Swiss sieht neue US-Vorschriften als Vorteil
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Amsterdamer Flughafen kauft 60 neue Körperscanner
Der Amsterdamer Flughafen Schiphol schafft 60 neue Körperscanner an. Direktor Jos Nijhuis erklärte am Montag, die Geräte würden zusätzlich zu den 15 bereits vorhandenen eingesetzt. Die ersten 20 neuen Körperscanner würden bereits in der kommenden Woche geliefert. Auf dem Flughafen wird ausserdem eine Software eingeführt, die automatisch die Bilder der Scanner auswertet. Nur wenn dabei etwas Verdächtiges auffällt, alarmiert der Computer das Sicherheitspersonal. Von Schiphol war der verhinderte Flugzeugattentäter von Detroit in die USA gestartet.
Die USA haben als Konsequenz aus dem vereitelten Flugzeuganschlag die Kontrollen für Passagiere aus 14 Staaten verschärft. Fluggäste, die etwa aus Nigeria, dem Jemen, Pakistan, Afghanistan und Saudiarabien einreisen wollen, müssen sich vor dem Abflug abtasten lassen. Zudem werde ab Montag ihr Handgepäck durchsucht, erklärte die US-Flugsicherheitsbehörde TSA. Auch Kontrollen auf Sprengstoff und die Durchleuchtung im Nacktscanner seien möglich.
Die Verschärfung gelte für Fluggäste aus Ländern, die auf der US- Liste der Terror-Unterstützerstaaten stehen. Dazu zählen auch der Iran, der Sudan, Syrien, Algerien, der Irak, Libanon, Libyen und Somalia sowie Kuba. Auch Reisende, die in diesen Staaten einen Zwischenstopp einlegen, müssen mit härteren Kontrollen rechnen.
Ab Dienstag auch bei Swiss
Die Regeln gelten ab dem (morgigen) Dienstag auch für Passagiere, die mit der Swiss in die USA fliegen. Nach dem Attentatsversuch wurden alle Passagiere vor dem Einstieg ins Flugzeug befragt und abgetastet; ihr Handgepäck wurde ein zweites Mal durchsucht.
Nun gelten diese Massnahmen nicht mehr für alle Reisenden in die USA, wie Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel sagte. Nur noch einzelne Passagiere würden nach «gezielten Kriterien» bei der Passkontrolle befragt. Danach entschieden die Sicherheitsleute über einer weitere Kontrolle.
Chaos in Newark
Was die neuen Regeln bedeuten können, erlebten am Sonntagabend tausende Reisende im Flughafen Newark bei New York. Ein Terminal war mitten im nach-weihnachtlichen Reiseverkehr sieben Stunden lang lahmgelegt. Selbst Passagiere, die bereits im Flugzeug sassen, wurden zurückbeordert und erneut kontrolliert.
Der Grund: möglicherweise war ein Mann unkontrolliert in den Sicherheitsbereich gelangt. Allerdings blieb auch am Montag ungeklärt, wie es zum Alarm gekommen war. Von dem Phantom fehlte jede Spur. Sicherheitsleute sichteten Videos, kamen aber zu keinem klaren Ergebnis.
Nacktscanner bald in der Schweiz?
Der Anschlagsversuch hat auch in Europa die Debatte um die Terrorgefahr wieder angeheizt. Die EU überlegt, ob sie nun die im vergangenen Jahr durch ihr Parlament schubladisierte Einführung von Nacktscannern an Flughäfen wieder aus der Schublade holen soll.
Grossbritannien und die Niederlande haben die Einführung bereits beschlossen. Die Niederlande stehen besonders unter Druck, weil der Nigerianer von Amsterdam aus nach Detroit gestartet war. Nun soll eine Arbeitsgruppe der EU-Staaten die europaweite Einführung erneut prüfen, wie eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel sagte.
Mit Nacktscannern werden alle am Körper befestigten Gegenstände sichtbar. Bei dieser Technik entsteht ein Bild, auf dem der Fluggast ohne Kleidung erscheint.
Das EU-Parlament hatte die Scanner abgelehnt, nachdem Datenschützer und Menschenrechtler diese Entblössung scharf kritisiert hatten. Es befürchtete zudem, dass die Geräte Schwangeren und Kleinkindern schaden. Vor einer Einführung hat das EU-Parlament erneut das letzte Wort.
Anschlagsversuch misslungen
Sollte die EU die Scanner einführen, dürfte die Schweiz nachziehen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat zwar mehrfach betont, dass eine einseitige Einführung kein Thema sei. Für die Schweiz gelten aber im Flugverkehr die gleichen Auflagen wie in der EU.
Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte ein Nigerianer versucht, ein Flugzeug im Anflug auf Detroit in die Luft zu sprengen. Er soll den Sprengstoff in seine Unterhose eingenäht haben. Nach Angaben von US-Präsident Barack Obama gehört der 23-Jährige der Terrororganisation Al-Kaida an und wurde im Jemen ausgebildet. (cpm/sda)
Erstellt: 04.01.2010, 20:08 Uhr
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