Ausland

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Blogs
  • Forum

Syrische Opposition erstmals in Moskau

Aktualisiert am 11.07.2012 3 Kommentare

Unvereinbare Positionen: Der Chef der grössten syrischen Oppositionsgruppe SNC war in Russland zu Gast. Moskau will einen Dialog, der SNC Assads Sturz.

Ungleiche Gesprächspartner: Der russische Aussenminister Lawrow begrüsst Abdel Basset Sajda, den Chef des Syrischen Nationalrates. (11. Juli 2012)

Ungleiche Gesprächspartner: Der russische Aussenminister Lawrow begrüsst Abdel Basset Sajda, den Chef des Syrischen Nationalrates. (11. Juli 2012)
Bild: AFP

Bildstrecke

Die Rebellen in den Bergen von Idlib

Die Rebellen in den Bergen von Idlib
Im Bergversteck zwischen Olivenbäumen und römischen Ruinen warten syrische Rebellen auf ihren Einsatz.

Artikel zum Thema

Bildstrecke

Chronologie der Aufstände in Syrien

Chronologie der Aufstände in Syrien
Die Ereignisse in Syrien seit dem Beginn der Proteste im März 2011.

Teilen und kommentieren

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Russland hält im Syrien-Konflikt an seinem international heftig kritisierten Kurs fest. Die russische Regierung lehne einen Rücktritt von Präsident Bashar al-Assad weiterhin ab, sagte der neue Chef des Syrischen Nationalrates (SNC), Abdel Basset Sajda, heute Mittwoch nach Gesprächen in Moskau. Den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates legte Russland einen Resolutionsentwurf zu Syrien vor, der keine Sanktionen gegen Damaskus vorsieht.

Sajda drängte die russische Regierung bei seinem Treffen mit Aussenminister Sergei Lawrow dazu, Assad die Unterstützung zu entziehen. Es handle sich beim Konflikt in Syrien nicht lediglich um «Meinungsverschiedenheiten zwischen Opposition und Regierung», sondern um eine «Revolution» vergleichbar mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, sagte Sajda. Es ist das erste Mal seit Ausbruch des Konfliktes, dass Russland mit Vertretern der syrischen Opposition in direkten Kontakt tritt.

Kein Ende mit Assad

Solange Assad an der Macht sei, sei ein Ende des Syrien-Konflikts undenkbar, sagte der Chef der grössten syrischen Oppositionsgruppe. Russland vertrete in dieser Frage jedoch eine «andere Position». Sajdas Vorgänger Burhan Ghaliun sagte, die russische Haltung habe sich seit einem Jahr «nicht verändert».

Lawrow hatte schon vor dem Treffen klargemacht, dass Russland nicht von seiner Position abrücken werde. Sein Land sehe die Gespräche als Möglichkeit, alle Fragen des SNC über die russische Position zu klären, sagte er. Moskau wolle wissen, wie die Chancen dafür stünden, dass die syrische Opposition Gespräche mit der Regierung in Damaskus aufnehme.

Der syrische Nationalrat lehnt einen Dialog mit der jetzigen Führung in Damaskus strikt ab und fordert einen Rücktritt von Präsident Assad. Moskau ist dagegen ein Verbündeter Assads und plädiert für die Bildung einer Übergangsregierung, in der auch Vertreter der jetzigen Führung vertreten sind. Trotz heftiger Kritik westlicher Staaten hat Russland Assad bisher nicht dazu aufgefordert abzutreten.

Annan im Sicherheitsrat

Der russische Resolutionsentwurf sieht denn auch keine Sanktionen gegen Damaskus vor, sondern lediglich die Verlängerung der am 20. Juli auslaufenden UN-Beobachtermission UNSMIS um drei Monate. Die Resolution habe zum Ziel, «die Bemühungen des internationalen Sondergesandten Kofi Annan bei der Umsetzung seines Friedensplans weiter zu unterstützen», sagte der stellvertretende UN-Botschafter Russlands, Igor Pankin.

Annan wollte den UN-Sicherheitsrat heute über den Stand seiner Vermittlungsbemühungen im Syrien-Konflikt informieren. Der Sondergesandte von UNO und Arabischer Liga war in den vergangenen Tagen zu Gesprächen in Damaskus, Teheran und Bagdad gewesen. Im April hatte Annan einen Friedensplan für Syrien vorgelegt, der unter anderem einen Waffenstillstand vorsah. Er erwies sich bislang jedoch als wirkungslos.

Auch heute wurde in Syrien weiter gekämpft. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen in einem Stadtviertel von Damaskus. Landesweit seien mindestens elf Menschen getötet worden, darunter sechs Zivilisten.

Ablehnung wahrscheinlich

Es gilt als wahrscheinlich, dass der russische Resolutionsentwurf im Sicherheitsrat abgelehnt wird. Das französische Aussenministerium erklärte, der russische Entwurf gehe «nicht weit genug» und bleibe hinter den Erwartungen von grossen Teilen der internationalen Gemeinschaft zurück.

Russland will auch weiter Waffen an Syrien verkaufen, wie der stellvertretende Leiter der Behörde für militärtechnische Zusammenarbeit, Wjatscheslaw Dsirkaln, russischen Nachrichtenagenturen sagte. Moskau werde die Verträge über die Lieferung von Luftabwehrwaffen erfüllen. Kürzlich hatte Dsirkaln erklärt, Russland werde zukünftige Waffenverkäufe an Syrien vorerst auf Eis legen. (ami/AFP)

Erstellt: 11.07.2012, 16:10 Uhr

3

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

3 Kommentare

Snezana Vishnjakova

11.07.2012, 18:25 Uhr
Melden 15 Empfehlung 0

Die (sehr kluge) russische Syrien-Position wird keinesfalls "international heftig kritisiert". Sie deckt sich mit der Position der Mehrheit der Staaten der UNO-Vollversammlung. Sie deckt sich auch mit der Position Kofi Annans. Kritik üben bloss die USA, die Saudis und angeschlossene Interessenvertreter. Der Artikel fällt im übrigen hinter den Wissensstand nach dem Interview mit Assad zurück. Antworten


Holger Lipperr

11.07.2012, 23:10 Uhr
Melden

...da lässt der verhinderte Augenarzt und praktizierende Massenmoerder seit eineinviertel Jahren mit Scharfschuetzen und Panzern sein Volk dezimieren - lässt seine ''Sicherheitskraefte'' auf Kinder und Frauen los - laesst quaelen und foltern - lügt, wenn er den Mund auftut - und hat immer noch Parteigänger, die ihn mit schwer erträglichem Nonsens verteidigen... Antworten



Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Was halten Sie von der Sondermarke für die Eishockey-Nati?




Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

Verzeichnis- & Serviceportal

Marktplatz

Nicht von dieser Welt!

Entdecken Sie die arabische Märchenwelt aus 1001 Nacht!

Gratis für Abonnenten und Abonnentinnen

1:0 für Ihre Unabhängigkeit! Wo immer Sie sind: Blättern Sie virtuell durch Ihre BZ Berner Zeitung. Lesen Sie unser ePaper.

Fernstudentin an der FFHS

Award für beeindruckende Weiterbildungsbiografie

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.