Lockerbie-Attentäter: Zuerst todkrank, nun in «guter Verfassung»
Aktualisiert am 16.03.2010 18 Kommentare
Bei der Heimkehr umjubelt: al-Megrahi mit Ghadhafis Sohn Saif am 20. August am Flughafen von Tripolis. (Bild: Keystone)
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Wie die Zeitung «Daily Mail» und andere britische Blätter berichten, hat sich der Gesundheitszustand von Abdel Basset al-Megrahi laut Saif Ghadhafi stark gebessert. Der Sohn des libyschen Diktators sagte demnach gegenüber der Zeitung «Asharq al-Awsat», dass der verurteilte Attentäter in «guter Verfassung» sei. Seine Zukunft liege nun «in Gottes Hand».
Weiter berichtet die Zeitung, dass al-Megrahi in einer luxuriösen Villa in der Nähe von Tripolis lebe – mit einer grosszügigen Rente der Regierung. Zudem erfreue er sich grosser Beliebtheit in der Bevölkerung: Zahlreiche Babys seien nach ihm benannt worden. Und im Lauf der vergangenen Monate hätten sich rund 30'000 Menschen bei ihm eingefunden, um ihm alles Gute zu wünschen. Sie dürften in Gruppen zu jeweils sechs Personen einige Minuten bei ihm verweilen.
Wegen tödlicher Krankheit frei
Am 20. August 2009 war al-Megrahi aus seiner Haft in Grossbritannien entlassen worden. Er durfte nach Libyen ausreisen – aus humanitären Gründen, weil er nur wegen einer Prostata-Krebserkrankung noch drei Monate zu leben habe, wie es damals hiess. Die häufig geäusserte Vermutung, dass seine Freilassung auch bei Verhandlungen um Ölgeschäfte mit Grossbritannien ein Thema war, bestätigte laut dem Bericht nun auch Saif Gadhafi.
Angehörige von Opfern des Lockerbie-Attentats vom 21. Dezember 1988, bei dem 270 Menschen starben, hatten bereits den Verdacht geäussert, dass al-Megrahi gar nicht krank sei. Und im vergangenen Februar forderten schottische Oppositionspolitiker die Regierung auf, sämtliche medizinische Details zu publizieren, die zum Entscheid der Freilassung geführt hatten. Die Regierung, so kritisierte der Labour-Chef Iain Gray damals, hätte zumindest ein zweites Gutachten einholen müssen. (raa)
Erstellt: 16.03.2010, 09:54 Uhr













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