Unter Strom ab dem Jahre 2010
Von Roger Martin. Aktualisiert am 24.02.2009 5 Kommentare
Power-Anzeige statt Drehzalmesser.
Angekündigt wird viel im Bereich Elektrofahrzeuge, gezeigt jedoch nur wenig. Und ausser einigen Prototypen kann man schon gar keine fahren. Das war auch bei Mitsubishi so – bis jetzt. Doch nun kommt der i-MiEV (Mitsubishi innovative Electric Vehicle oder auf deutsch: Mitsubishis innovatives Elektromobil). Das Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen-Akkus soll bereits ab Mitte 2009 in Japan und anderen Ländern mit Rechtslenkung in Serie auf die Strassen kommen, ab 2010 auch in der Schweiz und im Rest der Welt. Bis dahin werden rechtsgelenkte Vorserienfahrzeuge in verschiedenen Flottenversuchen erprobt. In der Schweiz organisiert die MM Automobile Schweiz AG in Zusammenarbeit mit Energieversorgern sowie Hoch- und Fachschulen Praxistests, technische Abklärungen und Präsentationen für regionale Behörden und Firmen.
Offene Fragen
Noch sind einige Schweiz-spezifische Fragen bezüglich Elektromobilität nicht beantwortet. Die BKW (Berner Kraftwerke) interessieren laut ihrem Direktionspräsidenten Kurt Rohrbach vor allem die Auswirkungen auf die Stromversorgung in der Schweiz: Entsteht eine höhere Nachfrage? Wie werden zukünftig die Netze belastet? Ist es möglich, die Fahrzeugakkus als Speicher im Netz zu nutzen? Wie sehen die Ladekonzepte aus? Brauchen wir andere Hausanschlüsse, spezifische E-Tankstellen, Parkplätze mit Netzanschluss?
Die Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule und der Hochschule Luzern soll helfen, diese Fragen zu beantworten. Beiden Instituten wird ein i-MiEV eine Woche für intensive Studien zur Verfügung gestellt.
Aufgaben für Berner
Die Schwerpunktaufgaben an der Berner FH beschreibt Michael Höckel, Professor für Energiesysteme, folgendermassen:
1. Vermessung des Antriebskonzeptes unter Normbedingungen (ECE-Rollenzyklus). Aufnahme von Leistungsdaten und Energieverbrauch. Auswertung und Darstellung von Stromverbrauch, Energiekosten, Energieeffizienz, CO2-Emissionen und Vergleich mit anderen Elektro- und Hybridfahrzeugen.
2. Auswirkung auf das Stromverteilnetz am Anschlusspunkt und Extrapolation der Ergebnisse bei Anschluss einer grösseren Anzahl von Elektrofahrzeugen.
Luzerner testen
«Wir werden den i-MiEV im Schweizer Alltagsbetrieb und im Zusammenspiel mit der Gebäudeinfrastruktur als Gesamtsystem durchleuchten», sagt Vinzenz V. Härri, Leiter Technik und Architektur der Hochschule Luzern:
1. Welche täglichen Bedürfnissen können im Schweizer Alltag abgedeckt werden (CH-Topografie, Pendler-Fahrzyklus etc.)?
2. Wie bewerten Testfahrer den Komfort, die Handhabung, das Aufladen, die Instrumentierung bezüglich Reichweite?
3. Wie gross muss eine Sonnenkollektoranlage sein, um 10'000 km im Alltag zu bewältigen.
Die Fragen zum Fahrzeug selbst sind immer die gleichen: Was kostet es, ab wann kann ich es kaufen, ist es sicher, wie weit komme ich, bis ich wieder nachladen muss?
Bezüglich einiger Fragen verweisen wir auf den Importeur: Mit Staatshilfe kostet das Auto in Japan unter 30'000 $, in der Schweiz ist es ab 2010 erhältlich, und ja, er hat den japanischen Crashtest bestanden. (Automobil Revue)
Erstellt: 24.02.2009, 12:48 Uhr
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5 Kommentare
Erdöl wird knapp. Dann halt Strom. Strom wird knapp. Dann halt Atomkraft. Geld für neue AKWs hats keines. Dann halt Biomasse-Energie. Das Wasser dafür reicht nicht.... Die Krise wegen den Schulden bei der Natur wird deutlch grösser sein als die jetzige. Und das Privatauto eine sehr kurze Episode in der Geschichte der Menschheit. Antworten
Endlich! Zur breiten Einführung von Elektro-Autos müssen allerdings zwingend eine konsequente und wirksame Förderung von Fotovoltaikanlagen und ein verantwortungsbewussterer Umgang mit der individuellen Mobilität gehören. Spätpubertäre, die das Auspuffsröhren und den Fahrspass vermissen, sollte man nach einem kurzen mitleidigen Grinsen ignorieren, sie sind einfach zu lächerlich und unbelehrbar. Antworten
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