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Parteivorsitz der Sozialisten: Royal oder Aubry?

Aktualisiert am 21.11.2008

Das Rennen der französischen Sozialisten um einen neuen Parteichef wird heute Freitag in einer Stichwahl zwischen Ex-Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal und der Ex-Arbeitsministerin Martine Aubry entschieden.

Erhielt 34,73 Prozent der Stimmen: Arbeitsministerin Martine Aubry.

Erhielt 34,73 Prozent der Stimmen: Arbeitsministerin Martine Aubry. (Bild: Keystone)

Aus dem Rennen: Europaabgeordnete Bernoit Hamon.

Aus dem Rennen: Europaabgeordnete Bernoit Hamon. (Bild: Keystone)

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Royal konnte die erste Runde der Urabstimmung am Donnerstag zwar klar gewinnen, erreichte aber nicht die notwendige absolute Mehrheit. Von den knapp 140'000 Mitgliedern, die ihre Stimme abgaben, votierten 42,45 Prozent für Royal. Auf Aubry entfielen 34,73 Prozent. Der dritte Kandidat, der Europaabgeordnete Bernoit Hamon, schnitt mit 22,83 Prozent überraschend gut ab, ist aber dennoch aus dem Rennen.

Hamon empfiehlt Martine Aubry

Hamon rief seine Anhänger nach Bekanntgabe der Ergebnisse auf, in der Stichwahl «massiv für Martine Aubry zu stimmen». Beide Politiker stehen für eine linke Orientierung der PS, während Royal die Partei modernisieren und in die politische Mitte führen möchte. Nach der Wahlempfehlung Hamons für ihre Kontrahentin geht Royal nun allerdings mit geringeren Chancen in die zweite Runde.

Wer sich im Kampf um die Nachfolge Francois Hollandes durchsetzt, der die PS elf Jahre lang führte, hat gute Aussichten auf die Kandidatur der Partei bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2012.

Erstmal eine Frau

Erstmals tritt eine Frau an die Spitze der Sozialisten. Die internen Streitigkeiten dürften jedoch nicht überwunden sein. «Das kann zugunsten der einen oder der anderen ausgehen», hiess es in der Parteizentrale. «Wir haben eine Chance, den Wandel der Sozialistischen Partei zu schaffen», sagte Royals Vertrauter Vincent Peillon.

Der bisherige Parteichef und langjährige Lebenspartner Royals, François Hollande, gibt den Posten nach elf Jahren ab. Hollande wies eine Mitschuld an der Spaltung der Partei zurück: «Mir wird vorgeworfen, ich hätte die einen gegen die anderen aufgebracht», zitierte ihn die Tageszeitung «Le Figaro». «Das war gar nicht nötig.»

Hollande mahnt zu Geschlossenheit

Hollande mahnte am Freitagmorgen zu Geschlossenheit. «Es ist sehr wichtig, dass alle Sozialisten sich hinter diejenige stellen, die gewählt wird», sagte er im Radiosender France Bleu Limousin.

Dabei sei es egal, ob die ehemalige Präsidentschaftskandidatin oder die frühere Arbeitsministerin Aubry als Siegerin hervorgehe und mit welcher Mehrheit die Stichwahl gewonnen werde. Die künftige Parteichefin brauche «Kraft», betonte Hollande.

Royal unterlag im Frühjahr 2007 bei der Präsidentschaftswahl dem konservativen Bewerber Nicolas Sarkozy. Sie will im Jahr 2012 erneut einen Anlauf zur Wahl in das höchste Staatsamt unternehmen. Die notorische Zerstrittenheit der Sozialisten ist dabei ein Hindernis. (mbr/ap/sda)

Erstellt: 21.11.2008, 11:04 Uhr


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