Woran sich Kopenhagen die Zähne ausbeisst
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Emissionen: Die Industriestaaten sollen ihren Ausstoss an CO2 und anderen Treibhausgasen nach dem Willen der Entwicklungsländer noch stärker reduzieren, als sie dies bisher angeboten haben. Verlangt wird bis 2020 eine Kürzung um 40 Prozent unter den Wert von 1990. Die Europäische Union hat 20 Prozent zugesagt und will auf 30 Prozent hochgehen, wenn andere grosse CO2-Emittenten mitziehen, insbesondere die USA und China. China will indes nur den Industrieländern höhere Verpflichtungen auferlegen, was zum Konflikt mit den USA geführt hat. Letzere wiederum sind nur zu Reduktionen um drei bis vier Prozent bereit.
Finanzierung: Die Entwicklungsländer verlangen für Klimaschutzmassnahmen Unterstützung seitens der Industrieländer. Letztere erwägen eine Anschubfinanzierung von zehn Milliarden Dollar pro Jahr für zunächst drei Jahre. Die Entwicklungsländer halten dies nicht für ausreichend und fordern höhere und langfristigere Zusagen. Experten schätzen, dass mehre hundert Milliarden Dollar notwendig sein dürften.
Überwachung: Die Industriestaaten fordern ein internationales Überwachungssystem zur Kontrolle der künftigen Treibhausgasemissionen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Letztere, allen voran China und Indien, weisen dies als Eingriff in ihre staatliche Souveränität zurück.
Rechtsform: Die rechtliche Verbindlichkeit einer neuen Vereinbarung ist weiterhin strittig. Die EU, Japan und andere Industriestaaten sehen ein neues Klima-Abkommen als verbindlichen Folgevertrag des Kyoto-Protokolls von 1997. Die USA, die diesem Protokoll niemals beigetreten sind, wünschen sich einen separaten Vertrag, in den auch die Entwicklungsländer eingebunden sein sollen. Letztere, allen voran China und Indien, wollen überhaupt keinen internationalen Vertrag, sondern Vereinbarungen auf freiwilliger Basis. (cpm/ap)
Erstellt: 16.12.2009, 20:39 Uhr
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