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Ghadhafi ruft zum Dschihad gegen die Schweiz auf

Muammar al-Ghadhafi erklärt den heiligen Krieg gegen die Eidgenossenschaft. Diese sei wegen des Minarett-Verbots «ungläubig und abtrünnig».

1/7 «Aus dem Munde eines Staatschefs nicht hinnehmbar»: Die Uno kritisiert Muammar al-Ghadhafi.

   

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Die Rede im Original

In einer Rede in Benghazi bezeichnete der libysche Revolutionsführer die Schweiz wegen des Minarettverbots als «ungläubig» und «abtrünnig». Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Auch libysche Medien berichten über die Ansprache und setzen den Angriff auf die Schweiz in die Überschrift. «Es ist gegen die ungläubige und abtrünnige Schweiz, die die Häuser Allahs zerstört, gegen die der Dschihad mit allen Mitteln ausgerufen werden muss», sagte Ghadhafi in der Küstenstadt im Osten des Landes vor Tausenden von Zuhörern. Sie feierten dort die Geburt des Propheten Mohammed.

Für den libyschen Staatsführer ist «der Dschihad gegen die Schweiz, gegen den Zionismus, gegen die ausländische Aggression [...] kein Terrorismus», heisst es weiter. Jeder Muslim auf der ganzen Welt, der mit der Schweiz verkehre, sei ein Ungläubiger und sei «gegen den Islam, gegen Mohammed, gegen Gott, gegen den Koran», sagte Ghadhafi. «Jeder Muslim auf der Welt, der mit der Schweiz zusammenarbeitet, ist ein Ungläubiger. Er ist gegen den Propheten Mohammed, gegen Gott und gegen den Koran», sagte der libysche Diktator weiter.

«Erneute Provokation»

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten will sich zur neuen Entwicklung nicht äussern.« Wir kommentieren die neusten Äusserungen nicht», sagt Sprecher Lars Knuchel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet.

Und FDP-Nationalrätin Christa Markwalder, Präsidentin der aussenpolitischen Kommission des Nationalrates (APK), meint: «Das ist eine erneute Provokation an die Adresse der Schweiz. Es ist nicht das erste Mal, dass Ghadhafi sich so ausfällig gegenüber unserem Land äussert. Wir müssen uns darauf konzentrieren, dass Max Göldi zurückkehren kann.»

Kein Gewicht in der arabischen Welt

Muammar al-Ghadhafi ist laut dem Islam-Experten Hasni Abidi aus religiöser Sicht gar nicht berechtigt, um zum Heiligen Krieg aufzurufen. Zudem hätten die Worte des libyschen Machthabers kein Gewicht in der arabischen Welt, sagte er am Donnerstagabend auf Anfrage der SDA.

«Damit erntet Ghadhafi bei europäischen Muslimen ein Lächeln», sagte der Berner Islamwissenschafter Reinhard Schulze in der Sendung «10 vor 10». Und auch in der arabischen Welt werde der libysche Staats weniger ernst genommen als es manchmal den Anschein mache.

Das Schweizer Stimmvolk hat am 29. November eine Volksinitiative für das Verbot von Minaretten im Land mit einer deutlichen Mehrheit von 57,5 Prozent angenommen. (sam/se/moo/sda/)

Erstellt: 26.02.2010, 10:41 Uhr

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