Ausland
Sarkozy über seinen Sohn: «Er arbeitet enorm hart»
Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 16.10.2009
Artikel zum Thema
- Sarkozys Sohn wird Chef über «La Défense» – Opposition heult auf
- Die neue Prinzen-Rolle
- «Man erlaubt sich schamlos absolut alles»
Fall Polanski
Sarkozy kritisiert US-Justiz
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy kritisiert den Umgang der US-Justiz mit Filmemacher Roman Polanski. Nach 32 Jahren über einen Fall (von sexuellem Missbrauch) befinden zu wollen, spreche nicht für gute Rechtspflege, sagte er der Tageszeitung «Le Figaro». Er verstehe, dass es wegen der Schwere der Anschuldigungen schockierte Reaktionen gebe, sagte Sarkozy. Der Betroffene sei aber mittlerweile 76 Jahre alt. Polanski war Ende September auf Grundlage eines vorläufigen US- Haftbefehls in der Schweiz festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Zürich in Auslieferungshaft. Dem Regisseur und Oscar-Preisträger wird vorgeworfen, vor 32 Jahren eine 13-Jährige missbraucht zu haben.
Sarkozy Junior ist der designierte Chef der Behörde EPAD, die das wirtschaftlich bedeutende Geschäftsviertels La Défense in Paris im Auftrag des Staates verwaltet. Dazu kommt, dass das Milliardenprojekt von Nicolas Sarkozy als Präisdent vorangetrieben wird. Der erstaunliche Karrieresprung von Jean Sarkozy sorgt in Frankreich für Empörung. «Nur weil er Sarkozy heisst, wird ein Jurastudent im zweiten Studienjahr für die Spitze der EPAD nominiert», kritisierte ein sozialistischer Abgeordneter. Die Opposition spricht von Vetternwirtschaft und sieht die Grundwerte der Republik bedroht.
Präsident Sarkozy reagiert nach Medienberichten empfindlich auf die Kritik an seinem Sohn. In einem langen Interview mit der Zeitung «Le Figaro» verteidigt er sich gegen den Vorwurf, seinen Sohn auf den Posten zu katapultieren. Jean Sarkozy, der ein Mandat im Kreistag des Départements Hauts-de-Seine – also der Verwaltungseinheit rund um Paris – innehat, soll bei der EPAD-Aufsichtsratssitzung am 4. Dezember offiziell zum Chef gewählt werden.
Sarkozy: EPAD-Chef wird gewählt
Es sei total absurd, von Nepotismus zu sprechen, denn der EPAD-Verwaltungsratsvorsitzende werde gewählt, erklärt Sarkozy im Zeitungsinterview. Alle 35 vom Volk gewählten Mandatsträger des Départements Hauts-de-Seine hätten das Recht, sich für den Chefposten der EPAD zu bewerben. «Aber einer soll dies nicht dürfen», klagt Sarkozy, «und das ist der Sohn des Staatspräsidenten.» Den Vorwurf der Vetternwirtschaft tut Sarkozy als bösartige Polemik ab. «Und auf wen zielt diese Polemik ab? Nicht auf meinen Sohn, sondern auf mich.»
Sarkozy widerspricht den Kritikern, die sagen, dass sein Sohn zu jung sei für den Chefposten einer einflussreichen Behörde. «Gibt es denn ein Alter für Kompetenz?» fragt Sarkozy senior. «Ich wünsche mir, dass unsere politischen Eliten jünger werden. Ich war der Erste, der überrascht war, dass mein Sohn Politik machen will.» Sein Sohn arbeite enorm hart, er verfüge über eine eindrückliche Hartnäckigkeit, sagt Sarkozy weiter. Und er stelle sich den derzeitigen Angriffen mit viel Mut.
Mehrheit ist kritisch eingestellt
Die Affäre um die Blitzkarriere des Präsidentensohns Jean Sarkozy stösst zunehmend auf Unmut. Knapp zwei Drittel der Franzosen kritisieren die wahrscheinliche Wahl des 23-Jährigen zum Chef von La Défense. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die die Zeitung «Le Parisien» veröffentlichte. Selbst unter den Sympathisanten der konservativen Regierungspartei sind 51 Prozent der Befragten gegen den rasanten Aufstieg von Jean Sarkozy.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.10.2009, 14:33 Uhr
Ausland
Emil Frey AG Autocenter Bern
Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.


