Polizistin getötet – IS bekennt sich zu Anschlag

In Jerusalem haben drei Palästinenser in der Altstadt mehrere Menschen angegrifen. Israel hat am Sonntag Gegenmassnahmen angekündigt.

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Die 23-jährige Polizistin wurde am Freitagabend in der Nähe des Damaskus-Tors zu Jerusalems Altstadt mit einem Messer angegriffen. Sie erlag später im Spital ihren Verletzungen.

Zum Anschlag bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Soldaten des Kalifats hätten eine jüdische Versammlung in Jerusalem angegriffen, hiess es in einer Mitteilung in den sozialen Medien.

Von israelischer Seite wurde jedoch bezweifelt, dass wirklich der IS hinter dem Anschlag steht. Die Angreifer setzten Messer und eine eine Schusswaffe ein. Bei der Attacke wurden weitere Menschen verletzt.

«Heroische Attacken»

Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas teilte am Samstag mit, zwei der Attentäter seien Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und der dritte Hamas-Mitglied gewesen. Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri sprach von «heroischen Attacken».

Der UNO-Nahostgesandte Nickolay Mladenov kritisierte den «Akt des Terrors, der von allen klar verurteilt werden muss». Solche Taten dienten nur dazu, «alle in einen neuen Kreislauf der Gewalt hineinzuziehen».

Netanyahu mit scharfen Worten

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu kritisierte am Sonntag, dass die Fatah-Organisation des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas Israel für den Tod der drei Palästinenser verantwortlich machte. «Die Lügen und Unverfrorenheit kennen keine Grenzen», sagte Netanyahu.

Die Häuser der Attentäter, die aus einem Ort bei Ramallah im Westjordanland stammten, sollten zerstört werden. Die Polizei sei schon seit Freitag in dem Ort im Einsatz. Zudem forderte er von der Palästinenserbehörde, Zahlungen an die Familien getöteter Attentäter umgehend zu stoppen.

Die Sicherheitsmassnahmen am Damaskus-Tor wurden nach Angaben Netanjahus verschärft. An dem Eingang zur Altstadt ist es immer wieder zu tödlichen Anschlägen gekommen. Auch die Einreisegenehmigungen für Palästinenser nach Israel anlässlich des Fastenmonats Ramadan wurden wieder aufgehoben.

Gewalt hat Eigendynamik entwickelt

Seit Beginn einer Gewaltwelle vor knapp zwei Jahren sind bei ähnlichen Angriffen wie jenem vom Freitag rund 300 Palästinenser getötet worden. Die meisten kamen bei ihren eigenen Anschlägen ums Leben. Mehr als 40 Israelis wurden in dem Zeitraum getötet.

Als Auslöser der Gewaltwelle galt ein Streit um Nutzungsrechte des Tempelbergs in Jerusalem, der Muslimen und Juden heilig ist. Inzwischen hat die Gewalt aber eine Eigendynamik entwickelt. Sie wird durch die Frustration der Palästinenser über die fortwährende israelische Besatzung weiter angeheizt. (oli/sda)

Erstellt: 18.06.2017, 15:08 Uhr

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