Opel braucht positive Schlagzeilen
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Zum Genfer Salon Anfang März rückt die GM-Tochter deshalb die Studie Flextreme GT/E ins Rampenlicht und zeigt mit einem ebenso leidenschaftlichen wie leistungsstarken Coupé-Konzept, dass alternative Antriebe auch in der Oberklasse Platz haben.
«Dieses Auto gewährt einen Blick in die Zukunft von Opel», sagt Frank Weber, der in Detroit den Chevrolet Volt entwickelt hat und seit ein paar Wochen die strategische Unternehmens- und Produktplanung von Opel leitet: «Mutig, ausdrucksstark und hoch effizient steht dieser Flextreme GT/E für unsere Produktstrategie, die für alle künftigen Modelle – egal ob gross oder klein – und für alle Marktsegmente gilt.»
Bis zu 60 Kilometer mit Strom
Wie der vergleichsweise biedere Ampera fährt deshalb auch der immerhin 4,70 Meter lange Flextreme mit einem Elektromotor, der seinen Strom aus einem Lithium-Ionen-Akku holt, den man auch daheim an der Steckdose laden kann. Erst wenn der Batterie nach bis zu 60 Kilometern «der Saft» ausgeht, startet automatisch ein kleiner Benziner, der allerdings nie die Räder antreibt. Ständig im idealen Betriebspunkt gehalten und mit konstanter Drehzahl betrieben, hält er einen Generator auf Trab, der wie ein Notstromaggregat während der Fahrt den Akku lädt.
Damit sinkt in der Berechnung von Opel der Verbrauch auf kaum mehr als 1,5 Liter, und der CO2-Ausstoss fällt unter 40 g/km. Und anders als bei reinen Elektroautos muss niemand Angst vor dem Ende der Reichweite haben: Sie liegt, dem Benzintank für die bordeigene Stromfabrik sei dank, bei mehr als 500 Kilometern.
Dieses Antriebskonzept wird es ziemlich genauso schon Ende nächsten Jahres im Opel Ampera zu kaufen geben. Was den Flextreme von der kompakten Stufenhecklimousine unterscheidet, sind das Format und die Fahrleistungen. Denn die Studie ist nicht nur eine halbe Nummer grösser als der Volt, sondern auch schneller. So soll sie 200 km/h schaffen.
Luftleitbleche helfen beim Sparen
Möglich machen das der konsequente Leichtbau, für den Opel viel Karbon und Aluminium genutzt und so bei einzelnen Komponenten bis zu 40 Prozent Gewicht gespart hat, sowie die ausgefeilte Aerodynamik. Als wäre der elektrische Keil nicht schon windschnittig genug, haben die Ingenieure deshalb zum Beispiel hinten an der Flanke zwei seitliche Luftleitbleche montiert, die bei Tempo 50 automatisch ausfahren und so Verwirbelungen am Heck verhindern. Ausserdem wurde der Unterboden geglättet und auf den Felgen transparente Verkleidungen montiert. So sinkt der Luftwiderstand auf 0,22 und macht den Flextreme zu einer der schnittigsten Studien von Genf.
Nachdem mit Mark Adams in Rüsselsheim ein neuer Designchef Einzug gehalten hat, ist der Flextreme das erste Auto, das komplett aus seiner Feder stammt und die schon bei Astra und Insignia penetrierte Idee des Zusammenspiels von «skulpturhafter Eleganz» und «deutscher Präzision» auf die Spitze treibt. Alle Flächen sind deshalb noch weiter ausmodelliert, alle Kanten noch schärfer geschnitten und neuen Design-Insignien von Opel werden stärker betont: Deshalb strahlen die Scheinwerfer mit ihren typischen Lichthaken nun mit LED-Technik, deshalb wird aus der sichelförmigen Sicke auf der Flanke fast eine Kieme, und deshalb trägt das Heck eine noch markantere Bügelfalte.
Lichtsensoren statt Türgriffe
Dazu gibt es ein paar stilistische wie technische Neuerungen wie die optisch durchbrochene C-Säule, über das das flache Dach des Flextreme förmlich zu schweben scheint, die weiterentwickelten Portaltüren des Meriva und die Lichtsensoren in den Fenstern, die den Zustieg des Fahrers erkennen, die Türen öffnen und die wenig windschnittigen Griffe an den Flanken überflüssig machen.
Ebenfalls neu ist das intelligente Glasdach, das fester Bestandteil im Klimakonzept für den Wagen ist. Denn im Winter lässt es automatisch die wärmenden Sonnenstrahlen herein, während es sich im Sommer von alleine tönt und so die Hitze aussperrt. Alles nur Spielerei? Nicht wenn man es Ernst meint mit der elektrischen Effizienz. Sonst braucht man den Akku für Klima, nicht für die Kilometer. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.02.2010, 13:52 Uhr
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