Lockerbie-Attentäter: Zuerst todkrank, nun in «guter Verfassung»

Aktualisiert am 16.03.2010 18 Kommentare

Der freigelassene Lockerbie-Terrorist Abdel Basset al-Megrahi hatte angeblich nur noch drei Monate zu leben. Nun geht es ihm offenbar besser; er lebt in einer Villa und erhält viel Geld – sehr zum Ärger vieler Briten.

Im Spital in Tripolis: al-Megrahi am 9. September 2009, umgeben von Ärzten.

Im Spital in Tripolis: al-Megrahi am 9. September 2009, umgeben von Ärzten.
Bild: Keystone

Wie die Zeitung «Daily Mail» und andere britische Blätter berichten, hat sich der Gesundheitszustand von Abdel Basset al-Megrahi laut Saif Ghadhafi stark gebessert. Der Sohn des libyschen Diktators sagte demnach gegenüber der Zeitung «Asharq al-Awsat», dass der verurteilte Attentäter in «guter Verfassung» sei. Seine Zukunft liege nun «in Gottes Hand».

Weiter berichtet die Zeitung, dass al-Megrahi in einer luxuriösen Villa in der Nähe von Tripolis lebe – mit einer grosszügigen Rente der Regierung. Zudem erfreue er sich grosser Beliebtheit in der Bevölkerung: Zahlreiche Babys seien nach ihm benannt worden. Und im Lauf der vergangenen Monate hätten sich rund 30'000 Menschen bei ihm eingefunden, um ihm alles Gute zu wünschen. Sie dürften in Gruppen zu jeweils sechs Personen einige Minuten bei ihm verweilen.

Wegen tödlicher Krankheit frei

Am 20. August 2009 war al-Megrahi aus seiner Haft in Grossbritannien entlassen worden. Er durfte nach Libyen ausreisen – aus humanitären Gründen, weil er nur wegen einer Prostata-Krebserkrankung noch drei Monate zu leben habe, wie es damals hiess. Die häufig geäusserte Vermutung, dass seine Freilassung auch bei Verhandlungen um Ölgeschäfte mit Grossbritannien ein Thema war, bestätigte laut dem Bericht nun auch Saif Gadhafi.

Angehörige von Opfern des Lockerbie-Attentats vom 21. Dezember 1988, bei dem 270 Menschen starben, hatten bereits den Verdacht geäussert, dass al-Megrahi gar nicht krank sei. Und im vergangenen Februar forderten schottische Oppositionspolitiker die Regierung auf, sämtliche medizinische Details zu publizieren, die zum Entscheid der Freilassung geführt hatten. Die Regierung, so kritisierte der Labour-Chef Iain Gray damals, hätte zumindest ein zweites Gutachten einholen müssen. (raa)

Erstellt: 16.03.2010, 09:54 Uhr

18

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

18 Kommentare

Rolf Iseli

16.03.2010, 09:34 Uhr
Melden

Das passt doch alles ins Bild das wir von Libyen gewinnen konnten. Antworten


Ladislav Jirucha

16.03.2010, 09:31 Uhr
Melden

Da haben wir die Verlogenheit und Hinterlistigkeit der Maghrebis. Kerngesunder mehrfach Mörder wird frei gelassen, um in diesem Sumpf des Ghadafis gefeiert zu werden. Und wir reden von liberaler Haltung, Menschenrechte, etc. etc. Antworten



Ausland

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Ausland

Umfrage

Was machen Sie über Pfingsten?





AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Tax Controller Holcim Group Support Ltd, Zurich

Leiter/in Abteilung Bevölkerung und Sicherheit80 – 100 % Gemeinde Fällanden, Fällanden

Group Treasury Manager (m/f), Ref. 2346 SR Technics Switzerland, Zurich

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Telefonbuch

Marktplatz