Maskierte Angreifer sprengen Pipeline in die Luft
Aktualisiert am 05.02.2012 16 Kommentare
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Auch am Wochenende ist es in Ägypten zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Das Finanzamt in Kairo wurde in der Nacht auf heute in Brand gesetzt, wie das Staatsfernsehen berichtete. Teile des Gebäudes brannten lichterloh. Bei den seit vier Tagen andauernden Protesten gegen die Regierung kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben.
Es war damit eine der blutigsten Wochen seit Beginn des Aufstandes gegen den früheren Präsidenten Hosni Mubarak. Ausgelöst wurde die jüngste Gewalt durch die Krawalle in einem Fussballstadion am Mittwoch, bei denen 74 Menschen getötet wurden. International sorgt die neue Welle der Gewalt für Beunruhigung. Es wird befürchtet, dass die Lage ausser Kontrolle geraten könnte.
Stadtviertel abgesperrt
Die Polizei errichtete in Kairo eine Betonmauer auf der Mansur-Strasse, die zum Innenministerium führt. Auf anderen Strassen verschanzte sie sich hinter Rollen von Stacheldraht. In Suez starben nach Angaben von Ärzten zwei Menschen an Verletzungen mit Schrotmunition, die sie in der Nacht zu Samstag erlitten hatten. Nach Angaben des Innenministeriums wurden seit Beginn der Unruhen am Donnerstag in Kairo und Suez zwölf Menschen getötet und 2532 weitere verletzt.
In Ägypten fordern immer mehr Menschen einen schnelleren Wandel. Eine Berater-Gruppe des Militärrates schlug vor, die Vorbereitungen für die Präsidentschaftswahlen zu beschleunigen. Demnach soll die Nominierung von Kandidaten bereits ab 23. Februar möglich sein und nicht erst Mitte April. Damit wäre eine Wahl bereits im April oder Mai möglich.
Anschlag auf Pipeline
Auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel ist erneut ein Anschlag auf die Gaspipeline nach Israel verübt worden. Westlich der Küstenstadt Al-Arisch sei es zu einer Explosion gekommen, berichteten Augenzeugen sowie das Staatsfernsehen heute früh.
Die maskierten und bewaffneten Angreifer hätten einen Sprengsatz an der Pipeline nahe der Stadt Al-Arisch zur Explosion gebracht, erklärten Sicherheitsbeamte. Rettungskräfte eilten zum Anschlagsort im Norden der Sinai-Halbinsel, um das Feuer zu löschen. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.
Weniger Polizisten
Von der Ortschaft al-Arish aus waren die Flammen zu sehen. Die Gasversorgung war unterbrochen. Seit dem Sturz des früheren Präsidenten Hosni Mubarak sind mindestens zwölf Anschläge auf die Pipeline zwischen Ägypten und Israel verübt worden. Die Verbindung wird von weniger Polizisten abgesichert.
Der 20 Jahre alte Gasvertrag des Landes mit Israel ist bei weiten Teilen der ägyptischen Bevölkerung sehr unbeliebt. Kritisiert wird unter anderem, dass die langfristig vereinbarten Gaspreise zu niedrig seien. Die Pipeline wird von einer Tochter des Staatsunternehmens Egas betrieben. Vorangegangene Anschläge haben teils Unterbrechungen bei der Gasversorgung von mehreren Wochen zur Folge gehabt. (ami/sda/AFP)
Erstellt: 05.02.2012, 13:54 Uhr
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