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Der iranische Atomforscher packt aus

Aktualisiert am 18.07.2010

Der angeblich vom US-Geheimdienst entführte iranische Atomphysiker Schahram Amiri hat nach seiner Heimkehr in einem Interview Auskunft gegeben – und von den heimlichen Plänen Washingtons erzählt.

Schahram Amiri sagte nach seiner Heimkehr in einem Fernsehinterview, die USA hätten ihn gegen im Iran inhaftierte US-Spione austauschen wollen. Der US-Geheimdienst habe ihm vorgeschlagen, ihn im Austausch mit den «an der irakischen Grenze festgenommenen drei amerikanischen Spionen» freizulassen, sagte Amiri in einem langen Interview mit dem iranischen Staatsfernsehen, das am Samstagabend ausgestrahlt wurde.

Amiri spielte damit offenbar auf drei junge US-Wanderer an, die im Juli 2009 wegen illegalen Grenzübertritts vom Irak in den Iran festgenommen worden waren. Nach Angaben iranischer Behördenvertreter könnten sie auch wegen Spionage angeklagt werden.

Der US-Geheimdienst habe ihn im Zuge des Vorschlags eines Austauschs aufgefordert zu sagen, dass er ein «iranischer Agent» sei, «der die CIA infiltriert hat», sagte Amiri. Der Austausch sei ihm im Juni vorgeschlagen worden. Damit habe der US-Geheimdienst auf die Erkenntnis reagiert, dass es ihm während seines Aufenthalts in den USA gelungen sei, mit dem iranischen Geheimdienst Kontakt aufzunehmen, führte Amiri aus. Die «New York Times» hatte am Freitag berichtet, Amiri habe jahrelang Informationen an die CIA weitergegeben.

Verwirrung um die Entführung

Amiri war im Juni 2009 nach der Ankunft zu einer Pilgerreise in Saudiarabien verschwunden. Der Physiker gibt an, von den USA entführt worden zu sein, was die US-Regierung wiederholt dementierte. Amiri war vergangene Woche in den Iran zurückgekehrt. Zuvor hatte er sich nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens in die Interessenvertretung des Iran in Washington geflüchtet.

Anfang Juni dieses Jahres hatte das iranische Fernsehen ein Video ausgestrahlt, in dem ein Mann, der sich als Amiri ausgab, beteuerte, vom US-Geheimdienst entführt worden zu sein. Wenige Wochen später wurde ein zweites Video veröffentlicht, in dem derselbe Mann angab, «aus den Händen der Agenten des amerikanischen Geheimdienstes» geflohen zu sein.

(jak/afp)

Erstellt: 18.07.2010, 12:35 Uhr

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