Mia-Elektrokleinwagen in Sicht
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Auf dem Autosalon Mondial de l’Automobile von Paris 2008 hatte Heuliez mit dem originell konzipierten kleinen Elektro-Minivan «Friendly» für Aufsehen gesorgt. Es hiess damals, dass ein Geldgeber aus Indien den drohenden Untergang des westfranzösischen Karosserieherstellers aufhalten werde. Inzwischen ist Heuliez ebenso untergegangen wie Karmann oder der Produktionsbetrieb von Bertone. Der «Friendly» aber blieb erhalten. Er war von Murat Günak entworfen worden, dem einst bei Mercedes, Peugeot und bei VW sogar als Chef bekannt gewordenen Designer.
Verflechtungen
Nachdem das von Günak in der Innerschweiz gestartete Projekt des sportlichen Öko-Elektroautos Mindset mangels Geldgebern aufgegeben werden musste, konnte der Profidesigner sich der Weiterentwicklung des «Friendly» zur «Mia» widmen. Im Juni 2009 war mit der Mia Electric GmbH in Merzig und Essen eine neue Firma gegründet worden. Sie gehört zu 73,4% der Kohl-Gruppe von Prof. Edwin Kohl, einem führenden Unternehmer im Pharmaimport und engagierten Umweltschützer. Beteiligt ist unter anderem auch die im Energiesektor tätige Con-Energy AG. Die deutsche Mia Electric GmbH ist mit 68,8% Hauptaktionärin der 2010 gegründeten Mia Electric SAS (zuvor Heuliez Véhicules Electriques) in Cerizay. Diese Stadt liegt in der Region Poitou-Charentes, die ihrerseits die restlichen 31,2% an der SAS hält. Die Serienherstellung der Mia startet gerade.
Noch bis Ende 2011 sollen in Deutschland und Frankreich zusammen 5000 Mia auf die Strasse gebracht werden. Jedenfalls haben Murat Günak und Geschäftsführer Oliver Bussick uns gegenüber auf dem Genfer Salon 2011 grosse Zuversicht zum Ausdruck gebracht.
Attraktiv
In jedem Falle erfolgt der Zugang beidseits durch Schiebetüren, und der Fahrer sitzt vorne in der Mitte. Die beiden herausnehmbaren Mitfahrersitze in der kurzen Mia sind stark zurückversetzt, während sich die dreiplätzige hintere Sitzbank in der Mia L abklappen lässt. Das Cockpit wirkt bei aller Einfachheit futuristisch-elegant. Dank seines leichten Aufbaus aus thermogeformtem ABS-Kunststoff wiegt die Mia bescheidene 750 kg.
Hinter der von Elektromotor und Steuerung gebildeten Frontantriebseinheit findet sich im Wagenboden ein Lithium-Eisen-Phosphat-Batteriesatz, der eine Reichweite von 80 bis 90 km erbringt (8 kWh; auf Wunsch 12 kWh für 120 bis 130 km). Dieses Batteriesystem gilt als besonders zuverlässig, kälteresistent und preisgünstig. Das Nachladen an der 230-V-Steckdose dauert 3 (bzw. 5) Stunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 110 km/h angegeben.
Auch für die Schweiz
In unserem Land sollen die ersten Mia-Auslieferungen ab Sommer beginnen. Wie uns Daniel Buchter, CEO der Importfirma Delion AG in Aarburg, bereits auf dem Genfer Salon verriet, denkt man zunächst an Flotten- und Firmenverkäufe. Der Preis für den voll ausgerüsteten Dreisitzer beginnt bei 23'500 Euro, dürfte also (ohne Steuern) bei etwa 25'000 Franken liegen. (Automobil Revue)
Erstellt: 18.08.2011, 10:56 Uhr
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