Freigelassene Iran-Geisel: «Ich bin der Schweiz unendlich dankbar»
Setzte sich für die Geiseln ein: Livia Leu Agosti, die Schweizer Botschafterin im Iran. (Bild: Keystone )
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Die vor zwei Wochen vom Iran freigelassene Amerikanerin Sarah Shourd hat sich bei der Schweiz für ihre Vermittlerrolle bedankt. «Ich kann kaum zum Ausdruck bringen, wie dankbar ich der Schweiz bin», sagte Shourd am Freitag vor den Medien in der Schweizer Botschaft in Washington.
Die Schweiz spiele als Friedensbringerin eine wichtige Rolle in der Welt, sagte sie weiter. Seit 1980 nimmt das Land die konsularischen und diplomatischen Interessen der USA im Iran wahr. Shourd und ihr Verlobter Shane Bauer waren mit einem dritten Amerikaner, Josh Fattal, an der Grenze zu Irak vor über einem Jahr von iranischen Sicherheitskräften festgenommen worden.
Teheran warf ihnen illegalen Grenzübertritt zum Zweck der Spionage vor. Die USA wiesen den Vorwurf entschieden zurück. Die drei Amerikaner erklärten, bei einer Wanderung versehentlich die Grenze überquert zu haben.
Unsichtbare Grenze
«Wir wanderten auf einem klar markierten Weg nahe einer Touristenattraktion im nördlichen Irak», sagte Shourd. Man habe ihnen versichert, dass Amerikaner im bergigen Norden Iraks, der sich eines aufblühenden Tourismus erfreue, keiner Bedrohung ausgesetzt seien, sagte die 32jährige.
Die Grenze sei unsichtbar gewesen. Sie wisse bis heute nicht, wo oder wann die Dreiergruppe sie überschritten habe, sagte Shourd, die Bauer, einem Journalisten, nach Irak gefolgt war und dort Englisch unterrichtete.
Laut Shourd wurde die Gruppe nach der Festnahme drei Tage lang durchs Land gefahren, bis sie schliesslich in Teheran inhaftiert wurde. Am Anfang sei sie selbst in Einzelhaft gewesen, sagte Shourd. Später habe man sie zusammen mit Bauer und Fattal auf ein eingezäuntes Gelände gebracht. Beide Männer werden immer noch im Iran festgehalten.
«Erst ein Drittel frei»
Shourd bezeichnete sich als «erst ein Drittel frei». Sie dankte der Schweizer Botschafterin im Iran, Livia Leu Agosti, für ihre Bemühungen. Leu Agosti habe sich von Anfang an für die Amerikaner eingesetzt und ihnen Hoffnung gebracht. «Shane und ich haben abgemacht, dass wir auf verlängerte Hochzeitsreise in die Schweiz gehen, wenn dies alles vorbei ist», sagte Shourd.
Mit Shourd bei der Medienkonferenz in Washington waren die Mütter der beiden noch inhaftierten Amerikaner. Sie baten die Schweiz, sich weiter für die Freilassung ihrer Söhne einzusetzen, die mit den besten Absichten nach Irak gegangen seien. (jak/sda)
Erstellt: 01.10.2010, 18:47 Uhr
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