Zweiteiler, mehr Stress

Zweiteiler sind der neuste Fernsehtrend. Weder Film, noch Serie: Der Serienjunkie kann mit «Gotthard» & Co. nicht viel anfangen.

Zweiteiler wie «Gotthard» sind für einen waschechten Serienjunkie anstrengend.

Zweiteiler wie «Gotthard» sind für einen waschechten Serienjunkie anstrengend. Bild: zvg/SRF

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Da stand ich also im hippen Modeladen im hippen Berner Quartier und hielt dieses wahnsinnig warme, kuschlige Etwas aus Strick in den Händen. Ich wollte es unbedingt haben, denn es versprach mich warmzuhalten während kalter Wintertage. Nur: Ich wusste nicht, was es war. Schliesslich musste ich mich für eine Handhabung entscheiden und steckte meinen Kopf durch die enge Öffnung, rückte das Flauschigding zurecht und begutachtete das, was ich als Alpaka-Halskrause identifiziert hatte, im Spiegel. «Das ist ein Stirnband», sagte die Verkäuferin süffisant. Ich legte meinen kleinen Wintertraum verlegen zurück.

Nennen Sie mich konservativ, aber ich weiss gerne auf den ersten Blick, was etwas ist. Ein Schlauchschal oder ein Stirnband. Süss oder scharf. Ein Film oder eine Serie. Entsprechend schwer tue ich mich mit dem Format des Fernsehzweiteilers. Eben lief die SRF-Erfolgsgeschichte «Gotthard», und die Qualität ist unbestritten. Aber mich persönlich hauen Zweiteiler nicht vom Hocker und erst recht nicht vor den Fernseher. Ein Film ist eine Entscheidung. Ich setze mich zwei Stunden hin und lasse mich auf diese eine Geschichte ein. Danach ist Sense, und das ist meistens auch gut so. Serien auf der anderen Seite lasse ich gerne einfach mal laufen – ohne immer genau hinzuschauen. Im schlimmsten Fall verpasse ich eine Episode, aber dann kommt schon die nächste, und irgendwie lässt sich der Handlung immer folgen.

Kommt nun das Zeitalter der Zweiteiler? Nach «Gotthard» hat SRF ein Projekt der Regisseurin Bettina Oberli über Banken im Köcher, das einst als Serie geplant war. Das bedeutet für mich entweder mich zweimal hinsetzen oder die Hälfte verpassen. Da kann ich auch gleich ein Stirnband als Augenklappe tragen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.12.2016, 17:43 Uhr

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