«Der Schleier ist politisch, das Minarett nicht»

Für Leïla Marouane gehört das Minarett zur Moschee wie der Kirchturm zur Kirche. Die algerische Autorin ist jedoch dagegen, dass sich muslimische Frauen verschleiern.

Leïla Marouane: «Eine Frau mit Schleier ist eine Frau, die ihren Blick senkt, die sich freier fühlt, wenn sie sich versteckt.»

Leïla Marouane: «Eine Frau mit Schleier ist eine Frau, die ihren Blick senkt, die sich freier fühlt, wenn sie sich versteckt.»
Bild: Keystone

Leïla Marouane.

Leïla Marouane.

Eine freie und rebellische Stimme

Geboren 1960 im tunesischen Djerba, Fluchtort ihrer Mutter, einer algerischen Widerstandskämpferin, wuchs Leïla Marouane in Algier auf. Sie studierte Literaturwissenschaften und schrieb dann viel beachtete Kolumnen. Die algerische Zeitung «El Watan» nennt sie «die rebellischste Autorin im Land». Sie widmete sich schon früh den Tabus der Gesellschaft, besonders der Unterdrückung der Frau, und eckte mit ihrem unangepassten und direkten Stil an. Ende der 80er-Jahre erhielt sie, wie viele andere algerische Intellektuelle und Künstler in jener Zeit auch, Todesdrohungen von Islamisten. 1990 wurde sie Opfer eines Attentats, das sie überlebte. Kurz darauf flüchtete sie ins Pariser Exil, wo sie seither lebt und mit ihren Texten gegen die Verstossung, die Polygamie und die Verschleierung ankämpft. Ihr fünfter Roman, «La vie sexuelle dun islamiste à Paris», wird im nächsten Jahr auch in den USA verlegt. Auf Deutsch erschienen «Das Mädchen aus der Kasbah» (Zsolnay, 1998), «Entführer» (Haymon, 2003) und «Die Bestrafung der Heuchler» (Haymon, 2005).

Sie sind Muslimin und Frauenrechtlerin. In etlichen Ländern des Westens wird darüber debattiert, ob man die Verschleierung der Frauen verbieten sollte. In Frankreich ist die Diskussion in vollem Gang: Der Präsident fordert ein Verbot. Ist das richtig?
Ganz klar: Ja. Zuerst einmal deshalb, weil es, um mit Rousseau zu sprechen, keinen anderen Weg als das Gesetz gibt, um sich von der Gewalt zu befreien. Und zweitens, weil die Burka ein demonstratives Symbol ist. Das Tragen des Schleiers ist ein politischer Akt. Und als solchen sollten wir ihn auch verstehen und ernst nehmen. Wir haben schon mehrmals erlebt, wie das Aufkommen dieser Art von Gewalt verniedlicht wurde – mit verheerenden Folgen.

Woran denken Sie?
An den Iran zum Beispiel. Oder an Algerien. Vor zwanzig Jahren galt Algerien als modernes, aufgeklärtes Land. Nach der Unabhängigkeit (von Frankreich 1962, die Red.) legten die Frauen den Schleier ab. Es gab die Schulpflicht für Mädchen. Der Einfluss der Islamisten schien vernachlässigbar. Als die Islamische Heilsfront aufkam, waren wir alle sorglos – bis es zu spät war. Algerien bezahlte teuer dafür.

Sie vergleichen Algerien mit Frankreich – ist das nicht überzogen?
Ich warne nur. Es findet heute in Frankreich, in der muslimischen Gemeinde, eine Radikalisierung statt. Es kommt oft vor in Paris, dass sich, wer arabisch und muslimisch erscheint, wie ich zum Beispiel, Kommentare und moralische Lektionen anhören muss von muslimischen Männern – etwa: «Schämst du dich nicht, in der Öffentlichkeit zu rauchen?» Oder: «Du vergisst wohl, dass Ramadan ist.» Mich hat kürzlich ein Tunesier, den ich nicht kannte, «dreckige Hure» genannt, weil ich mit westlichen Freunden nach Mitternacht in einer Sandwich-Bar ein Brötchen ass. Ich hab solche Situationen schon so oft erlebt. Stellen Sie sich vor, wie es in den sogenannt schwierigen Banlieues zugeht, wenn es schon in einigen Vierteln von Paris so ist.

Nochmals: Übertreiben Sie nicht? In ganz Frankreich tragen laut einer Schätzung des Innenministeriums nur 2000 Frauen die Burka.
Das ist ein alter Slogan. Das sagten wir schon damals in Algier: Das Phänomen sei ein ländliches, ein ausserordentliches, ein kleines. Nie und nimmer würde Algerien wie der Iran werden. Täuschen wir uns nicht: Die Gefahr einer Radikalisierung in Frankreich ist beträchtlich, zumal die Franzosen ihre Ausländer nicht eben zart behandeln; schon gar nicht jene «Ausländer», die als Franzosen geboren sind, vor allem die mit einem maghrebinischen Hintergrund, am meisten die Algerier. Wenn es Privilegien zu verteilen gibt, dann werden sie immer benachteiligt. In der Wirtschaftskrise leiden sie am meisten. Das ist gefährlich und führt zu einer Ghettoisierung. Es gibt immer mehr davon. Und in diesen Ghettos wächst die Besinnung auf einen strengen Islam und auf eine Abgrenzung.

Eben. Wenn nun auch das Tragen der Burka verboten wird, wird dieser latente Konflikt doch nur geschürt.
Nein, das glaube ich nicht. Wie gesagt: Gesetze sind da, um die Menschen zu schützen – die Männer und die Frauen. Frankreich und die Schweiz sind laizistische Länder, punkt. Ich habe mich persönlich dazu entschlossen, nach Frankreich zu flüchten, in ein Land also, das mir die Freiheiten eines säkularen Staates bietet. Und ich fürchte nun, dass sich das ändern könnte eines Tages, dass ich das Meer für nichts überquert habe.

Sie machen kaum einen Unterschied zwischen der Burka, der Totalverschleierung also, die nur die Augen freilässt, und dem Hijab, der das Gesicht nicht verhüllt. Doch im Westen befremdet doch vor allem die Burka, weil sie der Frau das Gesicht nimmt, ihr so die soziale Rolle aberkennt, die Identität negiert.
Ich sehe keinen Unterschied. Jede Art der Verschleierung gehört verboten. In den französischen Schulen darf auch der Hijab nicht mehr getragen werden – im Gegensatz etwa zur Universität. Und so sieht man an den französischen Unis immer mehr Frauen mit Schleier. Genauso wie es Gesetze gibt, die es verbieten, dass man nackt herumläuft, sollte es auch ein solches geben, das den Schleier in der Öffentlichkeit verbietet.

Überall?
Ja, überall. In den gesetzfreien Zonen steht es dem muslimischen Mann nämlich immer offen, seine Frau oder Tochter oder Schwester dazu zu zwingen, den Schleier zu tragen. Trägt sie ihn nicht, riskiert sie, dass sie nicht raus darf.

Und am Arbeitsplatz?
Da haben wir eine hybride Situation. Ich kenne viele Musliminnen, die ihren Männern sagen, dass sie keine Chance auf einen Job hätten, wenn sie sich verschleiert bewerben würden. Meistens ist das ja auch wahr. Und das akzeptieren viele Männer dann als Ausnahme. Es geht auch ums Geld, bei manchen ums Überleben. Oft sind die Frauen besser gebildet als ihre Männer und haben bessere Verdienstmöglichkeiten. Wenn es aber auch am Arbeitsplatz grundsätzlich verboten wäre, den Schleier zu tragen, wären die Frauen echt und a priori frei.

Und was ist mit jenen Frauen, die das Tuch aus eigener Überzeugung tragen?
Das sind nur ganz wenige, und diese wenigen übersehen die Tatsache, dass der Koran den Schleier nicht vorschreibt. Ich würde sagen, dass acht von zehn Frauen, die ihn tragen, es nicht freiwillig tun, sondern auf Geheiss eines Mannes.

Wofür steht der Schleier?
Eine Frau mit Schleier ist eine Frau, die ihren Blick senkt, die nichts mehr zu verlieren hat, die sich freier fühlt, wenn sie sich versteckt. Ich rede aus Erfahrung: Ich habe mich selber eine Weile lang verschleiert. Das war in Algier, als ich verfolgt wurde und man mir mit dem Tod drohte für das, was ich schrieb, und ich mich verstecken musste. Damals war der Schleier für mich ein Selbstschutz.

In Ihren Büchern thematisieren Sie die sozialen und religiösen Traditionen – diese rigide, patriarchalische Struktur, wie sie etwa in Algerien die Gesellschaft prägt.
Ja, dieses Thema lässt mich nicht los. Viele gläubige Musliminnen denken, dass ihre Unterwerfung und ihre gesetzliche Ungleichheit von Gott gewollt seien und dass sie, wenn sie sich den göttlichen Gesetzen fügten, freier werden würden als die Männer. Anders gesagt, es herrscht eine grosse Konfusion: Die Unterwerfung kommt ihnen wie eine Befreiung vor.

Diese Gleichung widerspricht unserem Rechtsverständnis. Doch darf ein liberaler und demokratischer Staat einer Bürgerin verbieten, sich zu verschleiern, wenn das ihrem Religionsverständnis entspricht? Beisst sich das nicht?
Diese Frage habe ich erwartet: Nein, das beisst sich nicht. In Ländern wie der Schweiz oder Frankreich, in denen die Muslime in der Minderheit sind, zieht der Schleier alle Blicke an. Er bewirkt also genau das Gegenteil dessen, wofür er gemacht sein soll. Aus demselben Grund trage ich einen Schleier, wenn ich nach Saudiarabien fahre, wo ihn alle tragen. Doch wie gesagt: In gewissen Banlieues in Frankreich und Grossbritannien ist es inzwischen so, dass die unverschleierte Muslimin auffällt, nicht mehr die verschleierte. Die Muslime müssen verstehen, dass im säkularen Westen der Glaube eine persönliche Angelegenheit ist, keine öffentliche.

In der Schweiz wird bald darüber abgestimmt, ob beim Bau von Moscheen im Land auch Minarette dazugestellt werden dürfen. Wie stehen Sie dazu?
Das ist eine ganz andere Geschichte. Die Burka ist politisch, das Minarett nicht. Zu einer Moschee gehört ein Minarett, wie zur Kirche ein Kirchturm. Das ist eine architektonische Einheit. Es wäre unfair, wenn die Muslime kein Recht auf ihr Minarett hätten.

Es gibt Kreise in der Schweiz, die das Minarett als offensives, bedrohliches Machtsymbol sehen – als Symbol der Islamisierung, wie die Burka. Auf Plakaten der Initianten wird das Minarett als eine Art Rakete dargestellt.
Das ist dumm und unsensibel. Wie ist es mit dem Ruf des Muezzins: Soll der auch per Gesetz verboten werden?

Der steht nicht einmal zur Debatte: In der Schweiz wird man auch künftig keine Muezzins rufen hören.
Sehen Sie, ich würde mich selber als säkulare Muslimin beschreiben, aufgewachsen in einer Familie, in der es keine religiösen Zwänge gab, gereift in einem laizistischen Gymnasium, in dem der Schleier genauso verboten war wie der Minijupe. Doch das Minarett und der Ruf des Muezzins, wie auch der Klang der Kirchenglocken, stören mich nicht. Auch über den Dächern von Paris würden sie mich nicht stören. Der Muezzin ruft ja nur zum Gebet auf. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.11.2009, 04:00 Uhr

KOMMENTAR SCHREIBEN







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

45 KOMMENTARE

Soha URSO

28.12.2009, 20:51 Uhr

@ Luzia Keller - Glauben ist eine persönliche Sache.. und darum müssen wir Weihnachten feiern.. es ist zwar schön, aber so persönlich ist es nun nicht.


Alma Redzic

24.11.2009, 18:46 Uhr

@stefan meier! meine güte, so eine naive sicht der welt habe ich noch nicht mal bei 5-jährigen gesehen! der eine gott ist dasselbe wie der andere! als atheist schert man sich sowieso kein bisschen um etwas unexistentes und das ist befreiend und tut gut! ÜBRIGENS: denken und entscheiden kann man auch autonom ohne zwangsraster durch religion! und für irgendetwas haben wir ja gestze, falls entgangen!


Soha URSO

20.11.2009, 01:39 Uhr

cih stimme zu, Zu einer Moschee gehört ein Minarett, wie zur Kirche ein Kirchturm oder Kuppel. Wenn man Islamische Kunstgeschichte studiert ist es eine Einhait, aber es ist nicht von der religion abhängig. Ês gibt wunderbare Moscheen ohne Minarett vorallem in den USA. Also, Minarette hin oder her.. ich freue mich das wir als Land noch Geld haben für solche Abstimmungskosten.


Gerhard Ingold

19.11.2009, 23:06 Uhr

Meine junge islamische Frau aus Marokko erhielt von ihrer Mutter einen guten Rat: "Du wirst nun in einer anderen Kultur leben. Kleide dich also entsprechend." Ich staunte über meine Schwiegermutter. Sie kann weder lesen noch schreiben aber sie hatte eine befreiende Weitsicht. Anfangs trug meine Frau das Foulard noch. Es gab ihr Sicherheit. Jetzt aber trägt sie es nicht mehr. Khalid


Luzia Keller

19.11.2009, 11:48 Uhr

"Die Muslime müssen verstehen, dass im säkularen Westen der Glaube eine persönliche Angelegenheit ist, keine öffentliche." Ich finde diese Aussage äusserst wichtig für das bessere Verständnis dieser verwirrenden Debatte hier. Bevor wir alle in den Sog von Vorurteilen gegenüber einer uns im Westen ziemlich fremden Kultur des Orients verfallen, muss der beidseitige Fokus zuerst verändert werden.


oliver keller

18.11.2009, 21:48 Uhr

@Gisela Niedermann: Es geht primär darum zu versuchen zusammen zu leben.Dies bedeutet auch gegenseitigen Respekt zu bezeugen. Ich kenne ganz viele Menschen, deren Religion der Islam ist. Von keinem von ihnen fühlte ich mich jemals bedroht. (Wie eine Religion mich bedrohen könnte, ist mir sowieso schleierhaft, es sind immer die Menschen dahinter).Genannter Politiker spielt gezielt mit der Angst.


Gisela Niedermann

18.11.2009, 19:54 Uhr

Wieder eine Steinigung einer 29-jährigen Frau in Somalia wegen 'Ehebruch'. Das ist Islam und die Welt schaut zu. Und hier sollen Türme gebaut werden, um deren Präsenz zu unterstreichen. Überlegt ganz gut, was Ihr in die Urne legt. Mit einem JA setzt jeder von uns ein Zeichen, hier nicht!


Alain Mohler

18.11.2009, 16:34 Uhr

Wer zu diesem Thema Herrn Blocher oder die SVP diffamiert, muss ein gewaltiger Minderwertigkeitskomplex haben. Stehtig und ständig nach dem Motto: "Wer für die Schweiz ist, ist ein Rasist".


Hans Müller

18.11.2009, 15:34 Uhr

Gisela Niedermann: Der UNO-Menscherechtsrat ist von islamischen Ländern dominiert. Kürzlich hat er eine Resolution verabschiedet, dass der Islam nicht kritisiert werden dürfe. Ich erfinde das nicht.


Gisela Niedermann

18.11.2009, 15:14 Uhr

@Keller - was soll jetzt diese Bemerkung gegen Ch.Blocher. Das Problem 'Islam' geht uns alle an und hat nichts mit linker oder rechter Politik zu tun. Nur Unwissende werfen jetzt wieder gegen die SVP. Auch glaube ich kaum, dass Hr Blocher es nötig hat, junge Leute für ein JA zu überreden. Es geht in erste Linie um unser freies Zusammenleben das bedroht ist durch eine Ideologie genannt Islam.


oliver keller

18.11.2009, 14:18 Uhr

Mir fällt nur auf, dass in der ganzen Diskussion ob Minarette, Kopftücher nun jetzt ja oder nein und ob die CH doch noch untergeht, es verdächtig still ist um den Herrliberger. Stattdessen schickt er seinen üblichen Trupp (meist Jungpolitiker) los, die Lage zu sondieren.Gar nicht so dumm der Mann, mit einem guten politischen Gespür. Aber er ahnt wohl, dass die Minarettinitiative abgelehnt wird.


Tina Kontuniemi

18.11.2009, 14:17 Uhr

Wirlklich interessant wäre es in der Schweiz für oder gegen ein Kopftuchverbot abzustimmen. Ich stimme Frau Marouane zu, dass die Initiative für ein Minarettverbott am Ziel vorbeischiesst. Das Kopftuchthema ist sonst immer so heiss umstritten? Warum wird diesmal nicht Nägel mit Köpfen gemacht und darüber entschieden? Frau Marouane hat endlich Klartext gesprochen, dass das Kopftuch politisch ist.


Gisela Niedermann

18.11.2009, 14:08 Uhr

Jedermann muss sich doch fragen, warum hat sich der UNO Menschenrechtshof noch nie mit dem Islam/Koran befasst. Dermassen viele Gebote und Verbote, Unterdrückungen an Frauen und Kindern, Tötungen wie jetzt im Iran, ja die ganze Sharia verstösst auf's Gröbste gegen die Menschenrechte.


Karin Gut

18.11.2009, 13:18 Uhr

@ J. Hunziker: Ein Missverständnis, Patricia Galli hasst ja genau diese ewigen Frauen-Belästigungen, sie meinte: "In der arabischen Kultur ist ein nicht vorhandener Schleier das Zeichen für weibliches Freiwild. Das muss man leider sogar in der Schweiz über sich ergehen lassen, z.B. in Genf wo es relativ viele Magrebiner/Moslems hat. Setz dich als Frau einmal alleine in ein Genfer Cafe..."


Fabian Berger

18.11.2009, 13:01 Uhr

Also. Mir fällt auf, dass die Leute im Durchschnitt nicht gebildet sind. Warum auch nicht? Wer hat schon Zeit den Koran und die Bibel zu vergleichen. So viel sei gesagt. Der Koran und die Bibel sind beides bedenkliche Werke. Es gibt extra eine Theologie, die sich mit der Auslegung von biblischen Texten befasst. Das Christentum musste ja selber mit Mühe und Not lernen, sich der Moderne anzupassen.


Res Zaugg

18.11.2009, 12:36 Uhr

Der Islam ist primär politisch und dann erst eventuell religiös, ganz einfach darum weil der koran keine politische Macht über ihm toleriert. Das ist mehrfach im koran beschrieben und lässt eine Intergration in demokratische Kulturen nicht zu.


Jolanda Suter

18.11.2009, 12:30 Uhr

@Brandenberg: Nein, der Alptraum fängt erst an, falls die Initiative abgelehnt wird! @Stefan Meier: Nein zu Minaretten heisst Ja zur Initiative. Nur zur Anmerkung.


Willi Ammann

18.11.2009, 12:20 Uhr

Auch in diesem Forum wird der Begriff "Toleranz" einmal mehr strapaziert. Zudem wird die SVP als rechtsextrem dargestellt. Sind denn alle Bürger/innen dieses Landes Rechtsextreme nur weil sie keine Minarette wollen? Seltsame Auffassung über Toleranz bei den Befürwortern.Die linken Multikulti-Träumer treiben den Ausverkauf der Heimat weiter voran.Darauf gibts nur eine Anwort: JA zur Initiative.


oliver keller

18.11.2009, 12:15 Uhr

Wenn ich daran denke,was vor paar tausend Jahren durch die "Schweiz" kreuchte und fleuchte,da wird mir schlecht!Aber es waren ja unsere Vorfahren,deren Gene wir geerbt haben,also können wir ja nicht schlecht sein! Genau jene,die immer zetern dass wir zu viele Gesetze haben,jammern nun nach Gesetzen gegen Kopftücher und Minarette.Man sollte einen IQ-Test ablegen müssen, um zu abstimmen zu dürfen.


Sandra della Porta

18.11.2009, 12:11 Uhr

Sehr interessant, hat mich dazu bewegt, meine Meinung zu überdenken. Allerdings finde ich es etwas widersprüchlich, einerseits das Kopftuchverbot damit zu verteidigen, dass verschleierte Frauen auffallen, und gleichzeitig die Aggressionen in der Sandwich Bar zu schildern. Und ich finde es heikel, den Schutz von "8 von 10 Frauen" gegen die Freiheit der anderen 2 abzuwägen.


Dominik Rauch

18.11.2009, 12:07 Uhr

Natürlich gibt es Frauen die den Schleier aus Zwang tragen, genau so wie es Menschen gibt die eine Uniform oder generell Kleidung aus Zwang tragen. Nur aufgrund von Auffälligkeit eine Kleidungsform zu Verbieten ist absurd. Konsequenter weise müsste dann die Tracht in der Stadt und der Businessanzug auf dem Feld verboten werden. Der wahre Grund ist doch eher in der Xenophobie zu suchen.


Rolf Schultheiss

18.11.2009, 11:59 Uhr

Wer Toleranz in der Gesellschaft fordert, muss selbst auch tolerant sein. Leider ist die schleichende Radikalisierung des Islams eine Tatsache, nicht nur in islamischen Ländern sondern auch in Frankreich und bei uns. Von Behörden und Muslimen - welche selbst Angst vor eigenen radikalen Muslims haben - leider todgeschwiegen. Die Muslims müssen lernen sich bei uns uns anpassen, nicht umgekehrt!


Dominik Sarrasin

18.11.2009, 11:46 Uhr

@Brandenberg:Was Sie noch nicht gemerkt haben ist, dass die ganze Sache nicht mit der SVP zu tun hat!Ich bin absolut kein SVP Wähler,habe auch bei der Personenfreizügigkeit JA gestummen,werde aber hier ein klares JA in die Urne legen!Dies hat weder mit Ausländerhass noch mit Rechtsextremissmus zu tun,sondern wie ich als Schweizer die Schweiz der Zukunft sehen will,und da kommen keine Minarette vor


albert lischer

18.11.2009, 11:45 Uhr

Bin zu 99% einverstanden mit Leila Marouan. Es stören sich ja in der Schweiz auch immer mehr Leute am (oft) lästigen Glockengeläute. Da soll, meiner Meinung nach, nicht auch noch der Muezzin- beziehungsweise seine CD -Mitteilung via Lautsprecher- vom Minarett herunter schallen. Aber dieses zweite Thema steht ja bei der "Antiminarett-Initiative" wirklich nicht zur Debatte.


Alois Brandenberg

18.11.2009, 11:32 Uhr

Die meisten Kommentatorinnen sind zuwenig orientiert und richten sich nach den Empfehlungen der SVP, was falsch ist, da zu rechtsextrem. Wir sind ein demokratisches Land und sollten christliches Gedankengut und Toleranz zeigen. Wir Christen machten in den vergangenen Jahrhunderten auch Fehler, was zu beweisen ist.


Jürg Schmid

18.11.2009, 11:31 Uhr

"Wehret den Anfängen" sagt Frau Marouane. Damit hat sie recht. Der Anfang sind aber nicht die Minarette sondern amtlich abgesegnete Sonderregelungen für Muslime, zum Beispiel in den Schulen. Da ist Toleranz fehl am Platz. Ein Minarettverbot ist ein Ablenkungsmanöver das kein Problem behebt. Aber das soll es ja uch nicht sonst hätte die SVP keine Profilierungsmöglichkeiten mehr.


Stefan Meier

18.11.2009, 11:23 Uhr

Der Muezzin ruft Allah und nicht nur zum Gebet. Und Allah ist ein strenger, strafender Gott, nicht so wie im Christentum, wo der Vater ein unendlich liebender Vater ist. Deswegen Nein zu Minaretten. Dann erübrigt sich die Frage nach dem Muezzinruf von Vornherein.


Johannes Hunziker

18.11.2009, 11:12 Uhr

@Patricia Galli: Was in der arab. Kultur Sitte ist, interessiert mich übehaupt nicht. Sie bestätigen genau das, was wir hier nicht wollen. Und mit diesen Elementen in Genf, die Frauen wie Freiwild/Huren behandlen, haben wir schon so unsere Mittelchen, um mit ihnen fertig zu werden. Solches Gesindel wollen wir hier nicht, basta. @L.Leuenberger:man kann die Argumente auch am Kopftuch herbeiziehen.


Gisela Niedermann

18.11.2009, 11:08 Uhr

Der ganze Islam ist politische Diktatur und mit einer Demokratie nicht kompatibel.


Walter Grimm

18.11.2009, 10:58 Uhr

Seit Jahrzehnten können wir problemlos mit Minarett und Schleier leben. Ein kleines, tolerantes Volk wird gezwungen Verbote darüber zu erlassen. Warum?! Folgende Regeln genügen: Gastrecht und Gastpflicht ist Anerkennung; Toleranz ist Wertschätzung; Würde keine Last; Macht ein Gehabe.


Franz Mächler

18.11.2009, 10:57 Uhr

Das 'Anschleichen' der Radikal-Muslime empfinde ich etwa gleich, wie wenn ich die Geschichtsbücher lese und sehe, wie sich damals die Nazis ganz langsam von überall her angeschlichen haben. Frau Marouane hat recht. Nur die ewig Lieben, Linken und Netten, die sich selbst ihre Nettigkeit beweisen wollen, werden auch hier wieder die Arme öffnen und alle Menschen dieser Welt zu uns einladen wollen.


Roger Wietlisbach

18.11.2009, 10:25 Uhr

Ausgerechnet Frauen, die "Tolerantz* zum Islam fordern! Kauft den Koran und müht Euch durch das Buch!


Alain Mohler

18.11.2009, 10:19 Uhr

Frau Marouane sagt es ganz klar: Gibt es Minarette, gibt es auch den Muezzin. Es geht um die Grundsatzfrage - wollen wir dieser Religions- und Gedankenkultur mehr Raum in unserer Gesellschaft geben? Da die Burka die Frau vor den Männern schützen soll, diskriminiert das die Männer zu willenlosen Triebtätern. Aber wir unterodnen uns und unsere Gesetze dem Deckmantel - Religionsfreiheit vollkommen.


Alexandra Weber

18.11.2009, 09:46 Uhr

Das ist alleine ein Problem der Muslime. Doch diese Bauten gehören nicht in ein christliches Land wie die Schweiz. Wenn es dem Islam mit der CH-Akzeptanz der Moscheen nicht genügt, müssen sie in ein Land wo die Minarette kein Problem sind. Die Christen bestimmen in ihrem Land, die Mehrheit und nicht der Islam. Einmal bewilligt, will er uns Christen dominieren. Das darf NIE sein! aw


Rainer Wegmüller

18.11.2009, 09:46 Uhr

Sehr lesenswert, dieses Interview. Das Minarett ist nicht das Problem, sondern die männlichen Ultras, die polititsche Ziele verfolgen, Gewalt anwenden, zuerst gegen muslimische Frauen und dann auch gegen die Gesellschaftsordnung der Gastländer. Beobachtung und dann konsequente Bekämpfung von Tatsachen tut not. Das Minarett ist nicht mal Symptom; von echten Bedrohungen wird im Gegenteil abgelenkt.


Alois Brandenberg

18.11.2009, 09:45 Uhr

Hoert mit diesen Kommentaren auf. Frau Onken hilft den rechtsradikalen Befuerwortern, aber ich bin auf Seite von Bundespraesident Maerz, der eine Toleranz in Glaubensfragen und daher die Ablehnung der Minarett-Initiative propagiert. Schweizer wacht auf und stimmt bitte NEIN. Bekannte Befuerworter von Politikern der Initiative sollte die Immunitaet weggenommen werden.


Paul Rohner

18.11.2009, 09:40 Uhr

Wieder jemand der über Dinge diskutiert, die mit der Abstimmung Minarette nichts zu tun hat. Zum mitschreiben, wir stimmen über Minarette in der Schweiz, ja oder nein ab. Hat jemand nach diesem Volksentscheid lust, über diese hier nicht zur Debate stehenden Dinge zu diskutieren, kann man das. Nur dann wäre der Schleier und die Rechte Ilamischer Frauen wieder ein riesiges Problem. Ich stimme ja.


willi aerne

18.11.2009, 09:34 Uhr

Der Schleier ist zumindest ursprünglich kein politischer Akt, sondern eine sittliche Vorschrift (Koran, Sure 24,32 und Sure 33,60). Im Übrigen hat Mohammed die Verschleierung nicht erfunden. Diese war schon bei den alten Griechen üblich. Und bei Paulus ist nachzulesen, dass die Männer der Abglanz Gottes und die Frauen der Abglanz der Männer sind. Mohammed hat das kopiert.


Linda Leuenberger

18.11.2009, 09:17 Uhr

Der schwarze Umhang und der Gesichtsschleier sind politisches Symbol. Sie haben ausser in Saudia und am Golf keine Tradition. Aber das Kopftuch verbieten? Was ist mit den Frauen, die wegen Chemotherapie oder im Alter ihr Haar verlieren? Das Beste zur Emanzipation der Frauen ist ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, also Arbeitsplätze auch für Frauen mit Kopftuch, Ausbildung für Mädchen.


Patricia Galli

18.11.2009, 09:11 Uhr

In der arabischen Kultur ist ein nicht vorhandener Schleier das Zeichen für weibliches Freiwild. Das kann man sogar in der Schweiz erleben, z.B. in Genf wo es relativ viele Magrebiner/Moslems hat. Setz dich als Frau einmal alleine in ein Genfer Cafe...


Peter Blumenthal

18.11.2009, 08:58 Uhr

Der Muezzin ruft nicht einfach zum Gebet auf, er ruft dass Allah der Grösste und Einzige ist. Und alle sollen das bezeugen.


Edy Gerber

18.11.2009, 08:51 Uhr

Sobald der Islam die hierzulande gültigen Gesetze und Regeln anerkennt und insbesondere deren Vorrang vor der Scharia, könnte man auch Minarette zulassen. Da dies aber nicht in Sicht ist, müssen dem Islam Leitplanken gesetzt werden. Der Islam fordert nur dort Toleranz, wo sich seine Anhänger in der Minderheit befinden.


Alfred Christen

18.11.2009, 08:22 Uhr

Neben der Minarettabstimmung finde ich die Verschleierung ein grösseres Problem. Jedesmal, wenn ich eine solche verschleierte Person in meinem Quartier sehe, und es hat bereits etliche, spüre ich in meinem Magen ein Kribbeln und frage mich ob ich eigentlich in der Schweiz bin.


Balz Winteler

18.11.2009, 07:57 Uhr

Wenn ich dieses Interview lese kommt mir spontan der Ausruf "wehret den Anfängen" in den Sinn. Ich denke, Frau Mourane hat recht, wenn sie darauf hinweist, dass alles mit "wenig" beginnt und irgendwann alles überrollt. Die Zustände in Frankreich und auch in Holland zeugen davon.


Jakob Denzler

18.11.2009, 06:57 Uhr

Warum ist diese Frau so aufgeklärt, tolerant und kritisch? "aufgewachsen in einer Fam., in der es keine religiösen Zwänge gab, gereift in einem laizistischen Gymnasium." Wann brechen wir endlich das grösste Tabu: der Missbrauch Kinder/Minderjährige von einer religiösen Ideologie abhängig zu machen! Stoppen wir religiöse Erziehung, religiösen Schulen (Freidenker bis Koransch.) Religionsunterricht



Meistgelesen in der Rubrik Ausland

Emil Frey AG Autocenter Bern

Serie «Die Euro-Krise»

24 Stunden in Bildern


Publireportage

Lernen, wann und wo man will

Lernen wo man will.

Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Jobsuche

Kaum wird irgendwo ein Job frei, ist er auf jobwinner.ch.

Weiterbildung

Weiterbildung AusbildungFinden Sie die passende Schule für Ihre Weiterbildung in Beruf und Freizeit.
Jetzt nach Weiterbildung suchen:

BMI-Rechner

Body-Mass-Index Rechner



[Alt-Text]



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten