Bereit für den grossen Auftritt

Der winzige Stadtfloh trumpft in der rein elektrisch angetriebenen Version gross auf. Wir fuhren im neuen Smart Fortwo Electric Drive durch Miami.

Elektrisch noch besser: Der neue Smart Electric Drive überzeugte bei der ersten Kontaktaufnahme. Bei uns kommt er allerdings erst im Herbst 2017.

Elektrisch noch besser: Der neue Smart Electric Drive überzeugte bei der ersten Kontaktaufnahme. Bei uns kommt er allerdings erst im Herbst 2017. Bild: zvg

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Miami Beach. Ocean Drive. Key Biscane. Klingende Namen – und eine stimmige Kulisse für die ersten Testfahrten im neuen Smart Fortwo Electric Drive.

Zwar sind hier die meisten Fahrzeuge so gross, dass sie den winzigen Zweiplätzer locker in den Kofferraum oder auf die offene Ladefläche packen könnten, und das Umweltbewusstsein beschränkt sich meist auf einen Organic Life­style, hinter dem oft nicht mehr steht als die Etikette.

Doch der vorwitzige Smart sticht umso mehr heraus, und er ist bereit für den grossen Auftritt. Strandschönheiten lächeln ihm nach, Bauarbeiterrecken den Daumen, Passanten schauen amüsiert und auch verdutzt – schliesslich gibt der ungewohnte Winzling noch nicht einmal Motorgeräusche von sich.

Kommt gut an

Tatsächlich erhofft sich die Daimler-Tochter, mit dem kleinen Smart im grossen US-Markt weitere Anteile ergattern zu können. Und natürlich wäre es schön, wenn darunter auch einige rein elektrisch betriebene Fahrzeuge wären – doch noch sieht die amerikanische Realität anders aus.

Auch in Europa und in der Schweiz sind die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen noch äusserst bescheiden – doch der Marktanteil wird kräftig wachsen, davon zumindest sind die Marktforscher und somit auch die Autohersteller überzeugt.

Doch zurück nach Miami Beach, wo wir im neuen Smart Electric Drive durch die Innenstadt, über zehnspurige Highways, entlang Küstenboulevards und durch das eindrückliche Künstlerviertel Wynwood sausen.

Er fährt sich sehr angenehm, so unser erster Eindruck. Von der enormen Agilität, dem fantastischen Wendekreis von unter 7 Metern, den erstaunlichen Platzverhältnissen im Innern und vom gelungenen Design waren wir ja schon vorher überzeugt, und der Elektroantrieb scheint den Winzling noch besser zu machen.

Es wird übrigens die gesamte Modellpalette als Electric Drive geben, also auch das zweiplätzige Cabriolet und den Vierplätzer Forfour.

Das volle Drehmoment von 160 Newtonmetern steht aus dem Stand zur Verfügung – da lässt man an der Ampel manch grob motorisierte Benzinschleuder stehen. Zumindest auf den ersten Metern.

Die intelligente Rekuperation, die mittels Radar stetig den Abstand zum vorausfahrenden Auto misst und in fünf Stufen immer so Energie zurückgewinnt, wie es gerade am sinnvollsten ist, trägt zum entspannten Cruisen bei. Der Smart istohnehin ein Stadtauto, und mit einer Normreichweite von 160 Kilometern ist die elektrischeVariante dafür absolut geeignet, wenn auch in der Realität die Reichweite klar kleiner sein wird.

Schnell geladen

Die Lithium-Ionen-Batterieeinheit, bestehend aus 96 Zellen, ist in der Fahrzeugmitte unter den Sitzen platziert – das spart Platz und sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und somit für eine gute Balance des Fahrzeugs.

Das Aufladen dauert übrigens gar nicht mehr so lange: An der Schnellladestation werden 80 Prozent der Akkus in nur 45 Minuten gefüllt. An der Haushaltssteckdose dauert die gleiche Ladung etwa sechs Stunden. Das ist hierzulande durchaus praktikabel, da in vielen Parkhäusern gratis Ladestationen zur Verfügung stehen.

Wenn schon ein winziger Stadtfloh, dann doch gleich elektrisch, denken wir uns, während wir durch die Metropole in Florida düsen. Was also spricht gegen den Smart Electric Drive? Aus unserer Sicht nicht viel. Klar, der Preis (in Deutschland ab 22 000 Euro, Schweizer Preise noch nicht bekannt) ist etwas höher, doch im Vergleich zu anderen E-Autos immer noch günstig.

Der Wiederverkauf ist bei batterieelektrischen Fahrzeugen immer ein Thema – wer diese Ungewissheit umgehen will, entscheidet sich für ein Leasing. Letzten Endes ist es eine Umstellung, weg vom Verbrenner, hin zur laut­losen E-Mobilität. Eine Umstellung, die im Smart Electric Drive sehr schnell gelingt – mit einem Grinsen im Gesicht. Leider müssen die Schweizer Kunden noch etwas warten: Die Markteinführung ist erst im Herbst 2017. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 01.12.2016, 12:13 Uhr)

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