Zwist um Nato-Raketenschild geht weiter
Aktualisiert am 08.12.2011 9 Kommentare
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Bei Gesprächen in Brüssel über den geplanten Nato-Raketenschild haben die Mitgliedstaaten des Militärbündnisses und Russland ihren Streit über das Projekt nicht beilegen können. «Wir haben uns noch nicht geeinigt», sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach dem Treffen der Aussenminister.
US-Aussenministerin Hillary Clinton bekräftigte das Festhalten ihres Landes an den Plänen. Ziel des Treffens war es westlichen Diplomaten zufolge, «Ruhe in die Sache zu bringen». Es gebe noch eine Menge Arbeit, sagte der italienische Aussenminister Giulio Terzi di Sant'Agata. «Wir waren uns aber alle einig darin, dass es wichtig ist, es weiter zu versuchen, weiter Gespräche zu führen, und weiter auf die Sorgen des anderen zu hören», sagte Rasmussen. Er äusserte die Hoffnung, dass es beim Nato-Russland-Gipfel im Mai in Chicago eine Einigung geben werde.
Russland will Garantien
Russlands Aussenminister Sergej Lawrow forderte nach dem Treffen in Brüssel «klare Garantien», dass der Raketenschild nicht gegen die russischen «strategischen Fähigkeiten» gerichtet sein werde. Russland fordert schriftliche, juristisch bindende Garantien, dass sich das Abwehrsystem gegen Raketen aus dem Nahen Osten richtet. «Noch ist Zeit, aber die Zeit läuft», sagte Lawrow.
Rasmussen betonte, der Raketenschild richte sich nicht gegen Russland. Die Nato-Staaten würden Russland «nicht als Feind» betrachten. Dies bekräftigte auch Clinton. Der Raketenschild sei vor allem gegen den Iran sowie gegen andere Akteure gerichtet, die bedrohliche Raketentechnik entwickelten, sagte sie. Er beeinträchtige nicht das strategische Gleichgewicht zwischen der Nato und Russland, und er sei auch kein Grund für militärische Gegenmassnahmen von russischer Seite. «Wir werden unsere Raketenabwehr weiterhin vorantreiben», sagte Clinton.
Medwedew warnt vor Angriff
Ende November hatte Russlands Staatschef Dmitri Medwedew als Reaktion auf die Pläne mit der Aufstellung von «modernen Angriffssystemen» nahe der Grenze zur EU gedroht. Aktiviert wurde in der russischen Exklave Kaliningrad bereits eine Radarstation, die vor Raketenstarts warnen soll. Medwedew warnte ausserdem vor einem möglichen russischen Angriff auf Teile des Nato-Abwehrschilds, sollten Russlands Forderungen nicht erfüllt werden.
Das im Jahr 2001 vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush angestossene Projekt zum Aufbau einer Raketenabwehr in Europa war in Russland umgehend auf Misstrauen und Widerstand gestossen. Seitdem hat die US-Regierung die ursprünglichen Pläne aufgegeben, will aber weiter mit der Nato ein Abwehrsystem errichten, das zwischen 2018 und 2020 einsatzfähig sein soll. Russland sieht das Projekt als Störung des militärischen Gleichgewichts in der Region. (ami/AFP)
Erstellt: 08.12.2011, 20:56 Uhr
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9 Kommentare
Wie dumm halten die Amerikaner eigentlich Russland. Es wehre naiv zu glauben dieser sogenannte Abwehrschild sei alleine ein Mittel gegen die Gefahr des Irans. Dass Amerika bald nur noch Lügen verbreitet und Unsicherheit statt Sicherheit und Vertrauen. Alles Gute kommt nicht von Amerika, wer das bis heute nicht eingesehen hat, den werden die Lügen strafen. Antworten
Nachdem Bush und Blair vor der Kuala Lumpur War Crimes Commission, als Kriegsverbrecher schuldig gesprochen wurden, wäre es eigentlich höchste Zeit, dass sich die USA und Nato von dieser kranken Idee verabschieden. Die Clinton wird auch immer unerträglicher... anstatt sie sich um internationale Friedensprozesse bemüht, giesst sie überall Öl ins Feuer. USA lassen für die Weltherrschaft nichts aus. Antworten
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