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Libyen: Geiseln frühestens am Mittwoch frei

Aktualisiert am 31.08.2009 31 Kommentare

Der libysche Vize-Aussenminister sagte dem Westschweizer Fernsehen, dass die Geiseln bis und mit Dienstag Tripolis nicht verlassen werden. Er sagte auch, im Vertrag stehe nichts zu den beiden Geschäftsleuten.

Unberechenbare Taktik: Libyens Staatschef Muammar al-Qadhafi.

Unberechenbare Taktik: Libyens Staatschef Muammar al-Qadhafi.
Bild: Reuters

Hier harren die Geiseln aus: Schweizer Botschaft in Tripolis.

Hier harren die Geiseln aus: Schweizer Botschaft in Tripolis. (Bild: Reuters)

«Vielleicht gibts am Mittwoch gute Nachrichten»: Khaled Kaim.

«Vielleicht gibts am Mittwoch gute Nachrichten»: Khaled Kaim. (Bild: SF / Tagesschau)

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Die zwei seit über einem Jahr festgehaltenen Schweizer kommen laut dem libyschen Vize-Aussenminister Khaled Kaim frühestens am kommenden Mittwoch frei. Dies sagte er am Montag im Westschweizer Fernsehen TSR. Auf Anfrage der AP sagte Kaim, die beiden müssten vor der Ausreise eine Busse bezahlen. Das EFD nahm die Aussagen zur Kenntnis.

Die Freilassung der beiden Schweizer werde erst nach Abschluss der Feiern zum 40-jährigen Bestehen der Gaddafi-Herrschaft erfolgen, also nicht vor dem kommenden Mittwoch, sagte Vize-Aussenminister Kaim weiter. Es sei zudem möglich, dass die beiden der Verletzung von Einreise- und Aufenthaltsbstimmungen Beschuldigten vor der Abreise noch einmal vor dem Staatsanwalt erscheinen müssten. Kaim stellte zugleich fest, dass die zwischen der Schweiz und Libyen getroffene Vereinbarung zur Beendigung der diplomatischen Krise nicht die beiden Geschäftsleute, sondern die Vorkommnisse vom Juli 2008 rund um die Verhaftung von Gaddafi-Sohn Hannibal in Genf betreffe.

Eine Busse steht aus

Wie Kaim auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP weiter erklärte, werden die beiden Geschäftsleute eine Busse bezahlen müssen, bevor sie Libyen verlassen können. Dies habe der Generalstaatsanwalt den beiden bei einem kürzlichen Besuch eröffnet. Zur Höhe des Bussgeldes machte Kaim keine Angaben.

Beim Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) wurde das Interview mit Kaim zur Kenntnis genommen, wie Sprecher Roland Meier auf Anfrage sagte. Zu Medienberichten, wonach den beiden Schweizern in Libyen der Prozess gemacht werden soll, sagte Meier, Gerüchte würden nicht kommentiert. Die betreffenden Aussagen stammen offenbar vom libyschen Kabinettsmitglied Mohammed Siala in einem Interview mit dem Journalisten der britischen «Times», Martin Fletcher. Fletcher bestätigte die Aussagen dem Nachrichtenmagazin «10vor10».

Retorsionsmassnahmen

Über einen Rückkehrtermin für die beiden Schweizer war am Montagabend vorerst weiterhin nichts bekannt. Das EFD machte keinerlei Angaben. Entsprechend hielt der Druck auf Bundespräsident Hans-Rudolf Merz an. Dieser hatte am 21. August, einen Tag nach seiner Rückkehr aus Tripolis, erklärt, Libyens Premierminister habe ihm versprochen, dass die beiden bis zum Dienstag in die Schweiz reisen könnten. Falls die Schweizer nicht frei kämen oder das Parlament die Einigung nicht akzeptiere, werde er die Konsequenzen tragen, sagte Merz weiter.

Die beiden Schweizer waren am 19. Juli 2008 in Libyen wegen angeblicher Verstösse gegen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen inhaftiert worden. Es handelte sich offensichtlich um eine der Retorsionsmassnahmen des Gaddafi-Regimes nach der vorübergehenden Verhaftung von Sohn Hannibal und dessen Ehefrau in Genf.

Erst der Anfang

Eine libysche Zeitung berichtete laut dem Nachrichtenmagazin «10 vor 10» darüber, dass sich Bundespräsident Hans-Rudolf Merz in Tripolis entschuldigt habe. Damit sei die Affäre aber längst nicht ausgestanden. Der Artikel endet mit dem Satz: «Das war erst der Anfang». (sam)

Erstellt: 31.08.2009, 23:52 Uhr

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31 Kommentare

Pankraz Aeschlimann

31.08.2009, 21:06 Uhr
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Einmal mehr sieht man, wie isoliert die Schweiz dasteht, niemand kommt ihr zu Hilfe. Als die bulgarischen Krankenschwestern in Libyen inhaftiert waren, ging immerhin die damalige Frau Sarkozy zu Gaddafi, um ihre Freilassung zu erreichen. Die Schweiz, die stets nur Rosinli von den anderen pickt, hat denkbar schlechte Karten. Antworten


Rolf Schumacher

01.09.2009, 11:22 Uhr
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@Duschletta: Lieber Oel aus Nigeria? Der Bevölkerung in Lybien geht es für nordafrikanische Verhältnisse sehr gut. Qadhafi hat die Amis und die GBR aus dem Land geschmissen wie der Iran auch. Seither fällt etliches von den Oelmilliarden ans Volk. Die Infrastruktur ist viel besser als in Algerien oder Tunesien, wenn dem Volk etwas geschadet hat war es der jahrelange Boykott durch den Westen. Antworten



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