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Jetzt setzt Tesla die Familie unter Strom

Von Thomas Geiger. Aktualisiert am 30.03.2009 16 Kommentare

300 Elektro-Roadster hat Tesla bisher ausgeliefert, 1000 weitere verkauft. Bis Ende 2011 wollen die Amis eine Limousine auf den Markt bringen und so auch den Massenmarkt elektrisieren.

Tesla Model S: Mit dieser eleganten Elektro-Limousine wollen die Amerikaner ab 2011 den Massenmarkt erobern.

Tesla Model S: Mit dieser eleganten Elektro-Limousine wollen die Amerikaner ab 2011 den Massenmarkt erobern.
Bild: Tesla Motors

Noch ist das in der Nacht auf gestern in Kalifornien enthüllte Modell S von Tesla nur eine Studie. Aber wenn alles nach Plan läuft, sich bis zum Produktionsstart Ende 2011 an dem Auto nicht mehr viel ändert und die Amerikaner trotz der anhaltenden finanziellen Turbulenzen ihren Zielpreis von unter 60'000 Dollar halten, könnte der schmucke Gleiter Autos wie dem Chevrolet Volt oder der deutschen Opel-Kopie Ampera einen tödlichen Stromschlag versetzen.

So gross wie eine S-Klasse

Für den Antrieb der Limousine sorgen wie im Roadster ausschliesslich Elektromotoren, die aus Lithium-Ionen-Akkus gespeist werden. Anders als beim Sportler wollen die Amerikaner auch Allradantrieb anbieten und würden dafür noch einen weiteren Motor einbauen. Obwohl er so gross ist wie eine S-Klasse, soll der Familientesla so viel Fahrspass machen wie ein Sportwagen. Schon das Standardmodell beschleunigt deshalb in weniger als sechs Sekunden auf Tempo 100, allerdings wird bei 160 km/h abgeregelt.

Mit Blick auf Preis und Einsatzzweck will Tesla den futuristischen Familienkreuzer mit drei unterschiedlichen Batteriepaketen anbieten, die für eine Reichweite von jeweils 200, 300 und 400 Kilometern ausgelegt sind. Laden kann man diese Akkus an jeder Steckdose und braucht dafür nicht mehr Zeit als ein Mittagessen. Denn mithilfe eines speziellen Chargers tankt der Tesla innert 45 Minuten. Wem auch das noch zu lange dauert, der kann die Akkus mit entsprechender Ausrüstung in fünf Minuten austauschen. Damit empfiehlt sich der Tesla auch für das Konzept «Better Place» mit einem Netz automatischer Akku-Tauschstationen, das der Visionär Shai Agassi derzeit in vielen Ländern aufbauen will.

Selbst ohne diese Relaisstationen ist der Tesla schon jetzt ein vollkommen alltagstaugliches Auto, argumentieren die Amerikaner: Denn mithilfe der Schnellladung schaffe man den Weg von Los Angeles nach New York genau so schnell wie mit einem Benziner – allerdings zu einem konkurrenzlosen Preis. Selbst wenn die Gallone Sprit in den USA nur noch einen Dollar kosten sollte, fährt man mit dem Tesla günstiger: Denn hier kostet eine Tankfüllung weniger als fünf Dollar.

Obwohl für einen «Kampfpreis» konzipiert und auf die Massenproduktion zugeschnitten, wird der Tesla kein biederer Langweiler. Im Gegenteil: Der knapp fünf Meter lange Viertürer sieht aus jeder Perspektive ausgesprochen elegant und unkonventionell aus. Von vorn erinnert er ein wenig an den Maserati Quattroporte, von der Seite an den Jaguar XF.

Versenkbare dritte Sitzreihe

Zur schönen Form kommt jede Menge Funktion: Weil die Antriebstechnik komplett im Wagenboden verschwindet und unter der Motorhaube Platz ist für einen zweiten Kofferraum, wird der Tesla zum Raumwunder: Er bietet nicht nur eine versenkbare dritte Sitzreihe, sondern er fasst auch ein Surfbrett, einen 50-Zoll-Fernseher und ein Mountainbike – und zwar gleichzeitig. Zudem bekommt die Limousine ein schmuckes Interieur und viel moderne Technik. So gibts in der Mittelkonsole ein 17-Zoll-Computerdisplay das permanent online ist und einen direkten Draht zu Google & Co. hat.

Mit dem Model S macht Tesla Schluss mit allen Einschränkungen, die man bislang bei alternativen Antriebskonzepten machen musste: «Das Model S macht keine Kompromisse bei Leistung, Effizienz und Alltagsnutzen», sagt Firmenchef Elon Musk und droht den etablierten Konkurrenten mit weiter sinkenden Preisen und einer ganzen Reihe neuer Modelle: «Das ist nur der Anfang.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.03.2009, 10:02 Uhr

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16 Kommentare

Thomas Vogt

31.03.2009, 00:57 Uhr
Melden 2 Empfehlung

In 12 Sekunden auf 100 reicht und Abriegeln kann man schon bei 140km/h.... so kann man vielleicht den Motor etwas kleiner bauen oder weiter fahren mit einer Ladung. Antworten


chris stalder

30.03.2009, 10:12 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Einfach geil! Wenn man nun noch ein dichtes Netz von Stromtankstellen/Adapter (z.B. auf dem Parkplatz von Restaurants, EKZ usw.) aufstellt, dann hasta la vista Audi, Merc und BMW mit Verbrennungsmotoren. - Es kommt ein Paradigmenwechsel! Wann kann man den Tesla S in der Schweiz kaufen? Antworten



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