frauen mangelt es aber.
Pfeffergel und Handschellen dabei
Am meisten zu tun haben die Patrouillen in den Spätzügen von Donnerstag bis Sonntag, etwa mit betrunkenen Jugendlichen. Kommt es zu brenzligen Situationen, rufen sie die Kantonspolizei, selber haben sie Pfeffergel und Handschellen dabei. Aber auch tagsüber sind die Securitys unterwegs. «Das erhöht das Sicherheitsgefühl bei Leuten, die nicht nur spätabends Zug fahren», sagt Alex S. Vor allem Familien würden sich oft bedanken, so Bettina I. Wenn sie gefragt werden, beantworten sie auch Fragen nach dem Zugtempo oder der Anzahl Plätze. In der Ausbildung haben sie auch das gelernt.
Einige Passagiere reagieren erstaunt, dass die BLS einen eigenen Sicherheitsdienst hat. «Das ist ganz bewusst so», sagt Stephan Bärtschi, Leiter Security und Events. Bei der BLS sei man der Meinung, dass man den Sicherheitsbereich nicht auslagern sollte. Die BLS-Security wurde Anfang 2011 gegründet.
* Die Namen der Security-Mitarbeiter werden nicht bekannt gegeben und sind hier deshalb geändert. (Berner Zeitung)
Erstellt: 11.08.2011, 11:56 Uhr
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"c'est le ton qui fait la musique": ein freundlicher, zuvorkommender sicherheitsdienst schafft eine gehobene reise-atmosphäre. zusätzliche sicherheit im zug beruhigt sowohl passagiere, wie auch lokführer. der kluge reist im autozuge (durch den lötschberg-simplon). Antworten

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