Moskau stoppt Waffenlieferung nach Syrien
Aktualisiert am 09.07.2012 2 Kommentare
Syrische Truppen üben Krieg: Grossangelegte Übung an einem unbekannten Ort im Land. (8. Juli 2012) (Bild: Keystone )
Artikel zum Thema
- Schweizer Handgranaten liegen kistenweise in Syrien
- Kofi Annan, der Gescheiterte
- Clinton attackiert China und Russland
- Hoher General und Jugendfreund Assads flüchtet aus Syrien
- Frankreich prescht an Syrien-Tagung vor
Bildstrecke
Teilen und kommentieren
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Russland will neue Waffenlieferungen an Syrien vorerst auf Eis legen, bis sich die Lage in dem Land wieder beruhigt hat. Das teilt der stellvertretende Leiter der Behörde für militärische und technische Zusammenarbeit, Wjatscheslaw Dsirkaln, laut russischen Nachrichtenagenturen mit. Allerdings werde Moskau mit bereits vereinbarten Exporten fortfahren. Bis dato habe Russland die syrischen Streitkräfte mit Ersatzteilen versorgt und die Reparatur bereits früher gelieferter Waffen unterstützt, sagte Dsirkaln.
Derweil setzt Präsident Wladimir Putin im Ringen um ein Ende der Gewalt in Syrien auf Druck von aussen. Das Regime und die Oppositionsgruppen sollten zur Aufnahme eines Dialogs «gezwungen» werden, erklärte Putin. Der von Moskau angestrebte Dialog sei «komplizierter und feiner» als eine bewaffnete Lösung des Konflikts.
Annan trifft Assad
Ebenfalls heute traf der syrische Oppositionspolitiker Michel Kilo mit dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow zusammen. Er hoffe, dass Russland eine positive Rolle in den Bemühungen «um eine friedliche Lösung unserer Krise» spielen werde, sagte Kilo, der die Gruppe Demokratisches Forum anführt. Am Mittwoch werden Vertreter einer weiteren Oppositionsgruppe – des Syrischen Nationalrats – in Moskau erwartet.
Unterdessen liess der internationale Sondergesandte Kofi Annan nach einem Treffen mit Präsident Bashar al-Assad Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der Friedensbemühungen aufkeimen: Er habe mit Assad ein Rahmenabkommen erzielt, sagte Annan vor Journalisten in Damaskus. Das zweistündige Gespräch sei überdies «offen und konstruktiv» verlaufen. Annan kündigte zudem ein Treffen mit Rebellenführern an, bei dem das Rahmenabkommen zur Sprache kommen solle. Weitere Einzelheiten zur Einigung mit Assad nannte er nicht. Annan sollte am Montag noch zu politischen Gesprächen nach Iran reisen, wie das iranische Staatsfernsehen berichtete. Teheran gilt als wichtiger Verbündeter von Damaskus.
Die in Grossbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete derweil, dass seit dem Aufstand gegen das Regime Assads im März 2011 mehr als 17.000 Menschen getötet worden seien. Unter den Toten waren demnach 11'897 Zivilisten, 4348 Soldaten und 884 Deserteure. (mw/sda)
Erstellt: 09.07.2012, 15:35 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
2 Kommentare
Wenn Moskau keine Waffen und Munition mehr nach Syrien liefert, werden halt plötzlich mehr Munitions- und HG-Kisten der RUAG in Syrien auftauchen. Das nennt man angewandte politische Magie. Und solche kann an jeder Hochschule erworben werden, die Diplomkurse in Politik- und Militärwissenschaften anbietet. Der Rest wär dann Logistik. Antworten


Bitte warten
Die Welt in Bildern


























