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Wie krank war der Lockerbie-Attentäter?
Kurz vor seinem Abflug in Glasgow: Abdel Basset al-Megrahi. (Bild: Keystone)
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Oppositionspolitiker wollen wissen, auf Grundlage welcher Erkenntnisse die Regierung Abdel Basset al-Megrahi im vergangenen August freigelassen hatte. Ärzte attestierten ihm damals, er habe nur noch drei Monate zu leben.
Noch am Tag der vorzeitigen Freilassung wurde der Libyer in seine Heimat ausgeflogen. Britische Medien berichteten in den vergangenen Tagen, der Zustand al-Megrahis habe sich verschlechtert, er sei aber am Leben.
Zweites Gutachten fehlt
Die schottischen Oppositionspolitiker verlangen nun eine Veröffentlichung aller Details, die die Regierung zu einer Begnadigung bewogen hat. Justizminister Kenny MacAskill hatte die Prognose der verbleibenden Lebenszeit des krebskranken 57-Jährigen in den Mittelpunkt seines Entscheids gerückt.
Die Freilassung al-Megrahis sei ein «schwerwiegendes Fehlurteil» gewesen, sagte der schottische Labour-Chef Iain Gray am Samstag. «Sechs Monate später ist auch klar, dass es ein völlig stümperhafter Vorgang war.» Der Justizminister hätte angesichts der Schwere der Tat ein zweites medizinisches Gutachten einfordern müssen, sagte Gray.
Im Internet zugänglich
Das Justizministerium wies die Beschuldigungen zurück. Das Gutachten des Gesundheitsdirektors der schottischen Justizanstalten sei auf der Internetseite des Ministeriums zugänglich, sagte eine Sprecherin. Dieses Gutachten, das MacAskill für seinen Entscheid zitierte, enthält aber keine Hinweise verschiedener Berater und Spezialisten, die al-Megrahis Gesundheitszustand bewerteten.
Bei dem Anschlag auf eine Maschine der US-Linie PanAm über dem schottischen Ort Lockerbie im Dezember 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen. Al-Megrahi wurde 2001 für die Tat zu lebenslanger Haft verurteilt. Er selbst hatte seine Schuld stets zurückgewiesen. (sam/sda/)
Erstellt: 20.02.2010, 11:02 Uhr
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