Für die schönen Seiten des Lebens

Der bereits vorgestellten Limousine der neuen E-Klasse schieben die Schwaben nun den Kombi, das T-Modell, nach. Sie bietet viel Hightech, lädt aber auch zum Geniessen ein.

Viel Platz für Familie, Beruf, Sport und Freizeit: Die neue E-Klasse T-Modell bringt bis 1820 Liter in einer feudalen Umgebung unter.

Viel Platz für Familie, Beruf, Sport und Freizeit: Die neue E-Klasse T-Modell bringt bis 1820 Liter in einer feudalen Umgebung unter. Bild: zvg

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Wir kurbeln die Seitenscheiben herunter, drehen den filigranen Schlüssel im Zündschloss und inhalieren nostalgisch die entstehenden Benzindüfte. Dann tuckern wir lässig durch die Parkanlage, gemächlich, liebevoll, stören uns weder am Quietschen der schrecklichen Kunstledersitze noch an der gefühllosen Lenkung. Diese kurze Ausfahrt im Mercedes-Benz W123 280TE von 1978, dem allerersten T-Modell der Baden-Württembergern, obwohl nur in gemächlichem Tempo und auf Privatstrassen, macht uns kurzfristig zu glücklicheren Menschen. Dazu brauchte es früher nicht viel mehr als Gas, Bremse und Lenkrad.

In welch groteskem Kontrast dazu die Testfahrt im E-Klasse- Kombi steht, dem allerneuesten T-Modell. Statt eines Zündschlüssels wird uns ein Smartphone in die Hände gedrückt, damit sollten wir das Auto öffnen und starten können. Es gelingt tatsächlich, auch wenn wir dazu deutlich länger brauchen als mit der rein mechanischen Variante im Urahn. Im Innern überblicken wir zwei riesige Screens, die alle möglichen Informationen gleichzeitig preisgeben, darüber buhlt zusätzlich noch ein Head-up-Display um Aufmerksamkeit.

Eine Frage der Betrachtung

Statt uns mit Gas, Bremse und Lenkrad zu vergnügen, müssen wir uns mit teilautonomen Fahrsystemen, mit Radar, Sensoren und mit ganz viel Informatik herumschlagen. Ob uns das genauso glücklich macht wie die Fahrt im W123? Nein, natürlich nicht. Ein Smartphone macht auch nicht glücklicher als die Wählscheibentelefone von einst, im Gegenteil: Damals war jeder Anruf ein Erlebnis, heute sind wir oft Sklaven der digitalen Welt.

Dennoch: Die moderne Technik fasziniert unbestritten. In der neuen E-Klasse wird den Kunden die volle Dröhnung verabreicht; was heute in der Automobiltechnik serienreif ist, ist verbaut oder zumindest optional erhältlich. Das kann entlasten und erleichtern, aber auch verwirren und ablenken. Alles eine Frage der Betrachtung.

So muss der Fahrer beispielsweise das Navigationsziel nicht mehr selbst eingeben, sondern kann sich die Route von einem Telefon-Concierge heraussuchen und direkt aufs Navigationsgerät schicken lassen. Ob das schneller geht, ist allerdings fraglich; ob man lieber andere für sich schuften lässt, Charaktersache. Möglich ist dies vorerst in Deutschland, in der Schweiz ist der Concierge-Dienst noch nicht freigeschaltet.

Man kann auch auf der Autobahn oder auf der Landstrasse das Auto selbstständig beschleunigen, abbremsen und sogar lenken lassen, Letzteres zumindest kurzzeitig. Auch überholen kann die E-Klasse autonom, man muss dazu nur den Blinkerhebel betätigen. Ob das wiederum ein Gewinn ist, ist ebenso fraglich: Wer mit der Hand an den Blinker greift, der kann genauso gut am Lenkrad drehen. Und da diese Technik noch nicht lückenlos funktioniert und sie vielen noch suspekt erscheint, werden die meisten EKlasse-Fahrer weiterhin selber manövrieren. Damit verhalten sie sich übrigens korrekt: Nach wie vor muss ein Fahrzeuglenker per Gesetz jederzeit die Kontrolle über sein Fahrzeug haben.

T wie Transport und Touristik

Doch genug von all den zahlreichen Technik-Highlights, die in der neuen E-Klasse schlummern – wir haben sie bereits bei der Vorstellung der Limousine umfangreich beschrieben –, und hin zu den Dingen, die das neue T-Modell ausmachen. Der Buchstaben T steht seit dem eingangs erwähnten W123 gleichermassen für Touristik und für Transport, und bis heute ziert er die Kombimodelle von Mercedes-Benz. Die E-Klasse T-Modell bietet demnach ein riesiges Kombiheck, in dem bis 1820 Liter Platz finden. Das ist, so betonen es die Schwaben, der beste Wert im Segment der gehobenen Mittelklasse im Premiumbereich. Ein Vergleich: Der sieben Zentimeter kürzere Skoda Superb Combi schluckt noch 130 Liter mehr.

Dennoch ist der Laderaum im E-Kombi sehr voluminös, durch eine grosse Heckklappe gut zugänglich und dank enorm tiefer Ladekante und ebener Ladefläche äusserst einfach zu beladen. Die Rücksitze lassen sich auch von der Ladeöffnung aus auf Knopfdruck umklappen, die Heckklappe öffnet und schliesst freilich elektrisch.

Das T wie Transport ist also gewährleistet, und auch für die Touristik ist das neue T-Modell bestens geeignet: Dank Luftfederung ist der Fahrkomfort ausgezeichnet, die Platzverhältnisse sind feudal und die Passagiere an Bord sind rundherum bestens versorgt. Ob man nun also den Kinderwagen, das Surfbrett, die Golfausrüstung, das Urlaubsgepäck einlädt oder einfach nur gediegen dahincruist – das T-Modell ist eindeutig für die schönen Seiten des Lebens gedacht.

Das Motorenangebot bietet genügend Auswahl, vom 2-Liter- Benziner mit 185 oder 211 PS über die feine Dieselvariante E220d bis hin zum E400 4Matic mit 333 PS und Allradantrieb. Und wer es besonders sportlich mag, greift zur Powerversion E43 AMG mit 401 PS. Die Preise beginnen bei 61 745 Franken. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.11.2016, 10:29 Uhr

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