Audi rollt den A7 ins Rampenlicht
Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 28.07.2010
«Klappern gehört zum guten Handwerk», pflegen vor allem deutsche PR-Spezialisten zu sagen, wenn im Vorfeld der Lancierung eines neuen Produktes alle nötigen und unnötigen Register des PR-Einmaleins gezogen werden.
Das ist im Automobilbusiness in diesen Tagen besonders stark bemerkbar. Denn im prestigeträchtigen Premium-Segment wollen Audi
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und BMW mit neuen viertürigen Coupés die Jagd auf die Käufer des Mercedes CLS eröffnen. Mit dem CLS haben die Stuttgarter 2004 nicht nur eine neue Fahrzeugkategorie auf die Strasse gebracht, sondern auch eine Design-Ikone kreiert. Der dynamische CLS heimste nicht nur weltweit Auszeichnungen ein, sondern verkauft sich auch sehr gut. Und im Oktober feiert die zweite Generation ihre Publikumspremiere in Paris. Höchste Zeit also für die Konkurrenz, das Klappern zu intensivieren.
Duell der Concept Cars
Den Auftakt machte BMW 2007 in Shanghai mit der Studie Concept CS. Die schaffte es zwar nie auf die Strasse, stattdessen wurde der 5er Gran Turismo gebaut. Doch nun hat sich BMW doch noch zum viertürigen Coupé bekannt: Im April zeigten die Bayern in Peking das Concept Gran Coupé, und vergangene Woche wurde dieses Konzept anlässlich einer Design Night ein weiteres Mal thematisiert. Mit offensichtlichem (Hinter-)Grund: BMW wollte der Konkurrenz von Audi in die laufende PR-Parade fahren. Denn schliesslich enthüllten die Herren der Ringe gestern Abend den neuen Audi A7 Sportback.
Die Geschichte dieses Autos begann im Januar 2009 in Detroit: Mit dem Sportback Concept sorgte Audi an der North American International Auto Show für Aufsehen und begeisterte nicht nur die Fans der Marke. Bereits elf Monate später konnte der Concept Car auf abgesperrten Strassen in Beverly Hills bewegt werden — zwar nur im Schritttempo und mit Begleitperson, aber für ein paar schöne Storys reichte das locker.
Der A7 ist 4,97 Meter lang
Doch während BMW frühestens 2012 mit dem Gran Coupé an den Start rollt, macht Audi jetzt ernst: Der A7 Sportback rollt im Herbst zu Preisen ab 81?500 Franken auch in der Schweiz an den Start. Für diese Summe gibt es den Neuling in seiner schwächsten Version (204 Diesel-PS) und ohne Allradantrieb. Das Topmodell, den Audi A7 3.0 TFSI Quattro (300 PS) gibt es ab 91?500 Franken.
So hoch wie die Preise sind auch die Erwartungen der Audi-Verantwortlichen. «Der A7 vereint die besten Eigenschaften aus drei Welten», verspricht Audi. «Er ist sportlich-elegant wie ein Coupé, komfortabel wie eine Limousine und praktisch wie ein Kombi.» Auch der Schweizer Markenchef Ernesto Larghi ist vom Neuling überzeugt: «Mit diesem Auto stellen wir unsere Designführerschaft einmal mehr unter Beweis — das ist hochemotionales Design.»
Tatsächlich wirkt das Coupé trotz seiner Masse (4,97 Meter lang, 1,91 Meter breit und 1,42 Meter hoch) sehr elegant und dynamisch. Die lange Motorhaube, der kurze vordere Überhang, der lange Radstand, die fliessende C-Säule und das steil abfallende Heck zeichnen ein dynamisches Gesamtbild. Das fünftürige Coupé steht breit und kraftvoll auf der Strasse — ein ästhetischer Athlet. «Mein Traum ist es, Ikonen von morgen zu schaffen», gibt sich Stefan Sielaff, Leiter Audi Design, zuversichtlich. «Eine Ikone wie den A7 Sportback.»
Wie der A8 profitiert auch der A7 von dem optimierten MMI-Bediensystem. Zu den Optionen zählt nun auch ein neues Head-up-Display, das die wichtigsten Informationen auf die Windschutzscheibe projiziert.
Mit dem A7 auch Online
Online-Dienste verbinden den A7 mit dem Internet, und ein UMTS-Modul holt Bilder und Informationen von Google Earth auf den Monitor und kombiniert sie mit der Navigationsroute. Zudem stellt ein WLAN-Hotspot den kabellosen Kontakt zu mobilen Geräten her.
Zum Start liefert Audi den A7 mit V6-Motoren aus, die 204, 245 und 300 PS leisten. Der 3.0 TDI mit 204 PS und Multitronic begnügt sich im Schnitt mit 5,3 Liter Diesel pro 100 Kilometer, das entspricht 139 Gramm CO2 pro Kilometer. Alle Motoren sind mit einem Rekuperationssystem und einem Start-Stop-System ausgerüstet — die beiden stärkeren mit Allradantrieb Quattro.
«In der Schweiz wird das Topmodell A7 3.0 TFSI bestimmt am meisten Käufer finden», ist Larghi überzeugt. «Ich denke, dass wir schon 2011 über 500 Exemplare des A7 Sportback verkaufen werden.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.07.2010, 22:44 Uhr
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