Range Rover auf neuen Wegen
Range Rover Evoque
Kategorie: 3- oder 5-türiger Kompakt-SUV.
Masse: Länge 4,355 Meter, Breite 1,965 Meter,
Höhe 1,635 Meter, Radstand 2,66 Meter.
Kofferraum: 550 bis 1445 Liter.
Motor: Zum Marktstart zwei Dieselmotoren
mit 150 oder 190 PS (110/140 kW) sowie ein
Benzinmotor mit 240 PS (177 kW).
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 7,6
bis 11,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit
180 bis 217 km/h.
Verbrauch: 4,9 bis 8,7 Liter auf 100 Kilometer
(offizielle Werksangaben).
CO2-Ausstoss: 129 bis 199 Gramm
pro Kilometer.
Auslieferung: ab September 2011.
Preis: 49 100 bis 70 100 Franken.
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Es ist ein sehr grosser Schritt, mit dem sich die britische Offroader-Marke Land Rover auf neues Terrain vorwagt. Denn ihr ab September lieferbarer Kompakt-SUV Evoque entspricht in vielen Aspekten nicht dem Image, das sich der Geländewagen-Spezialist über die vergangenen Jahrzehnte aufgebaut hat. Seit 1970 der erste Range Rover als Luxus-Offroader mit Allradantrieb und mächtigem V8-Motor den Geländewagenmarkt revolutioniert hat, gelten die Briten im Bereich der Offroader als Mass der Dinge. Sie sind robust, kantig und trotzten bisher jeder Anti-Offroader-Initiative.
Evoque wird der neue Bestseller
Trotz einem Rückgang von 15,6 Prozent in den ersten sieben Monaten des Jahres erfreut sich der Range Rover Sport in der Schweiz noch immer grosser Beliebtheit, wie Karin Held, PR- und Marketing-Direktorin von Jaguar Land Rover Schweiz bestätigt: «In den letzten Jahren war der Range Rover Sport immer unser bedeutendstes Modell. Alleine 2010 verkauften wir davon über 700 Stück.» Dies trotz seinem Dinosauriergewicht von über 2,5 Tonnen und den grossen V8-Motoren. Die Tage des Range Rover Sport als Bestseller dürften nun aber gezählt sein. Denn mit dem Evoque erfinden sich die Briten neu. Er wird zukünftig der kleinste, leichteste und sparsamste Range Rover im Markensortiment sein. Mit seiner Länge von knapp 4,4 Metern, einem Gewicht von rund 1,6 Tonnen und dem Mindestverbrauch von unter 5 Litern Treibstoff – bei der ab 2012 als Range-Rover-Novum verfügbaren Frontantriebsversion – unterbietet er sein grosses Vorbild in allen Belangen. Mit diesen Werten erfüllt der Evoque die Ansprüche an einen zeitgemässen SUV voll und ganz. Und auch was das Design anbelangt, setzt er mit der von Designchef Gerry McGovern gezeichneten Keilform neue Massstäbe und macht die sperrigen Formen seines grossen Bruders vergessen.
700 Evoque pro Tag
So stand der edle Baby-Range vergangene Woche an der britischen Westküste vor uns zur ersten langen Probefahrt bereit. Die führte von der walisischen Insel Anglesey, wo bereits 1947 der allererste Land Rover erprobt wurde, über das gebirgige Hinterland bis nach Liverpool. Dorthin also, wo der kompakte Evoque im Land-Rover-Werk Halewood bereits auf Hochtouren produziert wird. Täglich verlassen hier 700 Fahrzeuge das Fliessband, an dem der Personalbestand für die Evoque-Produktion von 1500 auf 3000 Arbeiter verdoppelt wurde.
Was deutlich macht, mit welchen Erwartungen das neuste Modell behaftet ist. «Wir hatten noch nie so viele Vorbestellungen für ein neues Modell», sagt Gary Kirtley-Paine, Einkaufsdirektor bei Land Rover. «Der Evoque wird unser neuer Bestseller werden, davon sind wir überzeugt.» Auf Vorhersagen, wie viele Autos man vom Neuen jährlich abzusetzen hofft, lassen sich die Verantwortlichen aber nicht ein. Dass weltweit bereits über 20 000 Vorbestellungen vorliegen, wurde bereits mehrfach vermeldet.
Ein Indikator für den Hype, welchen das von Land Rover forcierte Evoque-Marketing ausgelöst hat, dürften aber die Schweizer Zahlen sein. Noch im April lagen hier rund 300 Bestellungen vor, wie Karin Held sagt: «Stand heute sind es bereits mehr als 450 feste Bestellungen, wovon rund 40 Prozent neue Kunden unserer Marke sein werden.» Damit wird das Kontingent von 500 Fahrzeugen, die das Werk dem Schweizer Markt für 2011 zugesprochen hat, ausverkauft sein, bevor das erste Auto überhaupt auf die Strassen kommt. Die Erwartungen an den Evoque sind sehr hoch. Hält er diesen auch Stand?
240 PS sorgen für Fahrspass
Ja, lautet die Antwort nach unseren ausgiebigen Probefahrten. Der Evoque besticht nicht nur durch sein auffälliges Design und seine tadellose Verarbeitung im hochwertigen Interieur mit viel Platz, sondern auch durch seinen dynamischen Antrieb und das hochwertige Fahrverhalten sowie seine Range-Rover-würdigen Offroad-Eigenschaften. Der Benziner und die beiden Diesel-4-Zylinder arbeiten genügsam unter der Haube. Während der 150 PS starke Selbstzünder mit 6-Gang-Handschaltung und Stopp-Start-Technik mit seiner Sparsamkeit punktet, wartet der 190 PS starke Diesel mit 6-Gang-Automatikgetriebe mit viel Durchzugskraft und Sportlichkeit auf, und das mit nur 1,5 Litern mehr Verbrauch. Da verzeiht man ihm auch die kleine Anfahrschwäche.
Am meisten Fahrfreude bereitet aber der 240 PS starke Benziner, der mit einem Verbrauch von 8,7 Litern, dem Spurt von null auf Tempo 100 in 7,6 Sekunden und einem Preis ab 70 100 Franken gleichzeitig auch die Spitzenposition in der Modellpalette markiert. Allen Evoques eigen ist die besonders in der City oder im Stau angenehm hohe Sitzposition, das handliche Format, das ausgewogen abgestimmte Fahrwerk, die präzise Lenkung und der auch im rauen Gelände tadellos arbeitende Allradantrieb. Mit der, je nach Untergrund, verstellbaren Traktionskontrolle und der grossen Bodenfreiheit bietet der Evoque selbst an steilsten Grashängen, auf groben Schotterpisten oder in bis zu 50 Zentimeter tiefem Wasser ungetrübten Fahrspass. Wer das nie braucht, verzichtet auf den Allradantrieb.
Der Range Rover Evoque ist für Land Rover definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Er überzeugt als sparsames Alltagsfahrzeug, als kompakter Offroader mit guter Geländetauglichkeit ebenso wie als Schmuckstück vor dem Garagentor. Die lange Tradition der Briten findet damit ihre erfolgreiche Fortsetzung.
Thomas Borowski fuhr den Evoque am 3./4. August auf Einladung der Jaguar Land Rover Schweiz AG in England. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.08.2011, 20:00 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




