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Die teuersten Bilder der Welt

Aktualisiert am 10.02.2012 11 Kommentare

Sie sind Handwerker, Anwälte und Studierende. Mit Handys und Kameras dokumentieren die syrischen Bürgerjournalisten Demonstrationen und das Kriegsgeschehen – das endet manchmal tödlich.

1/29 Nun wird auch die Hauptstadt gestürmt: Panzer der syrischen Armee in Damaskus. (14. Februar 2012)
Bild: Keystone

   

Hatte seine Berufung gefunden, jetzt ist er tot: Der Student Maschar Tajjara. (Bild: AFP )

Die EU will Russland überzeugen, doch noch eine UN-Resolution gegen die Gewalt in Syrien zu unterstützen. (Video: Reuters )

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Chronologie der Aufstände in Syrien

Chronologie der Aufstände in Syrien
Die Ereignisse in Syrien seit dem Beginn der Proteste im März 2011.

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Mit seinem Handy macht Mohammed Shami (Pseudonym) auf die Schnelle ein paar Filmaufnahmen von der Demonstration in Damaskus. Dann verschwindet er in der Menge – aus Angst vor den Ordnungskräften des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Vor einem Jahr war er noch Handwerker und hätte sich seine heutige Tätigkeit nicht träumen lassen. Jetzt ist er einer von Hunderten «Bürgerjournalisten», die das Geschehen in Syrien seit Beginn des Protests im März 2011 dokumentieren.

Angestellte, Rechtsanwälte, Ingenieure, Studierende – überall in dem arabischen Land filmen sie und versorgen Websites wie Facebook und Youtube mit Videos, die von Satelliten-Fernsehsendern übernommen und weltweit verbreitet werden. «Alles begann mit den ersten Demonstrationen in der Hauptstadt, an denen wir teilnahmen», sagt der 32-jährige Shami AFP in einem Telefonat aus Damaskus. «Die Regierung behauptete, die Demos hätten gar nicht stattgefunden. Wir wollten beweisen, dass das gelogen war. Deshalb filmten wir.» Er habe die Bilder «teuer bezahlt». 15 Tage lang sei er geschlagen und gefoltert worden.

«Freiheit für das syrische Volk»

Aber Shami und seine Freunde gaben nicht klein bei. «Wir haben uns besser organisiert. Einer filmte ein paar Minuten lang, dann versteckte er sich an einem sicheren Ort, um die Bilder an die Satellitensender zu schicken, während ihn ein anderer mit Aufnehmen ablöste.» Als die Regierung erklärte, es handle sich um alte Aufnahmen, gingen sie dazu über, Schilder mit Datum und Ort des Geschehens in die Kamera zu halten.

«Omar der Syrer» war einer dieser Bürgerjournalisten. Der 24-jährige Student starb vergangene Woche in der Protesthochburg Homs, als Regierungskräfte dort nach Angaben der Anti-Assad-Aktivisten ein «Massaker» verübten. «Er versorgte gerade Verletzte, als er selbst von einer Granate getroffen wurde», berichtet ein Freund, der nicht namentlich genannt werden will. «Er wurde am Kopf, am Bauch und am Bein getroffen und starb drei Stunden später im Krankenhaus.» Sein Ziel sei «Würde und Freiheit für das syrische Volk» gewesen.

«Omar der Syrer», mit richtigem Namen Mashar Tajjara, arbeitete unter anderem für den «Guardian», «Die Welt» und gelegentlich auch für den Videodienst der Nachrichtenagentur AFP. Er war auch auf CNN und al-Jazeera zu sehen – live aus Homs. Schon am 29. Dezember erschossen Sicherheitskräfte den 23-jährigen Bürgerjournalisten Bassil Sajjed in Baba Amr, einem besonders umkämpften Stadtteil von Homs. Viele andere starben, darunter Farsat Jerban am 20. November ebenfalls in Homs.

Sie setzten ihr Leben aufs Spiel

Kinan Ali, der sich in den Libanon abgesetzt hat, aber weiter im Medienbereich aktiv ist, sieht erhebliche Verbesserungen bei den Amateurjournalisten. Am Anfang habe ein und derselbe Aktivist den Aufruf zur Demonstration auf Facebook gestellt, danach an der Demonstration teilgenommen, dort gefilmt und später die Aufnahmen online gestellt. Jetzt blieben diejenigen mit Satellitenempfang zu Hause, um Bilder zu versenden. Die mit den Kameras mischten sich aus Sicherheitsgründen nicht mehr unter die Demonstranten, sondern filmten von Fenstern oder Balkonen aus.

Auch die Qualität der Aufnahmen hat sich seither verbessert. Die Winkel sind professioneller geworden, und es gibt auch nicht mehr so viele verwackelte Bilder.

Abu Abdallah Talli ist ein Bürgerjournalist, der nach dem Tod seines Freundes im südlichen Daraa und der Kappung des Internets in seinem Dorf nach Damaskus zog. «Immer wenn jemand stirbt, sterben wir mit ihm», sagt der 26-jährige Nachrichtentechniker. Auf die Frage, warum die Bürgerjournalisten ihr Leben aufs Spiel setzten, sagt Talli: «Für die Wahrheit, die Freiheit und die Würde. Das hat unser Land verdient.» (kpn/AFP)

Erstellt: 10.02.2012, 09:39 Uhr

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11 Kommentare

Beat Lohm

10.02.2012, 10:33 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Stille Helden, die eine Aufgabe zum Leben und einen Sinn zum Sterben finden resp. fanden. Übergangslos. Für ihr Land. Für ihre Heimat. Für ihre Familien. Verdient höchsten Respekt!! Antworten


urs bauer

10.02.2012, 11:15 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Dieser bericht ist von AFP. Eine Französische Nachrichtenagentur. Wie wir wissen ist an dieser Nachrichtenagentur der Staat auch Involviert. Wie wir auch wissen ist Sarkozy für einen Einmarsch in Syrien.Libyen hat er ja schon überfallen. Also was soll uns dieser Artikel, der übrigens heute in allen Medien geschaltet ist sagen? Antworten



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