Iranische Geiseln in Syrien getötet
Aktualisiert am 07.08.2012 3 Kommentare
Medikamentenmangel in Syrien
Wegen der immer heftigeren Kämpfe in Syrien leidet die Bevölkerung unter einem zunehmenden Medikamentenmangel. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf mitteilte, wurden die Pharma-Fabriken bei Aleppo, Homs und Damaskus bei den jüngsten Kämpfen schwer beschädigt. Vor dem Aufstand gegen die Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad habe sich Syrien zu 90 Prozent selbst mit Medikamenten versorgt, sagte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic. Infolge von Versorgungsengpässen, Sanktionen und Zerstörungen sei die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zunehmend bedroht. Im einzelnen beklagte die WHO einen Mangel an Antibiotika und an Medikamenten für chronische Krankheiten, gegen Tuberkulose, Hepatitis, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs. Zahlreiche Krankenhäuser und Gesundheitszentren seien geschlossen worden. Derzeit leistet die WHO nach eigenen Angaben medizinische Hilfe für 700'000 Einwohner Syriens. Das Welternährungsprogramm (WFP) machte unterdessen darauf aufmerksam, dass sich auch die Lebensmittelversorgung in Syrien verschlechtere. Rund 1,5 Millionen Menschen, besonders in ländlichen Gebieten, benötigen laut WFP im nächsten halben Jahr Lebensmittelhilfe. (sda)
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Die iranischen Geiseln, die sich in der Gefangenschaft der syrischen Aufständischen befinden, müssen weiter um ihr Leben bangen. Der arabische Fernsehsender al-Jazeera berichtete, drei der iranischen Geiseln seien nach Angaben syrischer Rebellen bei einem Luftangriff von Regierungstruppen getötet worden. Der Angriff habe sich in der Provinz Damaskus ereignet.
Rebellen hatten am Wochenende fast 50 Iraner gefangengenommen, die ein Vertreter der Freien Syrischen Armee als Spione bezeichnete. Amtliche syrische und iranische Medien sprachen dagegen von schiitischen Pilgern, die einen Schrein in der Hauptstadt besuchen wollten. Die Aufständischen drohten, die übrigen knapp 50 Geiseln binnen einer Stunde umzubringen, sollten die Regierungstruppen das Feuer nicht einstellen.
25 Tote bei schweren Kämpfen in Aleppo
Bei schweren Kämpfen im nordsyrischen Aleppo sind nach Angaben des Staatsfernsehens mindestens 25 Aufständische getötet worden. Die Rebellen hätten ein Kraftwerk in der Wirtschaftsmetropole angegriffen und seien zurückgeschlagen worden.
Die Aufständischen eroberten nach eigenen Angaben in zehnstündigen Kämpfen einen strategisch wichtigen Armee-Kontrollpunkt. Die Stellung verbinde die nordöstlichen Vororte mit dem Stadtzentrum Aleppos, sagte ein örtlicher Rebellenkommandant.
Nach seiner Darstellung setzte das Militär auch Kampfflugzeuge ein. Wie die Syrischen Menschenrechtsbeobachter mitteilten, starben gestern landesweit mindestens 260 Menschen, 49 davon in Aleppo.
Frankreich verspricht medizinische Hilfe
Frankreich sendet zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge medizinische Hilfe nach Jordanien. Dies habe Staatspräsident François Hollande entschieden, berichtet der Sender France Info. Französische Militärchirurgen und Ärzte sollten umgehend an die jordanisch-syrische Grenze aufbrechen. Ziel sei, die Opfer der Kämpfe und die Flüchtlinge zu unterstützen, berichtete der Sender. Der Schritt erfolge in Absprache mit den jordanischen Behörden.
Aussenminister Laurent Fabius werde am 15. August nach Jordanien und in andere Länder der Region reisen, hiess es weiter. Nach UN-Angaben haben 40'000 Syrer im benachbarten Königreich vor den Kämpfen Zuflucht gesucht. Die jordanische Organisation Kitab wal Sunna spricht von mehr als 50'000 Flüchtlingen.
Regierungschef läuft über
Gestern war bekannt geworden, dass Ministerpräsident Ryad Hijab als bislang ranghöchster Regierungsvertreter zu den Rebellen übergelaufen ist und sich nach Jordanien abgesetzt hat. Ein Vertreter der Freien Syrischen Armee, Ahmad Kassim, sagte zunächst, neben Hijab seien drei weitere Minister aus Syrien geflohen. Später korrigierte er die Zahl auf zwei. Eine Bestätigung aus anderer Quelle über die Flucht von Ministern lag nicht vor. Ebenfalls gestern wurde auf die Zentrale des syrischen Staatsfernsehens in der streng bewachten Innenstadt der Hauptstadt Damaskus ein Bombenanschlag verübt.
Die Hintergründe der Flucht Hijabs sind noch undurchsichtig, und auch sein genauer Aufenthaltsort war nicht bekannt. Es wird vermutet, dass er bald im Golfstaat Katar eintrifft, der zu den stärksten Unterstützern der Rebellen in Syrien zählt. Der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney, sagte, das Regime von Präsident Bashar al-Assad zerfalle von innen, Assads Tage seien gezählt. Der französische Aussenminister Fabius erklärte, Hijabs Flucht sei ein Zeichen dafür, dass das Regime wegen «seiner Wahl bewaffneter Gewalt» Unterstützung verliere. (kpn/bru/AFP/sda)
Erstellt: 07.08.2012, 11:01 Uhr
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3 Kommentare
Um Herrn Assad könnte es „einsamer werden“ oder aber es könnte auch ein „harter Kern“ entstehen, weil sich in Krisenzeiten die Kader im Kampf bewähren müssen und nicht durch Parlamentarismus.
(Übrigens wird in der Türkei bereits über einen möglichen Militärputsch spekuliert.)
Antworten
Nun ja, möglich dass es Pilger sind. Aber unter den Pilgern hat es üblicherweise auch vermehrt ältere Leute und Frauen , vor allem wenn das Ziel der Reise das Grab von Bint Zaynab (Tochter Alis) sein soll ? Aber kein Problem, auf der einen Seite die Saudis und auf der anderen die Iraner . Antworten
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