US-Stützpunkte für den Jemen «unvorstellbar»

Vor der Jemen-Konferenz in London hat die Regierung des Landes von der internationalen Gemeinschaft mehr Hilfe gefordert – und amerikanische Truppen ausdrücklich ausgeladen.

Der Jemen brauche aber keine ausländischen Truppen, um gegen al-Qaida vorzugehen, sagte der jemenitische Aussenminister Abu Bakr al-Qirbi am Mittwoch in London. Sein Staat benötige «sowohl internationale Unterstützung, um die Infrastruktur aufzubauen und die Armut zu bekämpfen, als auch gegen den Terror zu kämpfen», sagte al-Qirbi dem britischen Sender BBC vor der Konferenz.

Der Minister betonte aber, dass die Regierung in Sanaa keine ausländischen Truppen wolle, um gegen das Terrornetzwerk auf der arabischen Halbinsel vorzugehen. Amerikanische Stützpunkte auf jemenitischem Boden wären «unvorstellbar».

Mehr als 20 Nationen vertreten

Vertreter von 21 Ländern nehmen an der Konferenz am Nachmittag teil. Die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton landete am Morgen in der britischen Hauptstadt. Zu dem zweistündigen Treffen ist auch der jemenitische Ministerpräsident Ali Mohammed Mujawar angekündigt.

Der britische Premierminister Gordon Brown hatte nach dem versuchten Attentat auf eine amerikanische Maschine an Weihnachten zu dem Treffen eingeladen. Ein Nigerianer, der angeblich im Jemen von Al- Kaida ausgebildet worden war, hatte versucht, Sprengstoff auf dem Flug nach Detroit zu zünden.

«Brutstätte für Terrorismus»

Der Staatssekretär im britischen Aussenministerium, Ivan Lewis, sagte, es sei sehr wichtig, dass die internationale Gemeinschaft – und vor allem Jemens ölreiche Nachbarn – das Land unterstützten. Andernfalls könnte es zu einem gescheiterten Staat werden: «die Folgen kennen wir alle nur zu gut», so Lewis.

Brown hatte zuvor den Jemen als «Brutstätte und potenziellen sicheren Hafen für Terrorismus» bezeichnet. Nach dem Jemen-Treffen beginnt am Donnerstag in London die internationale Afghanistan- Konferenz. (raa/sda)

Erstellt: 27.01.2010, 14:44 Uhr

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