Fillon: «Ich werde alle brauchen»

Ex-Premier François Fillon hat sich zum Sieger bei der Vorwahl der französischen Konservativen erklärt. In seiner Siegesrede ruft er zu Zusammenhalt auf.

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Bei der Präsidentschaftsvorwahl von Frankreichs Konservativen hat Ex-Premierminister Alain Juppé seine Niederlage eingeräumt. Der Bürgermeister von Bordeaux gratulierte seinem Kontrahenten François Fillon am Sonntagabend in Paris zu dessen «klaren Sieg». Er sprach ihm zugleich seine Unterstützung für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr aus, bei der Fillon nun als Kandidat der konservativen Republikaner-Partei antreten wird.

In der Stichwahl führt Fillon laut den ersten Ergebnissen klar. Er komme auf 69,5 Prozent der Stimmen, berichteten die Organisatoren am Sonntagabend nach Auszählung von gut 2100 der insgesamt über 10'000 Wahlbüros. Der konservative Kandidat dürfte sich bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2017 ein Duell mit der rechtsextremen Front-National-Chefin Marine Le Pen liefern und hat beste Chancen auf einen Sieg.

Erste Vorwahl der Konservativen

Der frühere Premierminister Fillon galt bereits vor den Wahlen als klarer Favorit. In Umfragen liegt der Abgeordnete weit vor seinem Rivalen Juppé – ebenfalls ein Ex-Regierungschef.

Die erste Vorwahl in der Geschichte von Frankreichs Konservativen richtete sich an Wähler des konservativ-bürgerlichen Lagers. Teilnehmen durfte aber jeder französische Wahlberechtigte, eine Parteimitgliedschaft war nicht notwendig.

Aufruf zu Zusammenhalt der Partei

Fillon und Juppé hatten in einer ersten Vorwahlrunde vor einer Woche die meisten Stimmen erhalten. Sie setzten sich damit unter anderen gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy durch. Die französische Präsidentschaftswahl soll Ende April und Anfang Mai 2017 stattfinden. Fillon war zwischen 2007 und 2012 unter Sarkozy französischer Premierminister. Er fährt einen wirtschaftsliberalen und wertkonservativen Kurs.

Fillon rief seine Partei in einer Siegesrede in Paris zum Zusammenhalt auf: «Ich werde alle brauchen», sagte er mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2017. Er nannte neben Juppé auch Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, der in der ersten Runde der Vorwahl ausgeschieden war. Die Wähler des bürgerlich-konservativen Lagers hätten in ihm die «französischen Werte» gesehen, so der neue Kandidat der Konservativen in seiner Rede.

Beteiligung höher als vor einer Woche

Es hat sich schon früh eine sehr hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Bis 17 Uhr gaben fast drei Millionen Wähler ihre Stimme ab, wie die Wahlkommission der Partei Die Republikaner mitteilte.

Die Beteiligung lag damit um 4,5 Prozent höher als im ersten Wahlgang vor einer Woche um diese Zeit. In der ersten Wahlrunde hatten rund 4,3 Millionen Franzosen abgestimmt. Zum Vergleich: Bei der Präsidentschaftsvorwahl der Sozialisten im Jahr 2011 hatten im ersten Wahlgang 2,66 Millionen Wähler teilgenommen, in der Stichwahl dann 2,86 Millionen. (mch/sda)

Erstellt: 27.11.2016, 20:40 Uhr

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