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«Wir brauchen Klarheit und Wahrheit über alles»

Nach einer wochenlangen Debatte über sexuellen Missbrauch an Schulen und kirchlichen Einrichtungen schaltet sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ein – und nimmt die Kirche in Schutz.

Diskussion nicht auf die katholische Kirche beschränken: Angela Merkel am Mittwoch im Bundestag.

Diskussion nicht auf die katholische Kirche beschränken: Angela Merkel am Mittwoch im Bundestag.
Bild: Keystone

Angesichts immer neuer Missbrauchsfälle an Schulen und kirchlichen Einrichtungen hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel eine gründliche Aufklärung der Vorwürfe gefordert. Der Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen sei ein «verabscheuungswürdiges Verbrechen» sagte die CDU-Vorsitzende am Mittwoch im Bundestag. Notwendig sei nun «Klarheit und Wahrheit über alles, was passiert ist».

Mit Blick auf massive Vorwürfe gegen Würdenträger der katholischen Kirche sagte die Kanzlerin, die Diskussion sollte nicht auf eine Gruppe verengt werden.

Ein runder Tisch in allen Ministerien

Merkel sagte, sie sei froh, dass ihre Ministerinnen für Justiz, Bildung und Familie nun anders als zunächst geplant nicht zwei getrennte, sondern einen gemeinsamen runden Tisch zum Thema Missbrauch einrichten wollen. Dieses Gesprächsforum könne sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft blicken und etwa Fragen der Verjährungsfristen und der möglicher Entschädigungsfragen in den Blick nehmen.

Das erlittene Unrecht begleite die Betroffenen oft ein Leben lang, sagte Merkel. Völlige Wiedergutmachung könne es daher nicht geben. Doch müssten die Opfer das Gefühl haben, in der Gesellschaft gehört zu werden.

Regierung bildet ein Gremium

Zuvor hatte schon die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gesagt, sie halte es für eine gute Idee, die gesamte Aufarbeitung der Missbrauchsfälle zu bündeln. «Wir sind derzeit innerhalb der Bundesregierung im Gespräch, um möglichst schnell, vielleicht bereits am 23. April, mit einem breit aufgestellten Gremium starten zu können», sagte die FDP-Politikerin der «Neuen Osnabrücker Zeitung». (oku/ddp/)

Erstellt: 17.03.2010, 15:05 Uhr

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