Schwere Vorwürfe gegen hessische Reformschule
Aktualisiert am 18.03.2010 4 Kommentare
Im Visier der Justiz: Die Helena-Lange-Schule in Wiesbaden.
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Beziehung mit Schüler
Am bayerischen Internat Landheim Schondorf ist es nach Angaben der Schulleitung in den 90er Jahren zu einer «partnerschaftlichen Beziehung» eines Lehrers mit einem Schüler gekommen. Stiftungsleiter Helmuth Aigner sagte am Donnerstag, nach Darstellung seines Vorgängers Rolf Mantler soll es dabei auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein, vor allem nach dem 18. Geburtstag des Schülers. Dieser habe sich 1994 an die Schulleitung gewandt, dem Pädagogen sei gekündigt worden.
Mantler sagte der «Frankfurter Rundschau», die erstmals über den Fall berichtete, andere vergleichbare Übergriffe habe es in seiner Amtszeit nicht gegeben. Das Internat am Ammersee «fühlt sich reformpädagogischen Prinzipien in Schule und Heim verpflichtet», wie es auf seiner Homepage heisst.
Die hessische Kultusminister Dorothea Henzler (FDP) erhob am Donnerstag im kulturpolitischen Ausschuss des Landtags schwere Vorwürfe gegen die Leitung der Wiesbadener Helene-Lange-Schule. Dort soll ein Lehrer 1989 vier Schüler missbraucht haben. Die Angaben der ehemaligen Schulleiterin Enja Riegel zur Aufarbeitung dieses Falls seien nicht nachvollziehbar, sagte Henzler.
Die mittlerweile pensionierte Direktorin hatte in einem Interview erklärt, die Schule habe «vorbildlich auf den Missbrauch reagiert». Der betroffene Pädagoge sei sofort vom Dienst suspendiert und zu einer Therapie genötigt worden. «Ich habe dem Lehrer gesagt, dass ich alles tun werde, dass er nie wieder an einer Schule mit Kindern arbeiten kann», so die ehemalige Vorgesetzte.
Andere Ansicht beim Ministerium
Die Kultusministerin sagte, in den Akten der Schulbehörde gebe es keinen Hinweis auf eine Suspendierung. Über die Missbrauchsvorwürfe gebe es auch keinen Eintrag in die Personalakte des Lehrers, der im Juni 2008 starb. Nach den Unterlagen der Schulbehörde sei der beschuldigte Pädagoge bis zu einer Beurlaubung 1997 permanent der Helene-Lange-Schule zugeordnet gewesen. Nach dem Ende seiner Beurlaubung 2001 sei er in den hessischen Schuldienst zurückgekehrt.
«Von einer entschlossenen und wirksamen Intervention kann nicht die Rede sein», sagte Henzler. Die Schulbehörden hätten von Riegel eine Stellungnahme angefordert. Das Kultusministerium behalte sich die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen die ehemalige Schulleiterin vor. Riegel liess sich nach eigener Darstellung viele Jahre auch von Gerold Becker beraten, dem ehemaligen Leiter der Odenwaldschule, der sich derzeit massiven Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt sieht.
Vorbildlicher Leistungsausweis
Die Helene-Lange-Schule ist eine staatliche Integrierte Gesamtschule, die in den vergangenen Jahren vor allem durch ihr ausserordentlich gutes Abschneiden bei der Pisa-Studie Schlagzeilen machte. Die Schule gilt als Pionierschule der deutschen Reformpädagogik und wurde 2007 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. (raa/ddp)
Erstellt: 18.03.2010, 20:17 Uhr
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4 Kommentare
Aha, eine "Reformschule". Auf gut Deutsch: eine Alt-68er Schule. Auch die Odenwald-Schule gehört anerkanntermassen dazu. Nachdem alle katholischen Priester unter Generalverdacht gekommen sind, gilt das nun auch für alle Linken? Schliesslich hat ja schon Daniel Cohn-Bendit über seine erotischen Erlebnisse mit Kindern geplaudert und nichts schlechtes dabei festgestellt. Antworten
@Hans Wiesmann: habe lange in Wiesbaden gelebt. Es gibt keinen Systematischen Missbrauch von Schülern durch Lehrer der H.-Lange-Schule oder die Odenwald Schule. Das was sie hier vortragen ist einfach nur widerlich und falsch. Ob links, rechts oder protestantisch oder katholisch, dass hat keinen Einfluss auf diese Missbrauchsfälle. Leider sind es zumeist immer Männer. Das ist wirklich Fakt. Antworten
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