Vom Privileg, vorn zu sitzen

Das Styling klar emotionaler, der Trimm einen Tick sportlicher, der Komfort ein Traum, wenn auch nur auf den Vordersitzen: Das Coupé der C-Klasse ist ein Fall für zwei.

Der C300 ist die ideale Kombination aus Komfort und Sport. Zumal wenn das Mercedes-C-Klasse-Coupé wie hier mit dem AMG-Paket nachgeschärft wurde.

Der C300 ist die ideale Kombination aus Komfort und Sport. Zumal wenn das Mercedes-C-Klasse-Coupé wie hier mit dem AMG-Paket nachgeschärft wurde. Bild: zvg

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Der Weg durchs Schlaraffenland ist weit und kostspielig. So kann man die Erfahrung beschreiben, die den Käufern eines Mercedes- C-Klasse-Coupés blüht. Die Preisliste erstreckt sich über sage und schreibe 60 Seiten, und allein deren 20 befassen sich mit Sonderausstattungen.

Unter dem Mercedes-Stern kann bekanntlich alles noch etwas komfortabler, kräftiger oder cleverer geordert werden, wenn man denn das entsprechende Kleingeld und die nötige Geduld mitbringt.

Fast möchte man sich wünschen, Mercedes möge nebst dem autonomen Fahren auch am autonomen Konfigurieren tüfteln, an einem Traumwagen, der seinen Trimm selber wählt – vielleicht auf Basis von Facebook und Steuerdaten.

Top-Motorisierung

Aber genug gekrittelt und gesponnen. Der Testwagen rollt schliesslich fixfertig konfiguriert vors Haus. Und das in einer unkonventionellen Lackierung: Hyazinthrot metallic, ein tiefer, dunkler Rotton, in einem Glas Wein wunderbar, als Karosseriefarbe nicht unsere erste Wahl.

Rundum einverstanden sind wir mit der Motorisierung: Der drehfreudige Vierzylinder im C300 ist die perfekte Wahl für dieses Auto. 245 PS und satte 370 Nm Drehmoment schieben das immerhin fast 1,6 Tonnen schwere Coupé in 6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Das Ansprechverhalten ist sehr direkt, die Elastizität bestens, auch dank des schnellen Automatikgetriebes.

Der C300 bietet jene Synthese von Komfort und Sportlichkeit, die man von einem Coupé klassischerweise erwartet. Nur am Verbrauch kann man sich stören. 6,8 Liter sind es laut Normzyklus (NEFZ), im Alltag und mit etwas gelebter Fahrfreude dann aber rasch gegen 9.

Mehr Biss dank AMG-Paket

Gut gefällt uns auch das AMG-Styling-Paket. Dickere Schürzen, ein Heckdiffusor und Doppelend­rohre verleihen dem im Wind­kanal adrett gebügelten Coupé den nötigen Biss. Das Interieur sprengt in seiner barocken Opulenz den Rahmen dieses Artikels. Nur so viel sei gesagt. Im Testwagen ist ziemlich alles versammelt, was Mercedes anzubieten hat: Konnektivitäts- und Assistenzsysteme der jüngsten Generation, allerlei Technik also, kombiniert mit erlesenen Materialien.

Erwähnt seien zudem die vorderen Sitze, in die man einsinkt wie in bequeme Fernsehsessel und die einen in Kurven so zärtlich wie beherzt stützen. Und dann gibt es erst noch Gurtreicher, die automobile Variante deutscher Willkommenskultur.

Das Fahrverhalten und der Komfort sind ein echtes Vergnügen. Die Luftfederung bügelt auch auf kümmerlicher Unterlage fast alles weg. In Kurven liegt das Coupé trotzdem satt und kontrolliert auf der Strasse. Über das dick ummantelte Volant hat man den Wagen zudem immer locker im Griff. Und der Blick ruht schön auf der Strasse, dank Head-up-Display und Lenkradtasten.

Definitiv kein Familienwagen

Dass der Spass hinten aufhört oder gemindert wird, gehört zum Fahrzeugkonzept. Auch wenn im Testwagen die Frontsitze höflich vorfahren, der Einstieg auf die hinteren Sitze bleibt eine Kletterei, das sich senkende Dach stösst an den Kopf oder umgekehrt und die weit geschnittenen Türen brauchen Platz, wenn man vernünftig ein- und aussteigen will.

Das C-Klasse-Coupé ist ein klassischer Fall für zwei, eine Erinnerung daran, was für ein Privileg es ist, vorn zu sitzen. Doch wie für die meisten Privilegien gilt: Man muss sie sich leisten können. Das Einstiegsmodell, ein C180 mit 156 PS, ist ab 41'800 Franken angeschrieben, der C300 ab 59'900 Franken. Doch wer sich im erwähnten Schlaraffenland bedient, wo ein simpler DAB-Empfänger 555 Franken kostet, verlässt diese Sphären. Kostenpunkt für unseren Testwagen: 85'804 Franken.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 21.12.2016, 22:25 Uhr

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