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Allradantrieb in der Golf-Klasse

Als meistverkauftes Auto Europas ist der VW Golf eh gut unterwegs. Jetzt kommt der Allradantrieb hinzu. Und dank des neuen 2-Liter-Diesels ist man ohne schlechtes Gewissen unterwegs. Es fehlt bloss ein Automatikgetriebe.

Was braucht es mehr als einen Golf mit Allradantrieb?

Was braucht es mehr als einen Golf mit Allradantrieb?
Bild: zvg

Allradantrieb in der Kompaktklasse ist längst nichts Neues – man denke nur an Subaru. Auch VW bot bereits Anfang 1986 erstmals einen vierradangetriebenen Golf Syncro an. Mittlerweile hat sich 44 etabliert, das System bietet halt auch im Flachland Traktionsvorteile. VW offeriert den 4motion-Golf nunmehr mit 2-Liter-Common- Rail-Diesel mit 140 PS, der den Pumpe-Düse-1.9 TDI ersetzt – kann diese Kombination überzeugen?

Sie kann, wie wir schon nach wenigen Kilometern gespürt haben. Die zusätzlich angetriebenen Hinterräder agieren unauffällig und nur, wenn es darauf ankommt. Fahrdynamische oder gewichtstechnische Unterschiede zur Frontantriebsversion (4motion: plus 75 kg) sind, wenn überhaupt, nur im direkten Fahrvergleich oder bei den Messwerten auszumachen. Lenkung und Fahrwerk fühlen sich ausgewogen an, vermitteln jederzeit ein gutes Gefühl. Ebenso das passend abgestufte 6-Gang-Schaltgetriebe.

Überzeugendes Paket

Die positiven Fahreindrücke werden von den Messwerten unterstrichen. Und wenn dabei die werksseitig angegebene Beschleunigung 0-100 um eine halbe Sekunde übertroffen wurde (9,7 s), ist das auf die Winterreifen zurückzuführen. Auch der Durchschnittsverbrauch von 6,2 L geht unter winterlichen Alltagsbedingungen in Ordnung.

Kleiner Wermutstropfen: Es gibt den einzig verfügbaren Allrad-Golf nicht mit Automatikgetriebe, das man sich – vor allem im häufigen Stadtverkehr – des Öfteren herbeisehnt. Mangelndes Drehmoment kann kaum der Grund für die Verweigerung des Herstellers sein. Und so werden wir den Eindruck nicht los, dass Volkswagen diese Option bewusst zurückhält, um teurere Golf-Varianten oder den Tiguan nicht abzuwerten.

Das könnte in der Tat geschehen, denn der getestete 4motion bietet fast alles, was man sich wünscht: Fahrspass, Komfort, beste Verarbeitung, genug Platz für vier, dazu Alltags- und nicht zuletzt Allwettertauglichkeit. Verschneite Wege im Testbetrieb kamen wie gerufen, um die Überlegenheit des 44-Golf zu demonstrieren. Und mit dem optionalen, strafferen Schlechtwegefahrwerk steht der Allradler gar 2 cm höher in den Federn und ist damit feld- und wiesentauglich. Mehr brauchts ja auch selten. Dafür muss auf die ebenfalls optionale adaptive Fahrwerksregelung DCC (Fr. 1300.–) verzichtet werden.

Man kann nicht alles haben

Was uns bei regnerischem Wetter negativ auffiel, sind die Sturzbäche, die sich beim Ausparken mit geöffnetem Seitenfenster vom Dach in den Innenraum ergiessen können. Dieses Manko gilt natürlich für alle Golf-Varianten und viele weitere Automobile, soll hier aber noch einmal exemplarisch kritisiert werden, weil es am Golf 4motion sonst nur wenig auszusetzen gibt. Zum perfekten Alltagsauto wünschen wir uns also die Rückkehr tauglicher Regenrinnen, das Automatikgetriebe und den Motor des GTD (125 kW/170 PS): Letzteren gibt es ebenfalls nur mit Frontantrieb, und so bleibt die Erkenntnis: Man kann im Leben nicht alles haben, dafür aber den VW Golf 2.0 TDI 4motion ab Fr. 38'450.–. (Automobil Revue)

Erstellt: 16.02.2010, 09:53 Uhr

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