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Assad spricht im deutschen Fernsehen

Aktualisiert am 08.07.2012 43 Kommentare

Syriens Präsident macht in einem Interview die USA für das Blutvergiessen mitverantwortlich. Zudem hat die Armee eine gross angelegte Übung begonnen, um ihre «Kampfbereitschaft» zu testen.

Bild: Screenshot ARD

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Simulierte Gefechte mitten im Bürgerkrieg

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In einer gross angelegten Übung testet die syrische Armee mitten im Bürgerkrieg ihre Schlagkraft.

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Der syrische Präsident Bashar al-Assad hat in einem seiner seltenen Interviews mit westlichen Medien die Verantwortung für das Blutvergiessen weit von sich gewiesen. In dem Gespräch mit der deutschen ARD gab er «jenen Kräfte, die Terroristen in unserem Land unterstützen» die Schuld an den zahlreichen toten Zivilisten, die der seit rund 18 Monaten andauernde Konflikt gefordert hat.

Namentlich nannte Assad Saudiarabien und Katar, die den Rebellen Waffen lieferten. Die Türkei helfe beim Schmuggel, die USA unterstützten den Aufstand zumindest politisch. Sie alle zielten darauf ab, Syrien zu destabilisieren.

Bei den Rebellen handle es sich um Terroristen, die bekämpft werden müssten, wiederholte Assad die bekannte Sichtweise des Regimes. Die Mehrheit der Opfer des Konflikts seien Regierungsanhänger. Nach Schätzungen der UNO und verschiedenen Menschenrechtsorganisationen starben während des syrischen Aufstands bisher über 15'000 Menschen.

Bereit zum Dialog

Dennoch sei er bereit zum Dialog mit allen Seiten. Dies schliesse die Opposition im In- und Ausland ein, sofern sie die Waffen niederlege. Die kürzlich erfolgten Parlamentswahlen hätten gezeigt, dass friedliche Gegner der Regierung eine Chance hätten. Vertreter der Opposition kamen auf rund zwei Prozent der Sitze.

Auch sei er bereit zu Gesprächen mit US-Aussenministerin Hillary Clinton: «Die Amerikaner haben die Tür zugeschlagen, nicht wir.» Einen Rücktritt lehnte Assad erneut ab. Ein Präsident sollte «vor nationalen Herausforderungen nicht davonlaufen», sagte er. Der Staatschef könne sich einer solchen Situation «nicht einfach entziehen».

Grosse Militärübung

Inmitten der Wirren des Bürgerkriegs haben die syrischen Streitkräfte ein gross angelegtes Militärmanöver begonnen. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Marine habe gestern einen simulierten Angriff vom Meer aus zurückgeschlagen.

An dem syrischen Militärmanöver sollten sich in den kommenden Tagen nach Angaben aus Damaskus auch die Luftwaffe und das Heer beteiligen. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Raketen, die von Fahrzeugen und Schiffen aus abgefeuert wurden. Das Manöver dient augenscheinlich dazu, Dritte von einem militärischen Einschreiten im Syrienkonflikt abzuschrecken.

Der syrische Verteidigungsminister Dawud Radschiha, der das Manöver verfolgte, lobte die «ausserordentliche Leistung der Marine». Sie habe ein hohes Mass an Kampfausbildung unter Beweis gestellt und gezeigt, dass sie Syriens Küste gegen feindliche Angriffe verteidigen könne.

«Wir haben es nicht geschafft»

Der internationale Sondergesandte Kofi Annan ist derweil zu Gesprächen mit Assad in der syrischen Hauptstadt Damaskus eingetroffen. Das teilte Annans Sprecher Ahmad Fawzi mit. Nähere Angaben zum zeitlichen Ablauf von Annans Besuch in Syrien machte Fawzi nicht.

Annan hatte zuvor in einem Zeitungsinterview das Scheitern seiner bisherigen Bemühungen um ein Ende der Gewalt in Syrien eingestanden. Es seien bereits grosse Anstrengungen unternommen worden, um die Krise auf «friedliche und politische Weise» beizulegen, sagte Annan Interview mit der französischen Tageszeitung «Le Monde». «Offenkundig haben wir es nicht geschafft.»

Mehrere Tote

Unterdessen berichteten Oppositionelle, mindestens elf Menschen seien heute bei den Auseinandersetzungen in Syrien ums Leben gekommen. Nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben sechs Zivilisten im Kugelhagel, als Regierungstruppen in der Unruheprovinz Hama wahllos um sich schossen.

Drei weitere – darunter zwei Kinder – wurden den Angaben zufolge Opfer von Granatenangriffen in der Stadt Deir al-Sur im Osten des Landes. In einem Vorort von Damaskus wurde zudem eine Frau erschossen. In der südlichen Provinz Daraa starb ein Rebellenkämpfer bei einem Schusswechsel mit Regierungstruppen, wie die in London ansässige Organisation weiter berichtete. Von Mittwoch an wird sich der UNO-Sicherheitsrat in New York erneut mit der Syrienfrage beschäftigen. (ami/sda)

Erstellt: 08.07.2012, 20:05 Uhr

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43 Kommentare

Peter Kaegi

08.07.2012, 20:51 Uhr
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Dass die Staatsform von Präsident Assad nicht der Deutschlands entspricht, ist logisch. Sehe aber nicht ein, warum die Rebellen mit ihrer Gewalt (vom Westen toleriert und gefördert) von unseren Medien einseitig kommentiert werden. Nur dank der Einwände von China und Russland ist der endgültige Bürgerkrieg noch nicht ausgebrochen. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat, erstaunlicherweise nur im Westen Antworten


Pierre A. Sobol

08.07.2012, 17:36 Uhr
Melden 64 Empfehlung 0

Schlagzeilen in der heutigen Sonntags-BaZ; "US-Drohnen soll tote gefordert haben", oder "Syrien tötet mit Granaten Menschen in Libanon". Während erstere eine Mutmassung ist und die Seite der Zeitung füllt, gibt die zweite Tatsachen wider. Warum muss mit wagen Meldungen Stimmung gemacht werden, während bei Tatsachen alles schweigt!? Wie verlogen ist die Welt! Antworten



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