«Die meisten Kampfbilder sind gestellt»
Von Marc Brupbacher. Aktualisiert am 09.03.2011 56 Kommentare
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Helmut Scheben: Geboren am 31. August 1947 in Koblenz (Deutschland). Von 1980 bis 1985 Presseagentur-Redaktor und Korrespondent für Printmedien in Mexiko und Zentralamerika. Ab 1986 Redaktor der «Wochenzeitung» in Zürich. Ab 1993 Redaktor verschiedener Sendungen im Schweizer Fernsehen. Seit 1995 Redaktor der SF-«Tagesschau». (Bild: ZVG)
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In Libyen wird geschossen, in Deckung gegangen und geflüchtet. Die Bilder erreichen uns rund um die Uhr – zahlreiche TV-Sender sind offenbar hautnah mit dabei. Doch der Schein trügt: Die Bilder entstehen in der Regel ausserhalb der Kampfzone. Das behauptete Helmut Scheben gestern in einem Beitrag des Onlineportals Journal21. Scheben gehört zu den erfahrensten Redaktoren der SF-«Tagesschau».
Er schreibt: «Die meisten Bilder von Kampfhandlungen sind gestellt. Das ist eine banale Weisheit, denn jedem ist klar, dass ein Kameramann keine Kampfhandlungen aus der Nähe filmen kann, es sei denn, er ist lebensmüde.»
Neben der Schiesserei Suppe essen
Scheben stützt sich dabei auf eine Auswertung von Bildrohmaterial aus Libyen am Sonntag, das über den Eurovision News Exchange (EVN) in 24 Stunden übermittelt wurde. Auf den meisten dieser Bilder sei die Montage eindeutig zu erkennen. «Da steigt die Schar der Kameraleute und Fotografen aus ihren Autos und dann lassen die Rebellen ein paar Feuerstösse aus ihren Kalaschnikows los, und alles wird gefilmt. Dann schiesst einer aus einer Panzerfaust. Er steht und schiesst in die Wüste. Irgendwohin, aber es ist wirklich ein grossartiges Bild, erst halbnah und dann total.»
Ein anderes Beispiel zeige sogar, wie bei der martialischen Schiesserei aus Versehen am Bildrand Menschen zu sehen seien, die ihre Suppe essen.
Auch SF betroffen
Auch das Schweizer Fernsehen ist nicht dagegen gefeit, dass es solche Bilder in die Nachrichtensendungen schaffen. «Sogar bei seriösen Sendern wie SF, ARD, ZDF und ORF schleichen sich regelmässig solche inszenierten Videosequenzen ein», sagt Scheben gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. «Es ist leider nicht immer genau festzustellen, in welchem Kontext die Szenen aufgenommen wurden.» Trotzdem sei man bei der «Tagesschau» um Transparenz bemüht. Gestern habe beispielsweise SF-Korrespondent Erwin Schmid in der «Tagesschau» in einem Bericht aus Ras Lanuf darauf aufmerksam gemacht, dass die Soldaten ihre Schiesskünste nur für die Journalisten inszenieren würden.
Helmut Scheben macht keinen Hehl daraus, dass er «Frontschwein-Berichterstattung» nicht mag. Oft werde bei diesen Berichten Hektik und Dramatik nur gespielt. Bei der «Tagesschau» verzichte man daher in der Regel lieber auf Bilder von Kampfhandlungen. Sein Credo: «Man muss den Zuschauern klar machen, dass das alles nicht echt ist.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.03.2011, 18:48 Uhr
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56 Kommentare
Um rechtsgültige Asylgründe zu produzieren, können Länder im Süden, z.B. Libyen und Mexiko, Bürgerkriege usw. inszenieren, um den Norden mit weiteren Wellen von Wirtschaftsflüchtlingen zu überschwemmen und die demografische Eroberung zu vollenden. Antworten
Ob nun die Bilder, die es hierher schaffen gestellt sind oder nicht, ist doch egal. trotz einzelner Inszenierungen, wird in Lybien gekämpft. Nur weil einige Bilder gestellt sind, heisst das noch lange nicht, dass in Lybien alles friedlich ist.
Ich finds gut, dass sich der SF-Journi wagt, das auch mal zu sagen. Und ich finde nicht, dass wir daraus SF einen Strick drehen sollten.
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