Tschechien kastriert Sexualstraftäter – Europarat interveniert
Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 06.02.2009 37 Kommentare
Das Anti-Folter-Komitee des Europarats fordert die tschechische Regierung auf, mit sofortiger Wirkung auf Kastrationen zu verzichten. Dies bericht die «Tagesschau» der ARD. In einem Bericht prangert das Anti-Folter-Komitee die «herabwürdigende Praxis» an, der Sexualstraftäter unterworfen würden.
In Tschechien erfolgen die Kastrationen entweder durch eine medikamentöse Behandlung oder durch einen operativen Eingriff. Gemäss dem europarätlichen Komitee wurden mehrere hundert Personen kastriert.
Irreversible Folgen und erhebliche Nebenwirkungen
Die Kastration durch einen operativen Eingriff sei eine Verstümmelung, die nicht rückgängig zu machen sei und erhebliche Nebenwirkungen habe. Ausserdem kritisiert das Komitee des Europarats, dass auch vergleichsweise harmlose Sexualstraftäter, etwa Exhibitionisten, kastriert werden.
Möglicherweise hätten viele Betroffene der Kastration nur unter Druck zugestimmt, zum Beispiel um einer langen Inhaftierung zu entgehen. Der Bericht des Europarats basiert auf Stellungnahmen von Experten, die im letzten Frühling Gefängnisse und psychiatrische Klinien in Tschechien besuchten.
Tschechien verteidigt Kastrationen
Die Vorwürfe des Europarats-Komitees weist die Regierung in Prag entschieden zurück. Die Argumente des Komitees reichten nicht aus, um an der gängigen Praxis zu rütteln. Die Kastrationen würden nur mit schriftlicher Einwilligung der Betroffenen vorgenommen. Zudem müsse die Massnahme von einem Psychiater empfohlen werden.
In der tschechischen Regierung gibt es allerdings einen Abweichler. Der neue Minister für Menschenrechte, Michael Kocab, teilt die Ansicht des Europarats. Der frühere Dissident will gemäss dem ARD-Bericht eine öffentliche Debatte lancieren, um die Kastrationen zu stoppen. Kastrationen seien nicht akzeptabel.
Chemische Kastration in Polen
Die Kastration von Sexualstraftätern war vor einem halben Jahr in einem anderen osteuropäischen Land ein heftig diskutiertes Thema. Nach einem publik gewordenen Inzestfall in einem kleinen Dorf im Osten Polens trat Ministerpräsident Donald Tusk mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit, Sexualstraftäter und Pädophile einer «chemischen Zwangskastration» zu unterziehen.
Dabei wird dem Täter ein Medikament verabreicht, das den Sexualtrieb massiv dämpfen soll. Das Vorhaben der polnischen Regierung löste vor allem in westeuropäischen Ländern Proteste aus – aber ohne Folgen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.02.2009, 13:29 Uhr
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37 Kommentare
Wo ist das Problem? Niemand hat diese Verbrecher zu ihren Straftaten animiert. Warum sorgen wir nicht dafür, dass diese verachtenswerten Individuen endlich von der Erdoberfläche verschwinden. Wir können diese Leue nicht ein Leben lang mit Pillen vollstopfen und zum Psychiater schicken - notabene auf Kosten der unschuligen Bevölkerung und erwiesenermassen ohne grossen Erfolg. Antworten
Das ist mal eine wirkungsvolle Massnahme. Finde ich in Fällen wo das Verbrechen 100% erwiesen ist sehr gut auch wenn ich sonst ausnahmslos gegen Gewalt bin. Bevor der Europarat solche Sexualstraftäter schützt, sollte er besser mal einen Blick nach Indien usw. werfen, wo Frauen massenhaft beschnitten werden. Das ist Verstümmelung! Antworten
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