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Feinschliff an der Basis

Von Thomas Geiger und Markus Cavelti . Aktualisiert am 30.03.2012

Seat verfeinert sein Erfolgsmodell Ibiza und will seine Position in der Kompaktklasse stärken.

1/3 Mit dem aufgefrischten Ibiza...
Bild: Seat

   

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Fast 4,7 Millionen Exemplare in gut 25 Jahren und aktuell ein Verkaufsanteil von fast 50 Prozent: «Seat ist Ibiza, und der Ibiza ist Seat», sagt Marketing-Mann Ulf Eberhardt. Denn kein Modell ist für die spanische VW-Tochter wichtiger als der leidenschaftliche Bruder des Polo. Damit sich der Bestseller der Marke auch weiterhin gut verkaufen lässt und auch neben Neuheiten wie dem kleinen Mii und dem ab Herbst lieferbaren Toledo nicht alt aussieht, wurde er jetzt vorsichtshalber und dezent aufgefrischt. Deshalb rollen 3und 5-Türer sowie der Kombi ST ab sofort mit einem frischen Gesicht, einem aufgemöbelten Innenraum und im Detail optimierten Motoren vom Produktionsband.

Lebensfreude und Leidenschaft

Dabei folgen die Spanier ihrem neuen Unternehmensmotto «Enjoyneering», das mediterrane Lebensfreude und Leidenschaft mit deutscher Präzision und Perfektion vereinen soll. So blickt der Ibiza jetzt deutlich verführerischer aus seinen schärfer geschnittenen Scheinwerfern mit den LED-Leisten, die Flanke wirkt muskulöser und präziser aus dem Blech geschält, und das Heck ist mit den neuen Leuchten noch ein wenig knackiger geworden.

Dazu gibt es im Innenraum ein neues Lenkrad, das sich viel besser greifen lässt, neue Skalen um die Instrumente, die sich besser ablesen lassen, und nun auch ein Handschuhfach, das seinen Namen jetzt verdient. «Immerhin haben wir das Volumen auf fast 11 Liter beinahe verdoppelt», freut man sich bei den Spaniern über die neu entdeckte Liebe zum Detail. Die hat allerdings nicht für alle Kleinigkeiten gereicht: Nach wie vor prangt versteckt hinter dem Lenkrad noch immer ein riesiger Bediensatellit für das Radio, den andere Hersteller längst durch ein paar Tasten am Lenker ersetzt haben. Aber insgesamt wirkt der Ibiza präziser und die Verarbeitung der Materialien besser. Nur eine Krankheit scheint der kleine Spanier auch nicht loszuwerden. Der wackelige Umklappmechanismus der Rücksitze hängt schon gerne mal aus.

Die Liebe zum Detail ist es auch, die man beim Blick unter die Motorhaube haben muss. Denn neue Motoren sucht man dort vergebens. Warum auch? Die aktuellen Aggregate sind schliesslich noch voll auf der Höhe der Zeit. Deshalb gibt es nur ein wenig Feinschliff, mit dem hier und da auch ein paar Gramm CO2 eingespart werden. So reicht die Palette bei den Benzinern auch weiterhin vom 1,2-Liter mit 66 PS bis zum 1,4 Liter grossen TSI-Motor mit 150 PS für die sportlichen FR-Modelle, der nun erstmals auch im Kombi angeboten wird. Serienmässig kombiniert mit einem DSG-Getriebe beschleunigt er den Ibiza in 7,8 Sekunden auf Tempo 100 und macht ihn zum vorerst sportlichsten Modell in der Familie. Allerdings ist der Vorsprung nur knapp. Schliesslich hat der stärkste Diesel im 2.0 TDI immerhin 143 PS. Am anderen Ende der Skala steht der 1.2 TDI E-Ecomotive, der 75 PS leistet und mit 3,4 Litern als Sparmeister der Spanier gilt.

Mehr Update als Upgrade

Zwar spricht Seat stolz und unbeirrt vom neuen Ibiza. Doch bei aller Liebe zum Detail hat der spanische Bestseller zur Hälfte der Laufzeit allenfalls ein kleines Facelift erfahren. In der Kommunikation sieht das natürlich anders aus. Aber spätestens bei der Kalkulation tragen die Spanier diesem Umstand aufrichtig Rechnung. Schliesslich will Seat mit dem Ibiza auch weiterhin Erstkäufer, junge Familien wie auch Senioren ansprechen. Die Preise für die drei Modellvarianten lassen sich sehen und machen – nach Abzug des Eurobonus – wirklich gute Laune: Mindestens 14 950 Franken für den 3-Türer, 15 750 Franken für den 5-Türer und die 16550 Franken für den Kombi sind allesamt ein mehr als faires Angebot.

Fazit: Insgesamt erhält man beim Seat Ibiza sehr viel Auto für sein Geld, und mit der Dreifaltigkeit seines Bestsellers haben sich die Spanier in der Kompaktklasse sehr gut positioniert.

Markus Cavelti fuhr den Seat Ibiza am 20./21. März auf Einladung von Seat-Importeur Amag Schweiz in Spanien. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.03.2012, 17:50 Uhr

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