Ägyptische Fussball-Chefs treten zurück
Aktualisiert am 04.02.2012 79 Kommentare
Generalstaatsanwalt Mahmoud Abdel-Meguid, besucht mit Behördenmitgliedern das Stadion in Port Said. (2. Februar 2012) (Bild: AFP )
Wütende Demonstranten haben sich heftige Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften vor dem Innenministerium in Kairo geliefert. (Video: Reuters )
Noch ein Freitag des Zorns. (Video: Reuters )
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Zwei Tote in Suez und grosse Protestkundgebungen in Kairo. (Video: Reuters )
Zwangsarbeit wegen WItz
Ein Gericht in Kairo hat den bekannten ägyptischen Schauspieler Adel Imam in Abwesenheit zu drei Monaten Haft mit Zwangsarbeit wegen «Verleumdung des Islam» verurteilt. Bestimmte Menschen «auf der Suche nach Ruhm» hätten wegen einiger Film- und Theaterrollen einen Prozess gegen ihn angestrengt, sagte Imam am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. In den Rollen hätten sie eine Beleidigung des Islam gesehen. Demnach wurde er von einem Islamisten nahestehenden Anwalt verklagt. Imam kündigte Berufung gegen das Urteil an.
Seinen Angaben zufolge befanden sich unter den beanstandeten Werken sein Film «Al-Irhabi» («Der Terrorist») von 1994, in dem er einen islamischen Fundamentalisten spielt, sowie das Theaterstück «Al-Saeem» («Der Führer»), eine Komödie, in der er sich über die politischen Führer der Region lustig macht.(AFP)
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Nach den Stadionausschreitungen in Port Said ist heute die gesamte Spitze des ägyptischen Fussballverbands (EFA) zurückgetreten. Ministerpräsident Kamal el-Gansuri hatte den Vorstand bereits am Donnerstag entlassen.
Der Weltfussballverband (Fifa) lehnt jedoch jegliche Einmischung von Regierungsseite in seine Belange ab. EFA-Präsident Samir Saher wurde Berichten zufolge untersagt, das Land zu verlassen, damit er im Zuge der Ermittlungen vernommen werden kann.
In der Erklärung der EFA heute hiess es, Saher und der Vorstand würden «geschlossen zurücktreten». Die Fifa dürfte das Rücktrittsgesuch annehmen.
Mindestens zwölf Tote
Bei den jüngsten Protesten gegen den regierenden Militärrat in mehreren Städten in Ägypten sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Dies berichtete das Staatsfernsehen heute unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.
Tausende Menschen hatten am Freitag den Rücktritt des Militärrats gefordert, der überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten des vor einem Jahr gestürzten Machthabers Hosni Mubaraks besteht.
Auslöser war das Blutbad in einem ägyptischen Fussballstadion am Mittwoch, bei dem mindestens 71 Menschen getötet wurden. Viele Menschen werfen den Sicherheitskräften vor, dort absichtlich untätig gewesen zu sein.
Auf dem Kairoer Tahrir-Platz versammelten sich auch heute wieder Hunderte Demonstranten. Viele forderten eine Reform der Polizeikräfte, andere aber auch gleich die Hinrichtung der Mitglieder des Militärrats. In der Nähe des Innenministeriums gab es erneut Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Aufruf zur Einigkeit
Bei den Protesten am Freitag wurden alleine fünf Menschen in der Stadt Suez erschossen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Dort hatten Sicherheitskräfte auf tausende Demonstranten geschossen, die sich vor dem Polizeihauptquartier versammelt hatten.
Insgesamt sieben Tote gab es am Freitag auch bei den Protesten in Kairo vor dem Innenministerium, wie am Samstag bekannt wurde.
Der regierende Militärrat veröffentlichte am späten Freitagabend eine Stellungnahme, in der er die Ägypter zur Einigkeit aufrief und die gegenwärtige Situation als «gefährlichste und wichtigste Phase in der ägyptischen Geschichte» bezeichnete. (kpn/ami/bru/kle/AFP/sda/dapd)
Erstellt: 03.02.2012, 23:54 Uhr
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79 Kommentare
Egal wo, was im arabischen Raum abgeht, das sprengt jeden Rahmen der Vernunft. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der immer wieder bemühte "Frühling" sind und bleiben dort Fremdwörter.
Da nützen auch Luftschlösser mit Inhalten wie Selbstbestimmung und Wegfindung nichts.
Die meisten Mitspieler in der Region sind unberechenbar,eigennützig und nicht dem Wohlergehen ihrer
Völker verpflichtet, schade.
Antworten
Zeigt mir ein islamisches Land, wo Demokratie und Menschenrechte hochgehalten werden, wo innovative Köpfe leben, wo die Wirtschaft auf dem Weltmark konkurrenzfähig ist, wo es Wohlstand und soziale Sicherheit gibt und wo andere Religionen gleichberechtigt sind. Es ist kein Zufall, dass islamische Länder einfach nicht vom Fleck kommen. Islam und Fortschritt schliessen sich aus, auch in Ägypten ! Antworten
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