Neue Waffenruhe für Jemen ist in Kraft

Seit dem späten Mittwochabend gilt im Bürgerkriegsland offiziell eine Feuerpause. Gemäss der UNO soll sie zunächst 72 Stunden dauern.

Für mindestens 72 Stunden zurück zur Normalität: Der Eingang zur Altstadt von Sanaa am 18. Oktober 2016, kurz vor der Waffenruhe.

Für mindestens 72 Stunden zurück zur Normalität: Der Eingang zur Altstadt von Sanaa am 18. Oktober 2016, kurz vor der Waffenruhe. Bild: Yahya Arhab/Keystone

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Alle Beteiligten haben zugesagt, sich an die Feuerpause zu halten. Der UNO-Sonderbeauftragte für den Jemen, Ismail Ould Sheikh Ahmed, erklärte, sollte dies eintreffen, gebe es eine Option für eine Verlängerung. In der Vergangenheit waren mehrere Feuerpausen gescheitert.

So hielt im April eine von den UNO vermittelte Waffenruhe zunächst, wurde dann aber immer brüchiger. Auch wochenlange Friedensgespräche in Kuwait blieben erfolglos.

Gewalt weiterhin an der Tagesordnung

Kurz vor Beginn einer neuen Waffenruhe war die Gewalt in dem verarmten Bürgerkriegsland jedoch unvermindert weitergegangen. Flugzeuge der von Saudiarabien geführten Koalition hätten in der Hauptstadt Sanaa Angriffe auf die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten geflogen, berichteten Anwohner am Mittwoch.

Demnach waren im Osten Sanaas bei der Bombardierung eines Militärlagers Explosionen zu hören und Rauchsäulen zu sehen. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht.

Schiitische Huthi-Rebellen gegen Regierung

In der umkämpften Stadt Tais im Süden des Landes starb ein Zivilist, als die Huthis und ihre Verbündeten ein Wohngebiet beschossen. Drei Menschen wurden verletzt, wie es aus ärztlichen Kreisen hiess.

In dem Land im Süden der arabischen Halbinsel kämpfen schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen die international anerkannte Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Aufständischen in die saudische Hauptstadt Riad geflohen war.

Über drei Millionen Vertriebene

Eine von Saudiarabien geführte Koalition fliegt seit März vergangenen Jahres Luftangriffe gegen die Aufständischen, die grosse Teile des Jemen kontrollieren, darunter die Hauptstadt.

Die Bevölkerung des Jemens leidet massiv unter dem Konflikt. Nach Angaben der Uno kamen seit März 2015 mehr als 400 Zivilisten ums Leben, mehr als 7000 wurden verletzt. Dem Uno-Nothilfebüro OCHA zufolge wurden mehr als drei Millionen Jemeniten vertrieben.

Angriff auf Trauerfeier wegen «falschen Informationen»

Zuletzt starben bei einem Luftangriff auf eine Trauerfeier in Sanaa nach Uno-Angaben mindestens 140 Menschen. Die saudische Militärkoalition bekannte sich später zu dem Angriff und berief sich auf «falsche Informationen» der jemenitischen Verbündeten.

Von dem Chaos profitieren Terrorgruppen wie Al-Qaida oder der Islamische Staat (IS), die ihren Einfluss im Jemen ausbauen konnten. (sep/sda)

Erstellt: 19.10.2016, 23:55 Uhr

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